Hochwasser

Tauwetter lässt die Pegel steigen: So ist die aktuelle Lage im Allgäu

Die schmelzenden Schneemassen haben in Obermaiselstein dafür gesorgt, dass ein Bach überläuft und dadurch ein Wohnhaus und einen Reiterhof überschwemmt wurden. Rund 60 Einsatzkräfte waren am Freitagmorgen im Einsatz.

Die schmelzenden Schneemassen haben in Obermaiselstein dafür gesorgt, dass ein Bach überläuft und dadurch ein Wohnhaus und einen Reiterhof überschwemmt wurden. Rund 60 Einsatzkräfte waren am Freitagmorgen im Einsatz.

Bild: Benjamin Liss

Die schmelzenden Schneemassen haben in Obermaiselstein dafür gesorgt, dass ein Bach überläuft und dadurch ein Wohnhaus und einen Reiterhof überschwemmt wurden. Rund 60 Einsatzkräfte waren am Freitagmorgen im Einsatz.

Bild: Benjamin Liss

Das Tauwetter lässt in Bayern weiter die Flusspegel steigen. So ist die aktuelle Lage am Sonntag.
31.01.2021 | Stand: 12:01 Uhr

Update, Sonntag, 11 Uhr: Hochwasser-Lage im Allgäu: Experten geben Entwarnung

Laut Deutschem Wetterdienst werden bis Montagmorgen in Nordbayern keine relevanten Niederschlage und in Südbayern lediglich geringe Mengen unter 5 mm erwartet. Die Hochwasserwellen verlagern sich weiter flussabwärts, das Hochwassergeschehen wird sich nicht verschärfen.

Update, Samstag, 22.30 Uhr: Hochwasser-Lage im Allgäu hat sich vorerst entspannt

Bis zum späten Samstagabend hat sich die Hochwasser-Situation im Allgäu vorerst beruhigt. Größere Vorkommnisse gab es nicht - seit 19.30 Uhr vermeldet die Polizei in Kempten in der gesamten Region keinen einzigen witterungsbedingten Einsatz mehr.

Dramatisch ist wegen des vielen Regens bis in die hohen Lagen dagegen die Lawinen-Situation in den Allgäuer Bergen - besonders rund um Oberstdorf. Hier hat es seit Donnerstag schon über 50 Lawinen-Abgänge gegeben. Die Hintergründe und was ein Lawinen-Experte rät, erfahren Sie hier.

Update, Samstag, 18.30 Uhr: Erhebliche Lawinengefahr in den Alpen

In den bayerischen Alpen besteht weiterhin ein erhebliches Lawinenrisiko. Oberhalb von 1.600 Metern gehe die Hauptgefahr von Triebschnee aus, teilte der Lawinenwarndienst Bayern mit. Das Gewicht eines einzelnen Skifahrers könne bereits sogenannte Schneebretter auslösen. Die Lawinenwarnstufe lag am Samstag deswegen bei 3 von 5.

Auf steilen Hängen könnten sich Lawinen bis in die mittleren Lagen wegen des Regens in den Alpen auch von selbst lösen. In den vergangenen Tagen hatte es im Freistaat verbreitet geregnet, für Höhenlagen der Allgäuer Alpen hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Starkregen und starkem Tauwetter gewarnt.

Update, Samstag, 16.30 Uhr: Surfer nutzen Wassermassen in der Wertach

Tauwetter und Regen haben auch im Raum Marktoberdorf Wertach und Co. anschwellen lassen. Außer überfluteter Wiesen gibt es bis zum Nachmittag aber kaum größere Schäden zu berichten. Einige Surfer haben die starke Strömung der Wertach sogar dazu genutzt, sich ein wenig aufs Brett zu wagen. Dabei ist freilich Vorsicht geboten - reißende Wassermassen sollten niemals unterschätzt werden. Die Bilder dazu sehen Sie hier.

Update, Samstag, 12 Uhr: Teils Hochwasserwarnstufe 3 in Bayern erreicht

Durch Schneeschmelze und Regen sind am Samstag in Bayern die Hochwasserwarnstufen eins und zwei in vielen Regionen erreicht worden. Bei solchen Überflutungen werden zumeist aber nur Felder oder Straßen unter Wasser gesetzt. Mitunter stieg das Wasser aber auch auf Stufe drei, wie der Hochwassernachrichtendienst des Umwelt-Landesamtes in Augsburg berichtete.

Die Regenfälle sollen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Sonntag allmählich in Schnee übergehen. Die Niederschläge würden nachlassen. Dadurch werde das Hochwassergeschehen in den betroffenen Regionen nicht weiter verschärft, heißt es im am Samstag veröffentlichten Lagebericht des Hochwassernachrichtendienstes.

Bilderstrecke

Tauwetter und Regen im Ostallgäu: Viel Wasser, wenig Schäden

Update, Samstag, 11 Uhr: Lengenwanger Mühlbach tritt über die Wiesen

Tauwetter und Regen haben in Lengenwang den Mühlbach anschwellen lassen. "Das Wasser drängt aus dem flachen Bachbett raus", schildert unser Mitarbeiter vor Ort. Mehr dazu lesen Sie hier.

Update, Samstag, 10 Uhr: Polizei am Bodensee warnt vor überschwemmten Straßen

Das Polizeipräsidium warnt aufgrund der anhaltenden Regenfälle weiterhin vor der Gefahr überschwemmter Straße. Überschwemmte Straßen waren bereits am Freitag im Bodenseekreis der Grund für zahlreiche Sperrungen. Betroffen waren hiervon allerdings fast ausschließlich Nebenstraßen, weil kleinere Bäche über die Ufer getreten sind, teilte die Polizei mit.

Update, Samstag, 7 Uhr: Weiter Dauerregen, bislang aber keine Schadensmeldungen

Regen ohne Unterlass: In weiten Teilen des Allgäus setzt sich das Schmuddelwetter heute Vormittag fort. Vielerorts sind Bäche und Flüsse über die Ufer getreten. Schadensmeldungen aus der vergangenen Regennacht liegen bislang indes für das Allgäu nicht vor.

Das durch die Schneeschmelze und Regen verursachte Hochwasser soll am Wochenende über die Donau ablaufen. Die Städte Regensburg, Straubing, Deggendorf und Passau bereiten sich deswegen auf mögliche Überschwemmungen vor.

Größere Überflutungen in den Ortschaften wurden zunächst aber nicht erwartet. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern warnte allerdings: "Für die Donauprognose bleibt aber die weitere Entwicklung an den Zuflüssen noch abzuwarten."

Zusätzlich müssen die Menschen in Bayern am Wochenende auch wieder in einigen Gegenden mit Glätte rechnen. Der Regen gehe vermehrt wieder in Schnee über, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Auch Sturmböen waren angekündigt. Für den Alpenrand gab es eine Unwetterwarnung. Bis Sonntag sollten sich dort die Wassermengen durch Regen und Schneeschmelze mitunter auf 100 bis 180 Liter pro Quadratmeter summieren.

So berichteten wir am Freitag

Tauwetter und anhaltende Regenfälle haben am Freitag in mehreren Regionen Bayerns zu Überschwemmungen geführt. Vor allem Ober- und Unterfranken waren betroffen. Aber auch in anderen Landesteilen traten Bäche und Flüsse über die Ufer.

Wiesen im Allgäu unter Wasser

Im Allgäu standen am Freitagnachmittag bereits etliche tief liegende Wiesen unter Wasser. In Stetten im Unterallgäu rollte ein Auto in einen Bach und wurde von der starken Strömung mitgerissen. Schließlich wurde der Wagen unter einer Brücke eingeklemmt.

Die Pegel in der Region waren aber auch am Freitagabend laut Hochwassernachrichtendienst Bayern noch unter der ersten Meldestufe." In Südbayern wird für die alpinen Gebieten und deren Flüsse Iller/Lech, Isar und Inn weiterhin nicht mit Überschreitungen von Meldestufen gerechnet, es kann an kleineren Gewässern aber auch zu leichten Ausuferungen kommen. Nur im Unterlauf der Iller wird für Wiblingen derzeit auch Meldestufe 2 prognostiziert", so der HND.

Bilderstrecke

Tauwetter und Dauerregen sorgen für Überschwemmungen im Allgäu

Vielerorts stiegen die Pegelstände bereits im Tagesverlauf in die Hochwasserwarnstufen eins oder zwei. Bei solchen Überflutungen werden zumeist aber nur Felder oder Straßen unter Wasser gesetzt. An mehreren Gewässern wie der Itz, der Schwarzach und der Kleinen Vils wurde Stufe drei erreicht, bei der auch bereits einzelne Gebäude überflutet werden können. Teilweise mussten Feuerwehren mit Sandsäcken Barrieren bauen oder Keller auspumpen.

Im Donaueinzugsgebiet sei mit kleineren Überflutungen bis Meldestufe 2 zu rechnen. Das betreffe Günz, Kammel, Mindel, Zusam, Schmutter, Paar, Schwarze Laber, und das Naabeinzugsgbiet, so der Hochwassernachrichtendienst Bayern. Insbesondere in den Einzugsgebieten von Vils, Regen und Rott könnten dabei die Wasserstände auch noch bis in den Übergang zu Meldestufe 3 steigen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll es in Bayern in den nächsten Tagen weiter regnen und warm bleiben. Die Temperaturen erreichen laut den Meteorologen am Samstag bis zu zehn Grad. Auch nachts sollen sie bis zum Wochenende oftmals im positiven Bereich bleiben.