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Lindau/Westallgäu

75 Jahre Kriegsende: Als König Anton den „Fettfleck Deutschlands“ regierte

Anton Zwisler Kriegsende

Er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg in Lindau das Sagen: Kreispräsident Anton Zwisler besaß eine riesige Machtfülle.

Bild: Archiv Werner Stuhler

Er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg in Lindau das Sagen: Kreispräsident Anton Zwisler besaß eine riesige Machtfülle.

Bild: Archiv Werner Stuhler

Der Landkreis Lindau blühte nach dem Zweiten Weltkrieg schnell wieder auf. Das lag an einer politischen Sonderstellung, deren Folgen bis heute zu spüren sind.

06.06.2020 | Stand: 17:57 Uhr

König Anton wusste gar nicht, wohin mit seinem Geld. Er hatte es ja in Hülle und Fülle. Während die Menschen in den meisten Regionen Deutschlands am Hungertuch nagten, herrschten nach dem Zweiten Weltkrieg paradiesische Zustände im Landkreis Lindau. Die Apfelbäume blühten, die Landwirtschaft brummte. Kartoffeln und Mehl fehlten zwar, ließen sich aber über Tauschgeschäfte gegen Obst oder Schnaps besorgen. Neidvoll sprachen die anderen vom „Fettfleck Deutschlands“, wenn sie nach Lindau schauten. Den Menschen am bayerischen Bodensee und im Westallgäu mangelte es kaum an etwas. Denn der Landkreis hatte von 1945 bis 1956 eine politische Sonderstellung inne – und mit Anton Zwisler einen Kreispräsidenten an seiner Spitze, der nahezu unbegrenzte politische Machtfülle besaß. Eben fast wie ein König. Darum wurde er auch König Anton genannt.

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