Kommentar zu den Ladenöffnungen

Verunsicherte Händler und Kunden

Nach ersten Lockerungen: In der Kemptner Innenstadt sind wieder viele Menschen unterwegs und erledigen Einkäufe.

Nach ersten Lockerungen: In der Kemptner Innenstadt sind wieder viele Menschen unterwegs und erledigen Einkäufe.

Bild: Ralf Lienert

Nach ersten Lockerungen: In der Kemptner Innenstadt sind wieder viele Menschen unterwegs und erledigen Einkäufe.

Bild: Ralf Lienert

"Im Kampf gegen Corona ist es jetzt das Gebot der Stunde, Impfungen massiv auszuweiten und endlich Massen-Schnelltests anzubieten", kommentiert Rundschau-Leiter Helmut Kustermann.
08.03.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Nach einer höchst frustrierenden Zeit gibt es für den Handel wenigstens ein Lichtlein am Ende des Tunnels. Wenn die Zahl der Neuinfektionen vergleichsweise überschaubar ist, dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Ladenbetreiber in Kempten und im Oberallgäu haben am Montag von dieser neuen Regel profitiert. Zu jenen, die das Nachsehen hatten, gehören die Kaufbeurer Händler. Ende vergangener Woche sah noch alles danach aus, dass auch sie aufsperren dürfen. Doch dann stieg der Inzidenzwert plötzlich sprunghaft an – und aus war der Traum. Jetzt gibt es für Kunden nur Termine nach Vereinbarung.

Der Fall Kaufbeuren

Der Kaufbeurer Fall zeigt die Schattenseite der neuen Regel. Planungssicherheit gibt es weder für Händler noch für Kunden, alle paar Tage kann sich die Lage ins Gegenteil verkehren. Das sorgt für Verunsicherung. Zudem sind die neuen Regeln so kompliziert, dass wohl niemand in der Lage ist, sich alles zu merken. Das schmälert natürlich die Akzeptanz. All das ist die Folge einer Politik, die es offenbar allen recht machen wollte. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass der Druck auf die Regierenden in München und Berlin von allen Seiten riesengroß ist. Und so wäre auch jede andere Entscheidung auf Kritik gestoßen. Im Kampf gegen Corona ist es jetzt das Gebot der Stunde, Impfungen endlich massiv auszuweiten und endlich Massen-Schnelltests anzubieten. Das wäre nicht nur ein Lichtlein, sondern ein kräftig scheinendes Licht am Ende des Tunnels.

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