Tipps vom Experten

"Vielen fehlt die Übung" - Das sollten Skitourengänger in Not beachten

Skitouren im Allgäu liegen im Trend - doch immer wieder verirren sich Wanderer in unwegsames Terrain.

Skitouren im Allgäu liegen im Trend - doch immer wieder verirren sich Wanderer in unwegsames Terrain.

Bild: Angelika Warmuth (Archivbild), Zehetleitner

Skitouren im Allgäu liegen im Trend - doch immer wieder verirren sich Wanderer in unwegsames Terrain.

Bild: Angelika Warmuth (Archivbild), Zehetleitner

Bernd Zehetleitner, Leiter der Bergschule Oberallgäu und aktiver Bergwachtler, gibt Tipps für Skitourengeher, die sich in den Allgäuer Alpen verlaufen haben.
24.01.2023 | Stand: 16:17 Uhr

Immer wieder geraten Menschen in den Alpen in Bergnot. Bernd Zehetleitner erklärt, warum das so ist und wie sich Skitourengeher am besten vorbereiten. Er ist Leiter der Bergschule Oberallgäu und dort auch aktiver Bergwachtler in Burgberg.

Nicht selten geraten Skitourengeher aktuell in brenzlige Lagen. Woran liegt das?

Bernd Zehetleitner: Das Hauptproblem ist, dass die Leute zwar gut ausgerüstet sind – Skitouren-Equipment wird mittlerweile in vielen Sportgeschäften neben Fußbällen und Taucherbrillen verkauft, ihnen aber die Übung fehlt. Die Menschen trauen sich in steiles, unwegsames Terrain, obwohl sie sich nicht wirklich auskennen. Dort lauern alpine Gefahren wie Lawinen oder eben der Orientierungsverlust.

Wie sollten sich Skitouren-Neulinge am besten vorbereiten?

Zehetleitner: Im Idealfall belegen Tourengänger zuerst einen Kurs. Und dann gilt es, klein anzufangen. Am Anfang am besten auf viel begangenen leichten Mode-Skitouren unterwegs sein – und nur tagsüber bei gutem Wetter und guter Sicht. Ein wesentlicher Grundsatz ist: Auch die teuerste Ausrüstung ersetzt den gesunden Menschenverstand nicht.

Was hilft den Einsatzkräften, um die Tourengeher im Ernstfall möglichst schnell in Sicherheit zu bringen

Zehetleitner: Auffällige Kleidung erleichtert die Suche für die Retter ungemein. Sobald der Hubschrauber kommt, sollten Verirrte zudem durch Winken auf sich aufmerksam machen. Entscheidend ist auch, dass diejenigen, die keine Hilfe brauchen, nicht winken. Das ist leider nicht selbstverständlich. Wir hatten schon diverse Einsätze, wo wir deswegen zunächst am falschen Ort gelandet sind. Ansonsten sollten Betroffene, die die 112 gerufen haben, weiter über das Handy erreichbar bleiben.

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