Mountainbike

Unterjocher hält Profi-Mountainbiker mit besonderen Methoden fit

matthias beck

Matthias Beck aus Unterjoch betreut seit vielen Jahren als Teamchef die Profi-Mountainbiker von „Maloja Pushbikers“. In den letzten Tagen schickte Beck ein Foto vom Trainingslager in Naturns in Südtirol. Rechts am Bildrand ist Reinhold Messners Schloss Juval am Eingang zum Schnalstal zu sehen.

Bild: Piotr Staron

Matthias Beck aus Unterjoch betreut seit vielen Jahren als Teamchef die Profi-Mountainbiker von „Maloja Pushbikers“. In den letzten Tagen schickte Beck ein Foto vom Trainingslager in Naturns in Südtirol. Rechts am Bildrand ist Reinhold Messners Schloss Juval am Eingang zum Schnalstal zu sehen.

Bild: Piotr Staron

Matthias Beck aus Unterjoch betreut seit vielen Jahren ein professionelles Mountainbike-Team. Der 58-Jährige schwört auf Naturverbundenheit und Spiritualität.
15.04.2021 | Stand: 19:00 Uhr

Haben Ethik und Spiritualität im Sport Platz? Statt Ego und Rücksichtslosigkeit. Ja, meint Matthias Beck. Der 58-Jährige aus Unterjoch betreut zusammen mit Fabian Haug die „Maloja Pushbikers MTB“, ein Team von sechs Profi-Bikern (drei Männer, drei Frauen), die überwiegend im UCI Cross Country Weltcup fahren. Seit 1996 ist Mountainbike (MTB) auch olympisch.

Das internationale Sportler-Team kommt aus Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn und Israel. Drei Männer und drei Frauen, Weltmeisterin und zwei Europameister, dazu Weltranglisten-Erste in der Teamwertung. Das nur ein paar herausragende Erfolge.

Mit dabei sind drei Mechaniker und drei Helfer, zwei Physiotherapeuten und ein Koch. Die zentrale Säule von Becks Philosophie heißt: was mir nützt, soll auch anderen nützen. So funktioniere das natürliche Prinzip der Nachhaltigkeit, ist der 58-Jährige überzeugt. Auf Kosten anderer sei nur kurzfristiger Erfolg möglich. „Dieses Gesetz gilt immer und überall. Warum soll das im Sport anders sein als zum Beispiel im Familienleben?“

Kein Fleisch, dafür Wasser, Kräuter und Rohkost

Aus diesem ersten Prinzip ergibt sich automatisch das zweite: eine gesunde Bio-Ernährung, für die keine anderen Lebewesen ausgebeutet werden, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze. Fast logisch, dass auch eine große Naturkost-Firma aus dem Unterallgäu zu den 35 Partnern der Pushbikers gehören.

Großes Gewicht hat reines, natürliches Wasser. Fleisch gibt es bei Teamcamps und Wettkämpfen nie. Öfter stehen Wildkräuter und Rohkost auf dem Tisch. „Frisches Bio-Gemüse und die besten Cerealien, damit decken wir locker den Proteinbedarf“, so Beck. „Wenn Fleisch, dann müsste es eigentlich roh sein, um die Proteine optimal zu verwerten“, grinst er. Auch bei Nahrungsergänzungspräparaten und -konzentraten gilt für ihn: „Je weniger der Mensch verändert, desto besser.“

Lesen Sie auch
##alternative##
Mountainbike-Profi

Westallgäuerin Sophia Wiedenroth gewinnt Weltcup-Rennen in Monaco

Der erhöhte Mineralienbedarf lasse sich gut durch grüne mineralische Tonerde abdecken, hat Beck herausgefunden. Davon würde er gern ein Produkt entwickeln und für die Sportler nutzen, hat aber noch keine Firma gefunden, die seine Qualitätsansprüche abdecken kann.

Beck war Alpintrainer der deutschen Ski-Nationalmannschaft

Die Laufbahn des gebürtigen Gunzesrieders begann als Alpintrainer in der deutschen Ski-Nationalmannschaft. Auch im Olympiastützpunkt Oberstdorf als Sport- und Trainingswissenschaftler und Rennleiter beim Weltcup in Ofterschwang war er tätig. Danach übernahm sein Bruder Florian diese Aufgaben.

Ab 2001 machte sich Matthias Beck selbstständig mit Produkten der Magnetfeld-Resonanztherapie und biologischer Nahrungsergänzung, experimentierte mit dem Vulkangestein Zeolith, dem auch entgiftende Wirkung nachgesagt wird. Allerdings wurden die Regulierungen für solche Produkte immer komplizierter und für kleine Firmen nicht mehr bezahlbar. „Die wichtigste Person war irgendwann der Lebensmittel-Jurist“, erzählt Beck.

Der Macher zog einen Schlussstrich und entdeckte die MTB-Szene. „Ich war baff: 10 000 und mehr Zuschauer bei Cross-Country-Rennen, wo es rund 90 Minuten über Runden geht mit viel auf und ab.“ Ein gefährlicher Sport mit Protektoren-Schutz? Beck winkt ab: „Die Athleten tragen nur einen Helm, trotzdem passiert relativ wenig.“ Dafür macht er das Können der Sportler und die niedrigen Geschwindigkeiten (im Vergleich etwa zum Skifahren) verantwortlich.

Er rät zum reduzierten Umgang mit dem Handy

Eine andere Vision von Beck: Er würde sein Wissen übers Krafttanken gern zusammenfassen und weitergeben in einem „Regenerations-Mobil“. Bei den Entspannungs- und Konzentrationsübungen für seine Sportler fallen auch Begriffe wie Chakra oder Meditation. Wer möchte, kann das Wort „Gott“ durch „schöpferische Kraft“ ersetzen. Zur Erholung gehört übrigens auch der reduzierte Umgang mit dem Handy. Letztlich geht es ihm um Gesundheit, besonders auch im Sport. Gesundheit, die nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Seele beinhaltet. Gesundheit für sich und andere. Ein großes, zeitloses Thema, das hier auf eine neue Art angepackt wird.

Lesen Sie auch: Im Kreis der Besten - RSC Kempten startet in der Bundesliga