Vom Unterallgäu bis Krugzell

Warum flog ein Hubschrauber am Freitag über dem Allgäu?

LEW

Ein Hubschrauber über Teilen des Allgäus - auch am Freitag wieder haben etliche Menschen einen Helikopter in der Region gehört und gesehen.

Bild: Bild: LEW/Franzisi

Ein Hubschrauber über Teilen des Allgäus - auch am Freitag wieder haben etliche Menschen einen Helikopter in der Region gehört und gesehen.

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Warum flog am Freitag der Hubschrauber über einem weiten Teil des Allgäus? Ein Polizei-Einsatz? Eine Fahndung? Hat es mit Corona zu tun? Die Antwort.
12.07.2021 | Stand: 14:53 Uhr

Ein Hubschrauber über Teilen des Unterallgäus, Ottobeuren, Memmingen bis entlang der A 7 nach Bad Grönenbach, Wolfertschwenden und Krugzell: Wer am Freitag einen Helikopter über dem Allgäu vernimmt, hat richtig gehört und gesehen.

Doch nicht immer stecken Kontrollen oder eine Fahndung der Polizei dahinter - oder ein Bergwacht-Einsatz an den Allgäuer Alpen. Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) prüft am heutigen Freitag wieder per Helikopter ihr Stromleitungsnetz. Der Hubschrauber fliegt das gesamte 110-kV-Hochspannungsnetz ab.

Hubschrauber über dem Allgäu: Diese Region wird heute kontrolliert

In der Region stehen etwa die Leitungen von Vöhringen bei Illertissen über Heimertingen und Memmingen im Fokus. Aber auch die LEW-Wasserkraftwerke an der Iller (Lautrach, Maria Steinbach, Legau, Fluhmühle, Altusried), die Gegend um Ottobeuren und bis hinauf nach Krugzell im Oberallgäu werden kontrolliert.

Ein Hubschrauber-Pilot und zwei Leitungsexperten der LVN führen die Kontrollflüge durch. Warum das nötig ist und wie die Flüge über die Stromleitungen genau ablaufen, lesen Sie hier.

Seit Frühjahr 2020: Polizei kontrollierte Überwachung der Corona-Regeln auch aus der Luft

In den vergangenen Frühlings- und Frühsommer-Monaten kam es immer wieder zu Hubschrauber-Überflügen im Allgäu. Besonders in den ersten Wochen der Corona-Ausgangsbeschränkungen überwachte die Polizei deren Einhaltung auch aus der Luft. Im Einsatz war überwiegend ein Hubschrauber vom Stützpunkt in München. Laut Einsatzzentrale in Kempten überfliegt er vor allem "Brennpunkte" wie beliebte Ausflugsziele. Beobachtet wird dabei unter anderem, ob es irgendwo zu größeren Menschenansammlungen kommt oder besonders viele Ausflügler unterwegs sind, heißt es auf Nachfrage der Digitalredaktion der Allgäuer Zeitung.

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An den Allgäuer Bergen mussten Bergwacht und Co. in der ersten Jahreshälfte 2020 bereits mehrfach mit dem Hubschrauber ausrücken. Dramatisch verlief Mitte Mai etwa die Rettung eines Bergsteigers auf dem Säuling in letzter Sekunde. Der 53-jährige Oberfranke war bereits bewusstlos, als ihn die Polizei mithilfe einer Wärmebildkamera im Hubschrauber gegen Mitternacht in der Nähe des Säuling-Gipfels entdeckte. Wegen Nebels musste der Hubschrauber aber abdrehen und konnte nicht landen.

Einsatzkräfte der Bergwacht Füssen und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei mussten den anstrengenden, mehrstündigen Aufstieg in der Nacht zu Fuß antreten. Die Retter erreichten den Mann in der Nähe des Gipfels gerade noch rechtzeitig - er wurde schließlich mit der einzig verfügbaren Maschine der Schweizerischen Flugrettung "REGA", die eigens aus St. Gallen anflog, ins Krankenhaus abtransportiert.

Weitere Hubschrauber-Einsätze in den Allgäuer Bergen 2020

  • Kurz darauf stürzte am Gabelschrofen eine 40-jährige Frau ab und wurde schwer verletzt. Sie wurde vom Rettungshubschrauber RK2 aus Reutte (Tirol) geborgen und in ein Krankenhaus gefolgen.

  • Auch im Bereich zwischen Waltenberger Haus und Vorderem Wildgundkopf war ein junges Paar mit ihrem Hund in Bergnot geraten. Die Bergwacht Oberstdorf konnte mit Unterstützung des Polizeihubschraubers Edelweiß 7 die zwei Verstiegenen und ihren Vierbeiner mit einer Winde aus der misslichen Lage befreien.

  • Jede Hilfe zu spät kam dagegen trotz Suche mit mehreren Hubschraubern für einen 43-jährigen Mann, der Anfang Mai am Rubihorn 80 Meter in die Tiefe gestürzt war.