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Auszubildende aus Opfenbacher Betrieb begeistern mit Doppelsieg

Doppelerfolg für den Betrieb Wiesenmayer Naturstein aus Opfenbach: Steinbildhauer Mitja Bura (links) und Steinmetz Jonas Hagmüller (Zweiter von rechts) haben als Beste ihrer Fachrichtung ihre Ausbildung abgeschlossen.

Doppelerfolg für den Betrieb Wiesenmayer Naturstein aus Opfenbach: Steinbildhauer Mitja Bura (links) und Steinmetz Jonas Hagmüller (Zweiter von rechts) haben als Beste ihrer Fachrichtung ihre Ausbildung abgeschlossen.

Bild: Olaf Winkler

Doppelerfolg für den Betrieb Wiesenmayer Naturstein aus Opfenbach: Steinbildhauer Mitja Bura (links) und Steinmetz Jonas Hagmüller (Zweiter von rechts) haben als Beste ihrer Fachrichtung ihre Ausbildung abgeschlossen.

Bild: Olaf Winkler

Steinmetz Jonas Hagmüller und Bildhauer Mitja Bura von der Firma Wiesenmayer Naturstein in Opfenbach sind die Besten ihres Fachs. Was daran so besonders ist.
03.10.2020 | Stand: 18:02 Uhr

Das kommt nur sehr selten vor: Ein Betrieb stellt in einem Ausbildungsjahr gleich zwei Kammersieger. Wiesenmayer Naturstein aus Opfenbach ist das jetzt gelungen. Jonas Hagmüller und Mitja Bura schlossen ihre Ausbildung jeweils als Beste in ihrer jeweiligen Fachrichtung ab – Hagmüller als Steinmetz, Bura als Steinbildhauer. Auf eine große Feier in München mussten sie coronabedingt verzichten. Im kleineren Rahmen erhielten sie jetzt ihre Urkunden von Handwerkskammerpräsident Hans-Peter Rauch.

Handwerkskammerpräsident Rauch hat Doppel-Sieg noch nie erlebt

Rauch hat in seinen sechs Jahren an der Spitze der Handwerkskammer (HWK) noch nie zwei Kammersieger aus einem Betrieb erlebt. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass beide Teil eines gerade einmal fünfköpfigen Teams sind. Neben Firmenchef Martin Wiesenmayer und den zwei Azubis gehören nur zwei weitere Mitarbeiter zur Firma.

Beide junge Männer haben vor ihrer Ausbildung in Opfenbach andernorts bereits berufliche Erfahrungen gesammelt. Der 23-jährige Jonas Hagmüller hatte in Stuttgart die Realschule besucht und ist dann zunächst ohne Ausbildung direkt ins Berufsleben eingestiegen. Ein besonderes Bauprojekt im französischen Guédelon machte ihn auf den Steinmetz-Beruf aufmerksam. Dort entsteht seit 1997 eine Burg mit Hilfe von Techniken aus dem 13. Jahrhundert. Die Bearbeitung der Steinblöcke faszinierte Hagmüller – und er suchte sich einen Praktikumsplatz als Steinmetz. Auf Umwegen kam der Oberallgäuer schließlich nach Opfenbach.

Meistertitel ist das Ziel für den Steinmetz

Das Bearbeiten des Naturmaterials und das Wissen, dass das Geschaffene Jahrhunderte überdauern kann, macht für ihn das Besondere an seinem Beruf aus. Noch bis Weihnachten arbeitet Hagmüller in Opfenbach, dann zieht er der Liebe wegen nach Stuttgart. Dort bleibt er seinem Beruf treu, will weitere Erfahrungen sammeln und dann auch den Meistertitel erwerben.

Mitja Bura ist der Sohn von Firmenchef Wiesenmayer – und doch machte der heute 25-Jährige nach dem Besuch der Werkrealschule in Amtzell zunächst eine Ausbildung zum Maurer. Schon die beendete er erfolgreich mit einem Einser-Schnitt. So konnte er die Ausbildung zum Steinbildhauer auf zwei Jahre verkürzen – und dennoch als Bester in Schwaben abschneiden. Bura will im väterlichen Betrieb bleiben und hat durchaus die Perspektive vor Augen, diesen auch einmal zu übernehmen. Eigene Ideen hat der werdende Vater bereits. Er kann sich vorstellen, Möbel aus Stein zu fertigen. Schon heute gehört dies zu seinen Hobbys.

An vielen Projekten haben Hagmüller und Bura während ihrer Ausbildung gemeinsam mitgearbeitet, beispielsweise an der Restauration von Kirchenbauten, einem Brunnen im Bereich der Kanzelwand in Oberstdorf, einer Naturschutz-Verkleidung für das Waltenberger Haus und im Bereich von Privathäusern. Die Abwechslung schätzen denn auch beide an ihrem neu erlernten Beruf. Und ihr Ausbilder Martin Wiesenmayer nennt vor allem die Teamfähigkeit als beste Eigenschaften der beiden erfolgreichen Auszubildenden.

HWK-Präsident: „Vorzeigehandwerker“

Für HWK-Präsident Rauch sind sie schlicht „Vorzeigehandwerker“, die nun Werbung machen können für eine Ausbildung im Handwerk. Dass zu einem erfolgreichen Abschluss neben dem eigenen Können auch der richtige Ausbildungsbetrieb, Familie und Partnerin gehören, zeige sich immer wieder, betonte Rauch. Bei der kleinen Feier in Opfenbach war das zu spüren – denn das Umfeld der Azubis feierte mit.