Todesfall am Aggenstein

Tragödie am Aggenstein: Mann stirbt vor den Augen seiner Begleiter - Vierter Todesfall in den Bergen innerhalb weniger Tage

Ein Wanderer ist am Aggenstein gestorben.

Ein Wanderer ist am Aggenstein gestorben.

Bild: Zoom Tirol

Ein Wanderer ist am Aggenstein gestorben.

Bild: Zoom Tirol

Erneut ist ein Mensch in den Bergen unserer Region ums Leben gekommen: Am Aggenstein brach ein 71-Jähriger zusammen und starb.
21.07.2021 | Stand: 14:11 Uhr

Ein 71 Jahre alter Wanderer ist bei einer Bergtour am Aggensteig (1986 Meter hoch) in den Allgäuer Alpen gestorben. Nach ersten Informationen erlitt er einen Herz-Kreislauf-Stillstand, wie die Polizei Reutte auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. .

Der Mann war demnach am Dienstag (20. Juli) gegen 16.45 Uhr mit seinem Neffen und Begleitung am Wanderweg von Grän zur beliebten Bad Kissinger Hütte unterwegs. Dort wollten sie übernachten. Nach etwa zwei Drittel des Aufstiegs sackte der Mann am Wanderweg plötzlich zusammen

Seine Begleiter begannen sofort mit der Laienreanimation und setzten einen Notruf ab.

Trotz weiterer Wiederbelebungsmassnahmen des alarmierten Notarztteam von „RK2“ verstarb der Deutsche noch am Unfallort in etwa 1500 Metern Seehöhe. Der Verstorbene wurde mittels Tau vom Polizeihubschrauber "Libelle Tirol" ins Tal nach Grän geflogen. Zur genauen Todesursache des Senioren aus Hessen wurde eine Obduktion angeordnet.

Vierter Todesfall in den Bergen der Grenzregion

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Damit findet eine Serie von Todesfällen in den Bergen der Allgäuer Alpen sowie des Lechtals und des Bregenzerwaldgebietes eine weitere traurige Fortsetzung.

Glück in großer Not hatten am Sonntag (18. Juli) ein 13-Jähriger und sein Vater, die im Klettersteig an der Kanzelwand in Notlage geraten sind. Der Bergwacht Oberstdorf gelang es in einer aufwändigen Abseilaktion bei Nebel und Regen die beiden völlig erschöpften und durchnässten Alpinisten zu retten.

"Da die Menschen wegen Corona noch nicht wie gewohnt überhall hin vereisen können, sind derzeit viel mehr Menschen als sonst in den Bergen unterwegs. Deshalb passieren auch mehr Unfälle", nannte ein Polizeisprecher aus Reutte als möglichen Grund.

Bergtour planen: Das rät die Bergwacht

Völlig unabhängig von den dramatischen Fällen rät die Bergwacht generell Touren in die Berge sorgfältig und umsichtig zu planen. Folgende Tipps gibt Hannes Bruckdorfer von Bergwacht Füssen-Schwangau.

  • Wie fit bin ich? Wie schwierig ist das Gelände? Wo mache ich Pausen? Wie wird das Wetter? Mit Fragen wie diesen sollten sich jeder Wanderer und jede Wanderin vor einer Bergtour gründlich auseinandersetzen.

  • Auf die richtige Ausrüstung achten: Festes Schuhwerk, Wechselklamotten und Regenschutz gehören dazu.

  • Rucksack mit Bedacht packen: Ausreichend Essen und Trinken mitnehmen.

  • Für Notfälle an Handy und Erste-Hilfe-Set denken.

  • Die lokalen Wetterprognosen berücksichtigen: Der Bergwetter-Service des Deutschen Alpenvereins ist eine gute Informationsquelle. Auch Warnungen von lokalen Experten sollte Gehör geschenkt werden. Im Zweifelsfall: Lieber die Tour verschieben, als sich in Gefahr zu begeben.

  • Zeitig aufbrechen: Ein guter Start für eine Bergtour ist zwischen 7 und 8 Uhr. Wer mittags losläuft, riskiert es, in ein Nachmittagsgewitter zu kommen.

  • Im Notfall die 112 wählen. Die europaweit einheitliche Notrufnummer ist kostenlos aus allen Mobilfunknetzen zu erreichen.

  • Auf Koordinaten achten. Für die Helfer ist es im Notfall extrem wichtig, den exakten Aufenthaltsort zu erfahren. Vor der Tour empfiehlt es sich, dazu eine spezielle App aufs Handy zu laden. Zum Beispiel: Send my GPS location. Auch auf den neueren Wanderschildern sind Koordinaten meist angegeben.