Richtiges Heizen im Herbst und Winter

Steigende Energiepreise: So sparen Sie beim Heizen trotzdem

Nicht jeder Heizkörper muss auf Anschlag aufgedreht sein, um einen Raum gut zu heizen. Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza) erklären, wie man richtig heizt.

Nicht jeder Heizkörper muss auf Anschlag aufgedreht sein, um einen Raum gut zu heizen. Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza) erklären, wie man richtig heizt.

Bild: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

Nicht jeder Heizkörper muss auf Anschlag aufgedreht sein, um einen Raum gut zu heizen. Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza) erklären, wie man richtig heizt.

Bild: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

Die Energiepreise steigen und steigen. Für Verbraucher stellt sich die Frage: Was kann ich tun, um dennoch Geld zu sparen? Ein paar Tipps fürs Heizen.
31.10.2021 | Stand: 09:36 Uhr

Der Anstieg der Energiepreise kennt derzeit scheinbar keine Grenzen. Nicht nur das Tanken ist teuer, auch die Preise bei Heizöl und Co. ziehen an. Gleichzeitig steht der Winter bevor. Grund genug sich darüber Gedanken zu machen, wie man sparsam mit Heizenergie umgehen kann. Mit Hilfe des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza) hat unsere Redaktion ein paar Tipps zusammengetragen.

Bei Warmwasser-Zentralheizungen gibt es einige Punkte zu beachten, die einen effizienten und kostengünstigen Betrieb unterstützen:

  • Zustand der Heizanlage prüfen

    • Zum einen sollte die Heizanlage immer luftfrei sein, empfielt das Energiezentrum in seinen Heiztipps. Ist ein Gurgeln in den Heizkörpern zu hören, lässt das auf Luft im Wasserkreislauf schließen. Luft verschlechtert die Effizienz einer Heizung. Also Heizung zeitnah entlüften. Dabei ist allerdings das richtige Vorgehen wichtig, um Verletzungen durch heißes Wasser zu vermeiden. Eine Anleitung dafür gibt es auf der Webseite des eza. Wer sich unsicher ist, sollte einen Fachmann die Heizung entlüften lassen.
    • Damit der Heizkreislauf auch luftfrei bleibt, ist es wichtig, dass ausreichend Wasser und damit ein gewisser Druck vorhanden ist. Laut Empfehlungen des eza sollte dieser in Einfamilienhäusern zwischen einem und zwei Bar liegen.
    • Der Heizkessel sollte regelmäßig gewartet werden, weil Schmutz in der Brennkammer gerade neue Heizanlagen schädigen kann und ebenfalls die Wärmeübertragung behindert.
  • Heizkörper freihalten

    • Heizkörper sollten immer genügend Verbindung zum Raum haben, um diesen gut heizen zu können. Wer seine Heizkörper hinter Vorhängen versteckt oder das Sofa ohne Abstand davor schiebt, verschenkt laut Experten Energie. Genauso wichtig ist auch, dass die Thermostate (Ventil am Heizkörper, das die Raumtemperatur regelt) nicht von der Raumluft abgeschirmt werden, damit sie richtig regeln können.
    • Sind in einem Raum mehrere Heizkörper, ist es wichtig, dass alle Heizkörper auf die gleiche Stufe eingestellt werden und somit gleichmäßig heizen.
    • "Man sollte auch schauen, dass Heizkörper einigermaßen sauber sind. Dicke Staubschichten im Innern wirken isolierend und vermindern die Effizienz", sagt Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu in Kempten. Mit geeigneten Bürsten lassen sich Heizkörper reinigen.
  • Voreinstellungen einer Heizanlage

    • "Je schlechter ein Haus isoliert ist, desto sinnvoller ist es, die Raumtemperatur zum Beispiel in der Nacht oder wenn man tagsüber auf der Arbeit ist abzusenken", sagt Sambale. Dazu könne man die Heizkurve der Heizanlage entsprechend anpassen. Bei modernen Häusern, die dem Passivstandard entsprechen, falle dieser Punkt nicht ins Gewicht. Passivhäuser sind besonders gut isolierte Bauten, die sich durch entsprechende Bautechnik passiv heizen und kühlen. Bei diesen macht es Sinn, eine passende Temperatur konstant zu halten, sagt Sambale.
    • Grundsätzlich sollte eine Heizungsanlage auf dem richtigen Temperaturniveau arbeiten. "Wenn es bei voll aufgedrehten Heizkörpern (Stufe 5) in der Wohnung nicht übermäßig warm wird, dann arbeitet die Heizanlage, die normalerweise nach der Außentemperatur regelt, optimal", sagt Sambale.
    • Der Stromverbrauch von Heizungspumpen kann hoch sein. Hört man in einer Heizungsanlage starke Strömungsgeräusche, spricht das dafür, dass die Pumpe mit zu viel Leistung läuft.
  • Richtiges Lüften spart Heizkosten

    • Stoßlüften anstatt Fenster zu kippen ist ein alter, aber immer noch aktueller Tipp. Wer frische Luft in seinen Räumen haben will, sollte möglichst alle Fenster öffnen, damit die Luft schnell ausgetauscht wird. So können die Wände nicht so stark abkühlen und geben ihre Wärme anschließend an die frische Raumluft ab. Wer eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher hat, braucht laut eza-Experten im Prinzip gar nicht zu lüften.
Wer einen schnellen Luftaustausch erreichen will, ohne zu viel Heizenergie zu verschwenden, sollte Stoßlüften anstatt die Fenster zu kippen.
Wer einen schnellen Luftaustausch erreichen will, ohne zu viel Heizenergie zu verschwenden, sollte Stoßlüften anstatt die Fenster zu kippen.
Bild: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

(Lesen Sie auch: Tanken und Heizen so teuer wie nie? Diese Grafiken zeigen die Preisentwicklung)

Sparmöglichkeiten bei warmem Brauchwasser

Laut den Experten des Umweltzentrums macht die Warmwasserversorgung etwa 15 Prozent des Energieverbrauchs eines Durchschnittshaushalts aus. Jeder Liter gespartes Warmwasser spart daher Energie und Geld.

  • Sparduschkopf

    • Mit einem Sparduschkopf lässt sich beim Duschen laut den Experten mehr als 50 Prozent Wasser sparen. Bei diesen Duschköpfen wird dem Wasserstrom mehr Luft beigemischt, sodass sich der Wasser-Luft-Strahl bei weniger Wasserverbrauch ähnlich anfühlt wie ein voller Wasserstrahl.
  • Richtige Wassertemperatur

    • Die Wassertemperaturen sind oft zu hoch eingestellt. Wer einen Durchlauferhitzer hat, zum Beispiel eine Gastherme, der kann im Prinzip die Temperatur so einstellen, dass man beim Duschen wenig oder kein Kaltwasser mehr zumischen muss.
    • Bei Anlagen mit Warmwasserspeicher sollte die Speichertemperatur in Einfamilienhäusern aus Hygienegründen 50 Grad Celsius betragen. Ab drei Wohneinheiten empfehlen die eza-Experten 60 Grad Celsius.
  • Freie Leitungen und Zirkulationskreisläufe

    • In manchen Kellerräumen verlaufen deckenseitig offene Leitungen, welche unisoliert sind. Diese sollte man laut Experten des Energiezentrums nachträglich isolieren.
    • Zirkulationspumpen für Warmwasser sollten nur dann laufen, wenn auch wirklich Warmwasser benötigt wird. Dabei können Zeitschaltuhren helfen.

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