Fußball

So trainiert der Ostallgäuer Nachwuchs im Corona-Lockdown

Mit seinem Sohn Johannes, der im Nachwuchs des SVO Germaringen spielt, macht Markus Nieberle die Online-Übungen vor.

Mit seinem Sohn Johannes, der im Nachwuchs des SVO Germaringen spielt, macht Markus Nieberle die Online-Übungen vor.

Bild: Nieberle

Mit seinem Sohn Johannes, der im Nachwuchs des SVO Germaringen spielt, macht Markus Nieberle die Online-Übungen vor.

Bild: Nieberle

Der SVO Germaringen und die JFG Mühlbachtal gehen mit ihrem Online-Trainingsangebot neue Wege. Bei den Übungen wird improvisiert, der Spaß steht im Vordergrund.
14.02.2021 | Stand: 10:45 Uhr

Die Corona-Pandemie legt weiterhin den kompletten Amateursport auf Eis und niemand kann vorhersagen, wann wieder trainiert und gespielt werden darf. Gerade den Fußball-Nachwuchs in Kaufbeuren und dem Ostallgäu trifft diese Situation hart. „Es geht nicht nur um das fehlende Training, sondern viel mehr die Jugendlichen durch gemeinsame Cyber-Aktivitäten bei der Stange zu halten“, sagt Jugend-Ressortleiter Christian Gabler vom SVO Germaringen.

Online-Training für den Fußball-Nachwuchs

Physiotherapeut Markus Nieberle aus Mauerstetten, dessen Sohn Johannes seit Sommer 2020 beim SVO spielt, hat dieses Thema mit seiner Familie aufgenommen und seit Weihnachten ein Trainingsprogramm erarbeitet. Mit seiner Anregung stieß er zunächst beim Trainerteam der E-Jugend auf offene Ohren, inzwischen haben sich auch die D-Junioren aus der Bezirksoberliga angeschlossen. „Es ist wichtig, dass wir mit ganz einfachen Hilfsmitteln arbeiten, auch so kann man tolle Übungen kreieren.

Das reicht von verschiedenen Tupper-Deckeln, Tennisbällen und auch gefüllten Wasserflaschen aus Plastik“, sagt Markus Nieberle, der von der Kreativität der Spieler überrascht war, als diese Trainingsmöglichkeiten in ihren Wohnungen fanden. „Da wurden schnell einmal ganze Zimmer leergeräumt und auch eine Garage wurde zur Turnhalle umfunktioniert“, erzählt Nieberle.

Beim SVO Germaringen stehen verschiedene Übungen auf dem Programm

Zusätzliche Anregungen holte sich der 42j-Jährige bei seinem Sohn, der auch an einem Fördertraining des FC Augsburg teilnimmt. „Nach einem Warm-up, Stabilisationsübungen, einer Verletzungsprofilaxe und koordinativen Übungen steht zum Abschluss ein ausführliches Dehnprogramm meiner Frau Kerstin auf der rund 45-minütigen Trainingsagenda. Wir wollen das zeitlich jedoch nicht zu sehr ausreizen, denn der Spaß soll natürlich im Vordergrund bleiben“, berichtet Markus Nieberle, dessen Frau normaler Weise in der eigenen Praxis selbst verschiedene Präventionskurse anbietet.

„Natürlich gehört auch coole Musik dazu, doch dafür sorgen die Jungs schon selbst“, erzählt Nieberle, der eigentlich aus dem Handball und Tennissport kommt.

Nach dem Startschuss vor den Weihnachtsferien fanden zehn Einheiten statt, bei denen sich in der Regel zwischen 30 und 35 junge Sportler via Zoom einklinkten. Ressortleiter Christian Gabler ist begeistert von dieser Idee, auch die C-, B- und A-Jugendlichen im Verein absolvieren ein vergleichbares Programm.

„Die Initiative, aber auch die Begeisterung der Spieler verkörpert perfekt unsere Philosophie in der Nachwuchsarbeit und gibt uns eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg“, sagt Gabler, der trotz der eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten ständig im Austausch mit seinen Kollegen im Jugend-Ressort ist und nach neuen Ideen und Optimierungsmöglichkeiten sucht.

Auch bei der JFG Mühlbachtal gibt es ein Online-Angebot für die Fußball-Talente

Auch die Verantwortlichen der JFG Mühlbachtal (SpVgg Baisweil-Lauchdorf, TSV Friesenried, SV Eggenthal, TV Irsee) machten sich Gedanken, wie der Fußball-Nachwuchs „am Ball“ bleiben könnte. Die JFG (Junioren-Förder-Gemeinschaft), die 2006 gegründet wurde, bot den Nachwuchskickern nach der coronabedingten Unterbrechung im Herbst zunächst einen Onlinewettbewerb an. Kurz darauf machten sich die Jugendtrainer daran, ein Cybertraining für die Talente zu entwickeln. „Uns ist es wichtig, die Spieler und Spielerinnen bei Laune zu halten und eine gewisse Abwechslung mit Bewegung und viel Spaß am Fußball zu bieten“, sagt Jugendleiter Hubert Wiedemann.

Nun möchte die JFG ihr Cybertraining noch bekannter machen, deshalb können – ohne weitere Verpflichtung – Fußballer aus der Region ab zehn Jahren daran teilnehmen. Dafür wird ein Fußball benötigt, etwas Platz, drei bis vier Markierungen, Isomatte oder Handtuch sowie ein kleiner Gegenstand (zum Beispiel ein Stift) und ein Papierkorb.

Dominik Deli leitet das Cybertraining der JFG

Im Vordergrund stehen des Online-Trainings (jeweils donnerstags, 19 Uhr, Dauer: eine Stunde) stehen Ballfertigkeiten, Balltechnik, Stabi- und Fitnessübungen und Tricks. Das Ganze wird ab und zu mit einem kleinen Wettkampf abgerundet. Geleitet wird das Training von Dominik Deli, der in seiner aktiven Karriere unter anderem für die SpVgg Kaufbeuren und den FC Memmingen auflief und für den FC Sulzschneid am Ball war. (mit tsc)