Bundeswehr-Jets im Tiefflug

Warum am Donnerstag Düsenjets tief über Kempten flogen

Zwei Tornado-Jets der Bundeswehr haben am späten Donnerstagvormittag mehrere Runden über dem Allgäu gedreht. Ihr Fluglärm war vor allem in Kempten zu hören.

Zwei Tornado-Jets der Bundeswehr haben am späten Donnerstagvormittag mehrere Runden über dem Allgäu gedreht. Ihr Fluglärm war vor allem in Kempten zu hören.

Bild: Günter Stauch (Archivbild)

Zwei Tornado-Jets der Bundeswehr haben am späten Donnerstagvormittag mehrere Runden über dem Allgäu gedreht. Ihr Fluglärm war vor allem in Kempten zu hören.

Bild: Günter Stauch (Archivbild)

Immer und immer wieder donnern Düsenjets der Bundeswehr am Donnerstagvormittag über dem Allgäu hinweg. Was es mit dem Fluglärm auf sich hat.
13.11.2020 | Stand: 09:01 Uhr

Zwei Düsenjäger der Bundeswehr sind am Donnerstag um kurz nach 11 Uhr mehrmals über dem Allgäu geflogen - relativ knapp über dem Boden. Der Fluglärm war vor allem in der Stadt Kempten zu hören. Mehrmals drehten die Jets ihre Runden.

Innerhalb von 14 Minuten gab es am Himmel über dem Allgäu in unregelmäßigen Abständen Lärm - typische Geräusche, wie bei Flügen von Kampfjets. Die Bundeswehr führt ab und an routinemäßige Flugübungen über der Region aus. Das sind die Hintergründe.

Bundeswehr: Routineflug von zwei Tornados der Luftwaffe

Am späten Donnerstagvormittag, 12. November, donnerten zwei Düsenjäger immer und immer wieder über die Stadt Kempten hinweg. Ihr Fluglärm war deutlich zu hören. Daraufhin fragte die Redaktion der Allgäuer Zeitung beim Luftfahrtamt der Bundeswehr nach. Das Ergebnis: Bei dem Flugbetrieb handelte es sich nach Auswertung der Radardaten um zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Tornado, bestätigte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. Die beiden Düsenjäger überflogen bei ihrem Routineflug Kempten - exakt zwischen 11.04 und 11.18 Uhr.

320 Meter über dem Boden

In dieser Zeit befanden sich die Tornados in einer Höhe zwischen 1.050 Fuß über dem Boden (das entspricht etwa 320 Meter) und 5.440 Fuß (knapp 1.660 Meter). Ein Verstoß gegen flugbetriebliche Vorschriften wurde nach Angaben des Luftfahrtamts allerdings nicht festgestellt.

Lufträume speziell für Düsenjäger reserviert

Bestimmte Lufträume müssen für Übungsflüge von Bundeswehr-Jets komplett frei von Verkehrsflugzeugen gehalten werden. Nur so könnten die Übungsflüge sicher und effektiv durchgeführt werden, da dafür viel Platz nötig sei, so das Luftfahrtamt.

Zu diesem Zweck sind in Deutschland spezielle Lufträume eingerichtet. Diese werden bei Bedarf für einen bestimmten Zeitraum aktiviert beziehungsweise für den militärischen Flugbetrieb reserviert. Das sind sogenannte Temporary Reserved Airspaces (TRA). Über der Region liegt der TRA Allgäu.

Piloten müssen Regeln einhalten

Während der Aktivierungszeit dürfen sich nur Flugzeuge darin aufhalten, die dafür eine Erlaubnis haben. In der Zeit ist der zuständige Fluglotse dafür verantwortlich, dass die Piloten die geltenden Bestimmungen einhalten. Sobald die Übung oder der Routineflug beendet ist, wird der TRA deaktiviert - oder der nächste Pilot darf mit seiner Maschine in dem Luftraum fliegen.

Auch Hubschrauber sind in der Region unterwegs

In den Herbstmonaten kreisen zudem vermehrt Hubschrauber der Bundeswehr über dem Allgäu. Die Besatzungen trainieren Flüge im Gebirge. Anders als bei Düsenjägern bekommen die Allgäuer Bürger von den Hubschrauber-Flugen relativ wenig mit.