Brandbrief an Merkel und Söder

„Touristisch und wirtschaftlich fatal": Oberallgäuer Landrätin und 18 Bürgermeister gegen Schließung von Skibetrieben

Bürgermeister aus dem Oberallgäu setzen sich in einem Brief gegen die Schließung von Skibetrieben in der Corona-Krise ein.

Bürgermeister aus dem Oberallgäu setzen sich in einem Brief gegen die Schließung von Skibetrieben in der Corona-Krise ein.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Bürgermeister aus dem Oberallgäu setzen sich in einem Brief gegen die Schließung von Skibetrieben in der Corona-Krise ein.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Bürgermeister aus dem südlichen Oberallgäu appellieren an Spitzenpolitiker, die Schließung der Skigebiete aufzuheben
03.12.2020 | Stand: 19:47 Uhr

Ein nunmehr verspäteter Start in die Wintersaison oder gar ein Ausfall der Einnahmen während der Weihnachtsferien wäre „touristisch wie wirtschaftlich fatal“ und würde Existenzen gefährden. So steht es in einem Offenen Brief des Oberstdorfer Bürgermeister Klaus King an Bundeskanzlerin Merkel, Innenminister Seehofer, Ministerpräsident Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger. Unterzeichnet ist das Schreiben auch von den 17 anderen Bürgermeistern der mehr oder weniger vom Tourismus lebenden Städte und Gemeinden im südlichen Oberallgäu sowie von der Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller.

Gerade die Bergbahnen und Skiliftbetreiber, sowie Hotellerie, Gastronomie und Vermietungsbetriebe für Ferneinwohnungen verfügten bereits aus der Sommersaison in der Corona-Krise über praktizierte, bewährte und auf die Anforderungen des Winters übertragbare Hygienekonzepte, die auch kontrolliert werden könnten, heißt es in dem Brief weiter.

Es folgt der Appell: „Wir bitten Sie daher als Bürgermeister und Landrätin von bayerischen Tourismusorten mit maßgeblicher Schneesportrelevanz und existenziellem Standbein im alpinen Wintersport, sowohl den Skigebieten insgesamt, als auch deren Bergbahn-, Skilift-, Hotellerie-, Gastronomie- und Beherbergungsbetreibern diese Existenz nicht zu nehmen.“

Verfügen die Wintersportorte spätestes zu Beginn der Weihnachtsferien über dieses touristische Angebot nicht, werde dies Auswirkungen auf die gesamte Beherbergungsbranche haben, mahnen die Oberallgäuer Kommunalpolitiker. Die Folge wäre eine Absagewelle von gebuchten Winterurlauben und damit die Bedrohung weiterer Existenzen.

Lifte im Walsertal stehen

In Österreich dürfen die Seilbahnen ab 24. Dezember laufen. Der Kleinwalsertaler Bürgermeister Andi Haid teilt jedoch mit, dass die Bergbahnen Oberstdorf-Kleinwalsertal und die Interessengemeinschaft Skipass Kleinwalsertal entschieden haben, sich der bayerischen Regelung anzuschließen, also bis zum 10. Januar nicht zu fahren. Andernfalls wäre der Sonderstatus des Kleinwalsertals in Bezug auf die Risikogebietseinstufung gefährdet. (Lesen Sie auch: Unfälle und Lawinen: Garmischer Rathauschefin will Auskunft von Söder)