Aktion für den guten Zweck

22-Jährige aus Gestratz sammelt Spenden mit Busen-Adventskalender

Ronja von Olnhausen hat einen Adventskalender entworfen. „Busenfreundinnen“ heißt er und zeigt 24 verschiedene Brüste.

Ronja von Olnhausen hat einen Adventskalender entworfen. „Busenfreundinnen“ heißt er und zeigt 24 verschiedene Brüste.

Bild: von Olnhausen

Ronja von Olnhausen hat einen Adventskalender entworfen. „Busenfreundinnen“ heißt er und zeigt 24 verschiedene Brüste.

Bild: von Olnhausen

Ronja von Olnhausen aus Gestratz hat für einen Kalender den weiblichen Busen in Szene gesetzt. 1200 Euro kamen zusammen. Warum ihr das Thema am Herzen liegt.
24.01.2021 | Stand: 07:00 Uhr

Eigentlich sei die Sache aus einem Spaß heraus entstanden, erzählt Ronja von Olnhausen. Die 22-Jährige aus Gestratz kam auf die Idee, einen ganz besonderen Adventskalender für den guten Zweck zu gestalten. Hinter den 24 Türchen befand sich nicht etwa Schokolade, sondern Fotos von Frauenbrüsten. Von Olnhausen hat dafür 23 Freundinnen von sich abgelichtet. „Dabei habe ich gemerkt, dass viele mit dem Aussehen ihrer Brüste unzufrieden sind“, erzählt die 22-Jährige. „Dem möchte ich entgegenwirken. Jede Brust ist einzigartig und schön.“ Mit ihrer Aktion möchte von Olnhausen den weiblichen Busen enttabuisieren.

Frauenbrüste sollen enttabuisiert werden

„Wenn Brüste in den Medien gezeigt werden, dann sind sie entweder zensiert oder idealisiert“, sagt von Olnhausen. Das Ziel der jungen Frau war es, die Brust zu zeigen, wie sie tatsächlich ist – in allen Formen und Größen. „Frauen sollten ihre Brüste genauso zeigen können wie Männer. Ohne, dass sie gleich in einem sexuellen Kontext gesehen werden.“ Von Olnhausen trommelte deshalb Freundinnen zusammen, die bereit waren, sich teils anonym für den Adventskalender fotografieren zu lassen. „Ein paar von ihnen waren sofort dabei, andere mussten sich erst noch einen Ruck geben“, erzählt sie. Doch überreden wollte die junge Frau niemanden. „Ich habe völlig verstanden, wenn das jemand nicht machen wollte.“

Innerhalb von drei Tagen ausverkauft

Eine Freundin gestaltete das Deckblatt und von Olnhausen orderte die ersten 200 Kalender im Internet. „Ich habe mich vollkommen verschätzt“, sagt sie und lacht. Über die Plattform Instagram machte die Studentin Werbung für ihren Adventskalender. „Innerhalb von drei Tagen war der Kalender ausverkauft.“ Von Olnhausen bestellte nochmals 100 Kalender nach. „Es wären auch noch mehr weggegangen, wenn die Zeit gereicht hätte“, sagt sie. 310 Kalender verkaufte von Olnhausen. 1240 Euro sind dabei zusammengekommen, die die junge Frau zu gleichen Teilen an die Organisation „Pink Ribbon“ und das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg spendet.

Von Olnhausen kann es immer noch nicht richtig fassen. „Ich bin überwältigt von der Resonanz.“ Doch am meisten freut sich die Studentin über die positiven Rückmeldungen, die sie bekommen hat. „So viele Leute haben ihre Erfahrungen mit mir geteilt. Das hat mich sehr geehrt, weil es sich um sensible Gefühle handelt.“ Und auch die Frauen, die sich für den Kalender fotografieren ließen, erfuhren viel Selbstbestätigung. „Manche waren zuvor unsicher über das Aussehen ihrer Brüste“, sagt von Olnhausen. „Doch am Ende waren sie stolz, das gemacht zu haben.“

Gibt’s bald einen Jahreskalender?

Der Kalender sei keineswegs nur für Männer gewesen, die sich gerne Brüste anschauen, sagt von Olnhausen. „Im Gegenteil. Auch viele Frauen haben den Kalender gekauft. Das war ganz gemischt.“ Die Tatsache, dass von Olnhausen für ihre Aktion viel positive Rückmeldung erhielt, bestärkt sie, die Aktion auch in diesem Jahr nochmals durchzuführen.

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„Ich möchte das Ganze noch diverser und noch größer aufziehen“, sagt sie. Somit wird es auch 2021 einen Busenfreundinnen-Adventskalender geben, den man für den guten Zweck erwerben kann. Von Olnhausen arbeitet zudem an einem Jahreskalender, der die Thematik aufgreift.