Oberstaufen

Aus neun Schulen wurde eine

Jubiläum Schulverband Oberstaufen

Jubiläum Schulverband Oberstaufen

Bild: Olaf Winkler

Jubiläum Schulverband Oberstaufen

Bild: Olaf Winkler

1969 hat sich der Schulverband Oberstaufen-Stiefenhofen gegründet. Das 50-jährige Bestehen feierte die Schule gemeinsam mit einem Herbstfest. Dabei ging der Blick auch zurück in die Vergangenheit. Die Geschichte der heutigen Grund- und Mittelschule ist wechselhaft. So gab es damals über 1000 Schüler, heute sind es 311.

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Von Olaf Winkler
20.10.2019 | Stand: 16:27 Uhr

Neun Schulen gab es einst im heutigen Verbandsgebiet: Die Knaben- und die Mädchenschule in Oberstaufen sowie die Volksschulen in Höfen, Steibis, Aach, Laufenegg, Genhofen, Thalkirchdorf und Stiefenhofen. Die Standorte blieben auch nach Gründung des Schulverbandes zunächst erhalten – bis im Jahr 1972 das heutige Schulgebäude in der Kalzhofer Straße fertiggestellt war. In Thalkirchdorf und Steibis gab es zunächst noch Außenstellen der neuen Volksschule in Oberstaufen. Deren Schließung erfolgte vor gut zehn Jahren. Einzig in Stiefenhofen gibt es außerhalb des Schulverbandes eine selbstständige Grundschule. Doch ab der fünften Klasse besuchen die Mädchen und Buben aus Stiefenhofen die heutige Mittelschule in Oberstaufen.

Nicht nur die Schülerzahl insgesamt hat sich dramatisch verändert. Zeitweise lag der Schnitt bei 36,8 Kindern pro Klasse – heute sind es zwischen 20 und 21. Aktuell unterrichten 29 Lehrerinnen und Lehrer den Nachwuchs – heuer auch wieder in einer fünften Klasse. Diese kam im letzten Jahr aufgrund zu geringer Schülerzahlen erstmals nicht zustande.

Rund um das Gebäude gab es im Laufe der Jahre immer wieder Veränderungen. Der Einweihung 1972 folgte 1975 der Bau der Turnhalle, im Jahr darauf ein neuer Verwaltungstrakt und der Sportplatz. Ihr Satteldach hat die Schule seit 1997, eine Hackschnitzelheizung seit 2002 und eine Mensa seit 2007. Seither erweitert die Schule immer wieder ihr Angebot im Bereich der Mittagsbetreuung.

Zur Schulgeschichte gehört auch der 1. November 1980: An diesem schulfreien Tag gab es eine Gasexplosion im Gebäude. Verletzt wurde niemand. Die Türe des Haupteingangs war ebenso zerstört wie viele Fenster, Innentüren und die Haupttreppe. In der Folge mussten die Klassen für zwei Monate während der Reparaturarbeiten bis nach Oberreute und Stiefenhofen ausgelagert werden.

Vier Schulleiter gab es während der vergangenen 50 Jahre. Max Probst war bis zu seinem Tod 1980 Rektor, ihm folgten Helmut Hollweck und ab 2002 Ludwig Keller. Seit dessen Ruhestand 2011 leitet Arno Sippel die Schule. Beim Jubiläum hatten Schülerinnen und Schüler die Chance, ihren Schulleiter und dessen Vorgänger sowie die beiden Bürgermeister Martin Beckel (Oberstaufen) und Anton Wolf (Stiefenhofen) zu befragen.

So erfuhren sie, dass es erst seit 1999 Englisch-Unterricht an der Grundschule gibt, der Unterricht früher aufgrund der Busfahrzeiten spätestens um 13 Uhr endete und Sport damals Leibeserziehung hieß. Wolf erinnerte sich, dass am Dienstag und Freitag vor dem Unterricht ab 7 Uhr ein Gottesdienst stattfand. Er machte auch keinen Hehl daraus, dass er von einem späten Unterrichtsbeginn, wie er derzeit diskutiert wird, nichts hält: „Viele Eltern verlassen sich darauf, dass die Beaufsichtigung ab acht Uhr gewährleistet ist, weil sie ihrem Beruf nachgehen müssen.“

Positiv ist für ihn: „Auch die Mittelschule eröffnet heute viele berufliche Möglichkeiten.“ Die technische Weiterentwicklung der Schule gefällt dem heutigen Schulleiter: „Aber die Tafel hat trotz Beamer nicht ausgedient“, so Sippel.