Wetter im Allgäu

Stürmischer Mittwoch im Allgäu - Vorsicht in den Bergen

Es wird stürmisch im Allgäu.

Es wird stürmisch im Allgäu.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Es wird stürmisch im Allgäu.

Bild: Benedikt Siegert (Archivbild)

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigen Sturmböen. Betroffen ist fast ganz Deutschland. Besondere Vorsicht ist auf Gipfel geboten.

26.08.2020 | Stand: 14:37 Uhr

Der Mittwoch ist stürmisch im Allgäu: Schon am Vormittag kündigten mehrere heftige Sturmböen an, was bis zum Nachmittag und teilweise bis in den späten Abend anhalten soll. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt aktuell für alle Allgäuer Landkreis eine Sturmwarnung heraus.

Unten im Tal erreichen die Sturmböen Geschwindigkeiten von 65 bis 75 Stundenkilometern, im Oberallgäu sind die Sturmböen etwas heftiger. Gegen Nachmittag soll sich die Lage allerdings beruhigen.

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Besondere Vorsicht ist auf Berggipfeln geboten: In exponierten Lagen gibt es schwere Sturmböen um 100 Stundenkilometer, vermeldet der DWD. Hier hält der Wind bis in den späten Abend an, erst gegen 22 Uhr kehrt Ruhe ein. 

Das Wetter im Allgäu wird am Wochenende schlechter

Trotz der heftigen Böen ist das Wetter im Allgäu sonst weitestgehend freundlich. Die Sonne scheint bei Temperaturen um die 25 Grad. 

Auch am Donnerstag ist es im Allgäu zwar bewölkt, aber immer noch bei freundlichen Temperaturen, erst am Freitag wird es dann regnerisch und auch etwas kühler. Auch das am Wochenende regnet es, bei Temperaturen um die 16 Grad tagsüber. Nachts fallen die Temperaturen dann sogar unter die zehn Grad.

Sturmtief "Kirsten" trifft Deutschland

 Sturmtief "Kirsten" hat am Mittwoch für ungemütliches Wetter in großen Teilen Deutschlands gesorgt. Teils mussten Straßen und Bahnstrecken gesperrt werden, einzelne Menschen wurden von herabfallenden Ästen und Bäumen verletzt. Da die Bäume derzeit noch voller Laub sind, bieten sie dem Wind eine große Angriffsfläche, hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) schon vor der "ersten herbstlichen Sturmlage des Jahres" erklärt.

Während im Winter Bäume im Allgemeinen erst ab Windstärke 10 klein beigeben, reiche im Sommer dafür oft schon Windstärke 9 mit etwa 80 Kilometern in der Stunde. Dazu komme in einigen Regionen die Trockenheit der vergangenen Wochen, die die Wälder sehr geschwächt habe. Der DWD rechnete für Mittwoch mit stürmischen Böen oder Sturmböen in nahezu ganz Deutschland, die sich mit bis zu 89 Kilometer in der Stunde bemerkbar machen. Im Bergland sowie in einzelnen Tallagen sind durch Tief "Kirsten" auch schwere Sturmböen möglich, in exponierten Gipfellagen Orkanböen, hieß es am Morgen.

Sturmtief Kirsten sorgt für Sperrungen im Zugverkehr

In Nordrhein-Westfalen sorgten umgestürzte Bäume bereits am Morgen für Bahnstreckensperrungen bei Köln, Ennepetal und Dortmund. Bei Dortmund-Aplerbeck ließ die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben einen Nahverkehrszug evakuieren. Rund 100 Reisende mussten demnach den Regionalexpress verlassen, weil er wegen eines auf dem Gleis liegenden Baumes nicht weiterfahren konnte.

In Bayern sperrte die Bahn am Vormittag die Strecke zwischen Fürth und Zirndorf in Mittelfranken für etwa eine Stunde, weil ein umgestürzter Baum die Gleise blockierte. Zwischen Roth und Schwabach gab es Schäden an der Oberleitung, so dass die Regionalbahnen ab dem Mittag nicht mehr fahren konnten, sagte ein Bahnsprecher.

Im niederrheinischen Hünxe in NRW erlitt eine Autofahrerin leichte Verletzungen, als ihr ein Baum auf die Motorhaube fiel. In Kleve wurde ein Motorradfahrer laut Polizei durch einen herabfallenden Ast verletzt. Auch wurde ein herumfliegendes Trampolin gesichert. Auf der Autobahn 44 kippte ein Lastwagen auf der Autobahn um, die Strecke in Richtung Aachen wurde gesperrt.

Wegen der erhöhten Gefahr durch umstürzende Bäume blieben unter anderem der Zoo in Wuppertal und Wildparks in Köln und Düsseldorf aus Sicherheitsgründen zu. In Erfurt schloss die Stadt den Hauptfriedhof sowie die Ortsteilfriedhöfe vorsorglich. Auf einem Friedhof sei bereits ein Baum abgebrochen, hieß es am Morgen vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt. Auch in Hannover wurden Freiflächen und der Tiergarten geschlossen.

So wird das Wetter in Deutschland

Der Norden kam zunächst glimpflich davon: Obwohl "Kirsten" am Mittwochmorgen vor allem in Ostfriesland und an der dortigen Nordseeküste kräftig wehte, habe es sehr wenige umgestürzte Bäume gegeben, sagte ein Sprecher der regionalen Rettungsleitstelle Ostfriesland. Trotz des Windes setzten große Fähren an der Nordseeküste zunächst ohne Einschränkungen zu den Ostfriesischen Inseln über. "Wir fahren planmäßig. Wir kommen bei der Sturmstärke zwar an die zehn dran, das ist aber nichts, was wir nicht gewöhnt sind", sagte Fred Meyer, Sprecher der Reederei Norden-Frisia, die Fahrten nach Norderney und Juist anbietet. Auch nach Borkum, Langeoog und Baltrum sollten die Fähren wie geplant fahren. Die AG Ems stellte allerdings Fahrten mit dem leichteren Katamaran nach Borkum ein.

Am Donnerstag soll sich das Wetter in Deutschland nach den ersten herbstlichen Stürmen wieder beruhigen. Tief "Kirsten" zieht Richtung Baltikum, wo es sich weiter abschwächt, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. In der Nordhälfte Deutschlands werden Temperaturen zwischen 17 und 21 Grad erwartet, dazu kann es vereinzelt Schauer geben. Nach Süden hin bleibe es trocken und zumeist freundlich. Bei Temperaturen bis 25 Grad komme häufiger die Sonne durch. Bereits am Freitag bringt Tief "Lynn" laut DWD erneut wechselhaftes Wetter nach Deutschland, allerdings mit deutlich weniger Wind.