Strompreis: Überblick über neue Tarife

Strompreise: Für einige Kunden im Allgäu wirds nächstes Jahr teurer

Die Strompreise im Allgäu steigen – aber nicht für alle Abnehmer. Einige Tarife erhöhen sich – ein Großteil bleibt jedoch konstant. Und zwei Anbieter wollen sogar ihre Strom-Produkte billiger machen.

Die Strompreise im Allgäu steigen – aber nicht für alle Abnehmer. Einige Tarife erhöhen sich – ein Großteil bleibt jedoch konstant. Und zwei Anbieter wollen sogar ihre Strom-Produkte billiger machen.

Bild: Matthias Becker

Die Strompreise im Allgäu steigen – aber nicht für alle Abnehmer. Einige Tarife erhöhen sich – ein Großteil bleibt jedoch konstant. Und zwei Anbieter wollen sogar ihre Strom-Produkte billiger machen.

Bild: Matthias Becker

Die Energieversorger informieren dieser Tage über die Strompreise für 2021. Mancher Vier-Personen-Haushalt muss mit Mehrkosten rechnen. Mancher aber nicht.
12.11.2020 | Stand: 10:37 Uhr

Wenn im Herbst die Blätter fallen, steigt meistens der Strompreis. Regelmäßig geben die Energieversorger im November die neuen Tarife für das kommende Jahr bekannt. Auch heuer vermelden die Energieversorger in Deutschland die eine oder andere Erhöhung. Im Allgäu muss ein Teil der Kunden für 2021 mit zwei bis drei Prozent steigenden Strompreisen rechnen. Unterm Strich bedeutet das für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt eine Mehrbelastung von etwa 25 Euro pro Jahr. Für einen anderen Teil der Abnehmer bleiben die Preise stabil.

Strompreise im Allgäu: Zwei Komponenten entscheiden

Der Strompreis, den die Kunden zahlen müssen, setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Grundpreis und dem Arbeitspreis. Der Grundpreis bezeichnet eine monatliche pauschale Grundgebühr, die unabhängig vom Verbrauch anfällt. Der Arbeitspreis ist der Preis für den verbrauchten Strom in Cent pro Kilowattstunde. Der Arbeitspreis setzt sich wiederum aus Beschaffungskosten, Netzentgelten, Konzessionsabgaben, staatlichen Steuern und Abgaben zusammen. Vom gesamten Arbeitspreis sind knapp 77 Prozent des Strompreises für die Energieversorger vorgegeben und nicht beeinflussbar. Der Anteil, den die Energieversorger verantworten, beträgt gut 23 Prozent.

Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und seine acht Partner im Verbund „Allgäu-Strom“ versorgen im Raum Kempten, Oberallgäu und Kleinwalsertal etwa 85. 000 Kunden mit Strom. Für 48. 000 Kunden davon ändert sich in 2021 nichts. Auf 37. 000 Kunden kommt jedoch eine Erhöhung zu. So steigt der Basis-Tarif von „Allgäu-Strom“ bei einem Durchschnittsverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts von 3.500 Kilowattstunden (kWh) im Jahr um 2,15 Prozent oder 25 Euro auf 1.192 Euro brutto.

ÄUW: Steigende Netzentgelte sorgen für höhere Preise beim Strom

Gründe für die „moderate Erhöhung“ sind laut AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke steigende Netzentgelte, die das AÜW an die Netzbetreiber zahlen muss, und der laufende Umbau der Messeinrichtungen. Zug um Zug wurden bereits und werden in den nächsten Jahren die alten schwarzen Messkästen durch moderne digitale Geräte ersetzt (Lesen Sie auch: Deutschland steigt bis spätestens 2038 aus der Kohle aus).

Auch beim Großteil der Stromprodukte der Augsburger Lechwerke (LEW) gibt es zum Jahreswechsel keine Änderungen beim Preis. LEW deckt unter anderem die Stadt Memmingen, das Unterallgäu sowie Teile des nördlichen Oberallgäus und Ostallgäus ab. Preisänderungen gibt es laut Presse-Sprecher Ingo Butters nur bei einigen wenigen Stromprodukten, bei denen nach mehrjähriger Preiskonstanz der Preis zum Jahreswechsel neu kalkuliert wird. Diese Tarife steigen im Schnitt (3500 kWh/Jahr) um 5,92 Euro pro Monat. Unverändert bleibt dagegen das Produkt „Strom 36 max“, wiederum bei 3.500 kWh Jahresverbrauch, mit 1157 Euro.

VWEW Kaufbeuren: "Durch die Bank stabil"

Bei der Preis-Rallye 2021 nicht dabei sind die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW) Kaufbeuren. Bei dem Unternehmen, das von Mindelheim über Kaufbeuren bis nach Marktoberdorf aktiv ist, „bleiben die Preise durch die Bank stabil“, sagt Marketing-Leiter Norbert Rathe. Das liege vor allem daran, dass VWEW den nicht selbst produzierten Strom bereits vor Jahren im Voraus an der Leipziger Strombörse zu günstigen Konditionen eingekauft habe.

Die Elektrizitätswerke Reutte (EWR), die auch das Füssener Land versorgen, erhöhen ihren Privatkundentarif ewr.PUR mit hundert Prozent erneuerbarer Energie bei 3.500 kWh/Jahr um etwa zwei Euro auf 1.112 Euro.

"Leicht rückläufige Entwicklung"

Neben den Allgäuer Kraftwerksbetreibern bieten auch einige Energiehändler in der Region Strom an. Marc Deisenhofer, Geschäftsführer von Präg in Kempten, meldet „eine leicht rückläufige Preisentwicklung“. So sinkt in seinem Unternehmen das Angebot für die durchschnittliche Stromabnahme (3.500 kWh/Jahr) um 2,5 Prozent auf 1.111 Euro. Die Keslar GmbH (Kempten) senkt ebenfalls für einen Großteil der Bestandskunden laut Prokurist Andreas Hausmann ihren Strompreis, der je nach Netzgebiet leicht differenziert. Im Bereich von Allgäu-Netz zum Beispiel beträgt der Keslar-Preis (3.500 kWh/Jahr) 1.139 Euro, im LEW-Netz 1.065 Euro. Keslar liefert ausschließlich Öko-Strom. Nur der im Jahr 2020 angepasste Neukundentarif steigt geringfügig im Vergleich zum Vorjahr.