15 Anzeigen bei Kontrolle in Memmingen

Fünf Autos sichergestellt: Neue Kontrollgruppe soll Auto-Poser in Schach halten

Polizeikontrolle

Die Tuning- und Poser-Szene im Allgäu soll in Zukunft stärker kontrolliert werden.

Bild: Christoph Lotter

Die Tuning- und Poser-Szene im Allgäu soll in Zukunft stärker kontrolliert werden.

Bild: Christoph Lotter

Eine neue Gruppe der Polizei soll dafür sorgen, dass es im Allgäu weniger illegale Autorennen und Lärm gibt. Erst am Wochenende gab es zahlreiche Verstöße.
14.07.2021 | Stand: 11:48 Uhr

llegale Autorennen, übermäßige Lärmbelastung der Anwohner durch aufheulende Motoren, gefährliche Fahrmanöver und illegale, teils verkehrsgefährdende Anbauten an Kraftfahrzeugen - die „Autoposer“-Szene hat in den vergangenen Monaten vielerorts zunehmend für Polizeieinsätze gesorgt. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West hat nun eine Kontrollgruppe gegründet. Seit vier Wochen führen die speziell geschulten Beamten an Treffpunkten der Szene regelmäßig Verkehrskontrollen durch.

Dabei ginge es aber ausdrücklich nicht darum, Personen zu kriminalisieren die ihrem Hobby nachgehen und An- und Umbauten fachgerecht und ordnungsgemäß vornehmen, heißt es vonseiten des Polizeipräsidiums: "sondern um die Wenigen, die mit illegalem Tuning und durch gefährliche Fahrmanöver die Szene in Verruf bringen".

Auch bei den jüngsten Kontrollen am vergangenen Wochenende in Memmingen wurden erneut fünf Fahrzeuge sichergestellt und 15 Fahrer wegen nicht zulässiger Umbauten und zu lauten Abgasanlagen angezeigt. Mehrfach wurde Fahrzeugen die Weiterfahrt untersagt, weil die Betriebserlaubnis erloschen ist.

Fünf Autos bei Kontrolle in Memmingen sichergestellt

Drei Autos mussten abgeschleppt werden, fünf Fahrzeuge wurden sichergestellt und einem technischen Sachverständigen vorgeführt. So wurde beispielsweise ein Audi A6 stillgelegt, an dem das Luftfahrwerk manipuliert war. Auch Fahrzeuge mit nicht funktionierenden Katalysatoren wurden beanstandet. Bei anderen Fahrzeugen konnten Umbauten an Turboladern und Softwaremanipulationen festgestellt werden.

"König der Kontrollen" war ein 40-Tonner-Sattelzug der mit über 100 Dezibel Lautstärke an einer Polizeistreife vorbeifuhr, berichtet die Polizei. Die anschließende Verkehrskontrolle erbrachte, dass an dem Lkw der Auspuff manipuliert war und somit per Schalter die Abgase am Katalysator in ohrenbetäubender Lautstärke vorbeigeleitet werden. Der Lkw wurde sichergestellt und steht nun beim Gutachter. (Lesen Sie auch: Tuning-Kontrolle in Memmingen: Polizei stellt drei Autos sicher)

19-Jähriger sorgt zweimal mit Lamborghini für Ärger

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Am frühen Sonntagmorgen fiel auch ein Lamborghini auf, der mit lautem Motorknallen durch die Europastraße fuhr und zudem noch den Motor aufheulen ließ. Bei der anschließenden Kontrolle musste er für diesen unnötigen Lärm ein Bußgeld zahlen. Der 19-jährige Fahrer wurde von der Polizei belehrt, dass er das gemietete Fahrzeug nicht in dieser Lautstärke bewegen darf.

Als er seine Fahrt fortsetzte, wurde er von der Polizei beobachtet, wie er erneut den Motor knallen und aufheulen ließ. Er wurde erneut angehalten und musste erneut ein Bußgeld bezahlen. Der junge Mann gab daraufhin bekannt, dass er nun keine Lust mehr habe und jetzt nach Hause fahren wird.

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