Festival "Musica Sacra"

Warum das Weltreligionen-Festival in Marktoberdorf zeitlich entzerrt wird

PM Ars Choralis Coeln

Singt aus mittelalterlichen Handschriften: der Chor Ars Choralis Coeln.

Bild: Musica Sacra

Singt aus mittelalterlichen Handschriften: der Chor Ars Choralis Coeln.

Bild: Musica Sacra

Wegen Corona verteilt „Musica Sacra“ die Konzerte auf Pfingsten, Sommer und Herbst – live und im Netz. Was die Festivalmacher planen.
09.05.2021 | Stand: 07:00 Uhr

Erneut wirbelt die Corona-Pandemie „Musica Sacra International“ in Marktoberdorf durcheinander. Während die letztjährige Ausgabe des Weltreligionen-Festivals online stattfand, haben sich die Organisatoren nun für eine zeitliche Entzerrung entschieden: Das Festival mit insgesamt neun Ensembles startet zwar am Pfingstwochenende; es läuft dann aber nicht wie üblich bis Montag nach Pfingsten, sondern verteilt sich auf drei weitere Wochenenden im Juli, August und Oktober – und zwar als Hybrid-Version mit Konzerten vor Ort sowie online im Internet.

Diesmal reisen die Ensembles nicht aus aller Welt an - sondern nur aus Deutschland und Österreich

Geplant sind Abendkonzerte, Ateliers, Vorträge, Diskussionen und Gebeten an verschiedenen Orten im Allgäu und darüber hinaus. Die Einschränkungen durch Corona-Regeln wirken sich auch auf die Zusammensetzung des Festivals aus: Die Musiker, Sänger und Ensembles reisen nicht wie früher aus vielen Ländern der Erde an. Diesmal kommen acht der neun Ensembles aus Deutschland, eins stammt aus Österreich. Gleichwohl decken sie die Musik der fünf Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum ab. Eingeladen sind:

Unter dem Motto „Unsere Erde“ möchte „MOD-Festivals“ als Veranstalter eine Vielfalt an sakraler Musik erlebbar machen. Die Konzerte sollen, wenn erlaubt, mit Zuschauern live vor Ort stattfinden; sie werden gleichzeitig per Live-Stream im Internet zu sehen sein.

Etwas Spezielles haben sich die Organisatoren zum Start einfallen lassen

Zum Auftakt des Festivals an Pfingsten haben sich die Marktoberdorfer etwas Spezielles einfallen lassen, wie Geschäftsführerin Ramona Wegenast erklärt: ein trilokales, multireligiöses, hybrides Eröffnungskonzert. Neben dem Konzert in Marktoberdorf mit Renkei Hashimoto, Misafir und Ars Choralis Coeln finden parallel in Beirut (Libanon) und Buenos Aires (Argentinien) noch zwei weitere Konzerte mit jeweils einem Chor statt. Dabei können die Zuschauer an allen drei Orten je einen Beitrag live erleben, die anderen beiden werden von den Konzertorten gestreamt und auf Leinwände projiziert. Moderiert wird das Konzert live in der Musikakademie Marktoberdorf. Ebenfalls live und per Online-Stream finden am Eröffnungswochenende Ateliers zum Thema Buddhismus und Islam statt sowie die Übertragung der Ateliers aus Argentinien und dem Libanon. Am 30. und 31. Juli sowie Ende August und Anfang Oktober folgen insgesamt drei Konzert-Wochenenden in Altenstadt, Kaufbeuren, Marktoberdorf und Memmingen sowie in Augsburg. Begleitet werden sie von Ateliers, Vorträgen, Diskussionen und Gottesdiensten.

Für Schulen gibt es das Programm "Toleranz macht Schule"

Trotz Corona-Beschränkungen soll das Bildungsprogramm des Festivals, „Toleranz macht Schule“, angeboten werden. Dafür sei eigens ein Programm entwickelt worden, das den Pandemie-Vorgaben entspreche und trotzdem Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gebe, sich mit den Weltreligionen und Kulturen zu beschäftigen. Zum ersten Mal soll es auch einen „Weg der Religionen“ durch Marktoberdorf geben, bei dem zusammen mit lokalen Religionsvertretern an vier Stationen in multireligiösen Gebeten und Liedern auf die vier Elemente aufmerksam gemacht wird.

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