Corona-Impfung

Unterallgäuer Landrat Alex Eder fordert Impfvorrang für Ältere

Corona Impfstoff

Biontech-Impfungen, wie hier in der Kemptener Ari-Kaserne, sind derzeit gefragt.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Biontech-Impfungen, wie hier in der Kemptener Ari-Kaserne, sind derzeit gefragt.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Der Unterallgäuer Landrat Alex Eder spricht sich für eine Rückkehr zur Priorisierung aus. Experten halten andere Maßnahmen dagegen für eine bessere Lösung.
23.11.2021 | Stand: 18:55 Uhr

Der Unterallgäuer Landrat Alex Eder (Freie Wähler) hat sich dafür ausgesprochen, Termine im Bad Wörishofer Impfzentrum wieder nach Priorität zu vergeben. Damit sollen ältere und vorerkrankte Menschen so schnell wie möglich geschützt werden – egal, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung handelt. Denn bei dieser Gruppe seien schwerere Krankheitsverläufe wahrscheinlicher.

Er befürchte, dass ältere Menschen durch längere Wartezeiten „unnötig in Gefahr gebracht werden“. Eder hat sich an Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gewandt, denn für die Priorisierung wäre die Staatsregierung zuständig. Die Idee stößt jedoch nur bedingt auf Unterstützung.

Bürokratieloses Impfen statt Priorisierung

Mit einer Rückkehr zur Impfung nach Priorität sei nicht viel gewonnen, sagt der Ärztliche Leiter der Ostallgäuer Impfzentren, Gregor Blumtritt. „Die Priorisierung ist ein sinnvoller Gedanke, aber nicht sinnvoll durchzuführen.“ Derzeit seien bereits viele Termine bis in den Januar vergeben, diese abzusagen und neu zu organisieren, schaffe Frustration. Blumtritt sieht das Problem eher in der Knappheit des Biontech-Impfstoffs. „Wenn wir alle über 30 mit Moderna boostern dürften, gäbe es keinen Impfstoffmangel.“ (Lesen Sie auch: Eder: „Kämpfe wie jeder andere Landrat mit aller Kraft gegen das Virus")

Auch der Oberallgäuer Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, Alexander Schwägerl, hält die Rückkehr zur Priorisierung nicht für den richtigen Weg. „Für die Bekämpfung einer Pandemie ist es erforderlich, dass wir in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Personen impfen.“ Dafür benötige man möglichst viele Biontech-Impfungen, da hier die Aufklärung der Patienten schneller gehe.

Wichtig sei auch ein möglichst bürokratieloses Impfen. Laut Alexander Schwägerl wurden im Impfzentrum in Kempten vergangene Woche 2100 Boosterimpfungen durchgeführt, bei denen 1760 Geimpfte älter als 50 Jahre waren. Demgegenüber standen lediglich 648 Erst- und 413 Zweitimpfungen. (Lesen Sie auch: So wird die 3G-Regel in Bus und Bahn kontrolliert - und diese Strafen drohen)

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