Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen zu Zeiten von Corona: So laufen Gottesdienste und Gräbersegnungen ab

Friedhof Heimenkirch

Zu Allerheiligen gehören in der katholischen Kirche das Totengedenken und die damit verbundene Segnung der Gräber. So auch am Sonntagnachmittag auf dem Friedhof in Heimenkirch.

Bild: Anna Feßler

Zu Allerheiligen gehören in der katholischen Kirche das Totengedenken und die damit verbundene Segnung der Gräber. So auch am Sonntagnachmittag auf dem Friedhof in Heimenkirch.

Bild: Anna Feßler

Der Feiertag läuft in vielen Westallgäuer Gemeinden dieses Jahr anders ab. Wegen Corona gelten auf den Friedhöfen spezielle Hygienevorschriften.
31.10.2020 | Stand: 18:45 Uhr

Allerheiligen steht in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen. Angesicht der steigenden Corona-Infektionen müssen auch die Westallgäuer Gemeinden Hygienevorschriften umsetzen. Der Gottesdienst und die Gräbersegnung laufen deshalb vielerorts anders ab. Doch trotz Abstand und Maske senden die Gemeinden ein klares Zeichen: Man ist froh, zusammen feiern zu dürfen. Trotz allem.

Die Pfarreiengemeinschaft Pfänderrücken feiert zuerst vormittags die normalen Sonntagsgottesdienste. Nachmittags findet die Gräbersegnung statt – ohne Andacht in der Kirche. Pater Matthäus ist ab 14 Uhr in Lindenberg, Pfarrer Joachim Gaida ab 14 Uhr in Scheidegg und ab 15 Uhr in Scheffau. „Es wird ein bisschen anders ablaufen als sonst“, sagt Gemeindereferent Roman Baur mit Blick auf die Corona-Vorschriften. Allerheiligen habe einen großen Stellenwert für die Gläubigen, genauso aber auch Allerseelen am Folgetag. „Wir gedenken aller Verstorbenen. Es gibt viele Leute, die heilig gelebt haben, aber denen die Heiligsprechung fehlt“, hebt Baur hervor.

Trotz Corona wurde Erstkommunion gefeiert

Der Gemeindereferent ist zudem froh, dass die Pfarreiengemeinschaft trotz der Einschränkungen die Erstkommunion hat feiern können. „Es ist alles gut abgelaufen“, sagt er. Eigentlich würden jetzt im November schon die Elternabende für die nächste Erstkommunion und die Firmung im Frühjahr stattfinden. Doch jetzt müsse man auch hier die weitere Entwicklung abwarten.

In der Pfarrgemeinschaft Heimenkirch wird Allerheiligen gemäß den Corona-Vorschriften der Diözese Augsburg gefeiert. In der Kirche muss der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Gottesdienstbesuchern eingehalten werden. Ab einem Inzidenzwert von 100 innerhalb von sieben Tagen besteht während des gesamten Gottesdienstes Maskenpflicht. Da erfahrungsgemäß vormittags weniger Menschen zum Gottesdienst kommen, kann dieser in der Kirche stattfinden. In Maria-Thann und Wohmbrechts findet dieser jeweils um 8.45 Uhr statt, in Heimenkirch und Opfenbach um 10 Uhr. „Nachmittags feiern wir dann ausschließlich im Freien“, sagt Pfarrer Martin Weber. In Maria-Thann und Wohmbrechts beginnt der Gottesdienst um 13.30 Uhr und in Opfenbach und Heimenkirch um 15 Uhr. „Treffpunkt ist jeweils auf dem Friedhof.“ Auch dort gelten die allgemeinen Abstandsregeln. „Es werden Ordner zum Einsatz kommen“, sagt Weber. Zudem müssen die Besucher eine Maske tragen. Die Gräbersegnung wird laut Weber ebenso auf Abstand stattfinden.

Allerheiligen hat in Gestratz eine besondere Bedeutung

In Gestratz ist Allerheiligen von besonderer Bedeutung. „Es ist der bestbesuchte Gottesdienst im Jahr“, sagt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ingrid Kirchmann. Viele bereits schon weg verheiratete Angehörige kommen an diesem Tag zurück nach Gestratz, um ihren Verstorbenen zu gedenken, erzählt Kirchmann. Das Totengedenken, das in vielen Gemeinden erst nachmittags stattfindet, wird seit Jahren in Gestratz vormittags abgehalten. „Das kommt bei den Leuten gut an.“ In diesem Jahr findet der Gottesdienst um 9.30 Uhr draußen auf dem Friedhof statt – und das nicht nur wegen Corona. „Unsere Kirche ist seit März wegen Renovierungsarbeiten geschossen.“ Die Gemeindevorsitzende freut sich deshalb umso mehr, dass der Gottesdienst im Freien stattfinden kann. Es bringe wegen Corona aber auch eine extreme Verantwortung mit sich, wie Kirchmann sagt. „Eigentlich sollte eine Musikkapelle spielen. Das haben wir abgesagt.“ Ebenso wird nach den Vorgaben der Diözese streng darauf geachtet, dass alle Gottesdienstteilnehmer auch im Freien Masken tragen und auf die Abstandsregeln achten.

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„Wir haben es entzerrt“, sagt Pfarrer Andreas Schmid über das Programm für Allerheiligen in der Pfarreiengemeinschaft Weiler. Vormittags finden Heilige Messen unter den üblichen Auflagen statt – und nachmittags finden die Toten-Andacht und die Gräbersegnung in Simmerberg, Ellhofen (jeweils 14 Uhr), Weiler und Oberreute (jeweils 15 Uhr) direkt auf dem Friedhof statt. Eine Teilnehmerbegrenzung gibt es nicht, es gelten aber die Abstandsregeln. Zudem sind die Geistlichen angehalten, mit der gebotenen Feierlichkeit das Gedenken „nicht unnötig in die Länge zu ziehen“.