Brandschutz

Bei Feuerwehr Maria-Thann gibt es ein Umdenken in Sachen Feuerwehrhaus

Sobald wie möglich will die Feuerwehr Maria-Thann in ihr neues Haus einziehen.

Sobald wie möglich will die Feuerwehr Maria-Thann in ihr neues Haus einziehen.

Bild: Olaf Winkler

Sobald wie möglich will die Feuerwehr Maria-Thann in ihr neues Haus einziehen.

Bild: Olaf Winkler

Der wiedergewählte Kommandant Fabian Schief blickt kritisch zurück. Ein Einsatz hat die Feuerwehrler Maria-Thann besonders bewegt.
27.09.2021 | Stand: 19:59 Uhr

Die Feuerwehr in Maria-Thann hat wieder einen gewählten Kommandanten. Die Aktiven wählten Fabian Schief für weitere sechs Jahre in dieses Amt und bestätigten auch seinen Stellvertreter Thomas Achberger. In den letzten Monaten hatte es nur eine Notkommandatur gegeben, denn aufgrund der Corona-Pandemie konnte die bereits im März anstehende Wahl bislang nicht stattfinden. Nun war sie möglich – mit viel Abstand in der großen Festhalle. Im Feuerwehrhaus geht es indes voran – auch durch das Mithelfen des ehemaligen Kommandanten Hans Müller.

Einsätze, die nahe gehen

Das Thema Corona blendete Schief in seinem Jahresbericht bewusst aus. Die Feuerwehr hatte auch ohne dies viele Belastungen. Da waren vor allem die Einsätze: Zwölf gab es im Jahr 2020. Heuer sind es schon 36. Allein in Folge von Unwetter musste die Wehr bereits 22-mal ausrücken. Aber es hat auch Einsätze gegeben, „die uns nachgehen“, wie Schief bekannte. An erster Stelle stand da ein Verkehrsunfall, bei dem die Aktiven um das Leben eines Einwohners aus dem Dorf kämpfen und miterleben mussten, wie er an der Unfallstelle starb. „Er fehlt in unserer Dorfmitte“, sagte Schief sichtlich bewegt. Aber auch ein zweiter Verkehrsunfall bewegte die Feuerwehrler. Es galt, gleich zwölf Unfallbeteiligte zu betreuen. Auch hier starb ein verletzter Mensch auf dem Weg ins Krankenhaus.

Wie wichtig die Nähe zu den Einsatzorten ist, habe erst vor wenigen Tagen ein Brand in Beuren gezeigt. Und auch bei den Unwettereinsätzen gelte es, schnell reagieren zu können. Deshalb soll es schon bald im neuen Feuerwehrhaus ein Depot mit gefüllten Sandsäcken geben, die bei Bedarf kurzfristig zur Verfügung stehen. Das setzt voraus, dass das neue Feuerwehrhaus in Betrieb geht.

Die aus verschiedenen Gründen immer wieder verzögerte Fertigstellung löste vor einigen Monaten ein Umdenken in der Feuerwehr Maria-Thann aus. Selbstkritisch stellte Schief fest, dass ein „Arme verschränken“ nicht sinnvoll gewesen sei. Denn: „Man straft nicht jene, die es zu verantworten haben“, stellte der Kommandant mit Blick auf die vor Gericht ausgetragene Vorgeschichte des Neubaus fest.

Drei Männer helfen zusammen

Der frühere Kommandant Hans Müller hat die Initiative ergriffen und kümmert sich seit einigen Monaten darum, dass der Neubau möglichst bald bezugsfertig ist. Dabei unterstützen ihn der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Benjamin Späth, und vor allem auch Bürgermeister Oliver Raab. Wären diese drei nicht aktiv geworden, „ständen wir noch in zwei Jahren vor dem Rohbau“, sagte Schief.

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Mit sechs Planern und Fachplanern habe er es zu tun, berichtete Hans Müller. Schief sprach denn auch von einem „Planungsgraus“ und „Wahnsinn“. Nun sei es mit viel Aufwand vorangegangen. Die Türen seien eingebaut, die Spinde sollen im Oktober folgen, und dann hofft er auch, mit den derzeit 35 Aktiven der Wehr – darunter 17 Atemschutzträger – umziehen zu können.

Neues Haus motiviert die Jugend

Neben den Aktiven zählen 13 Jugendliche zur Feuerwehr Maria-Thann. Sie konnten, ebenso wie die Aktiven, 2020 und 2021 nur wenig üben, wie die scheidende Jugendwartin Tiffany Schief berichtete. Der Nachwuchs sei mit Blick auf den Umzug in das neue Gebäude „sehr motiviert“. Tiffany Schief blickte auf ihre sechsjährige Amtszeit zurück: Mit zwei Jugendlichen habe sie die Jugendfeuerwehr gestartet. Bis zum Beginn der Pandemie fanden gemeinsame Übungen mit dem Nachwuchs aus Wohmbrechts und Opfenbach statt. Nachfolger von Tiffany Schief als Jugendwart ist Manuel Deinhart.

Gewählt, geehrt, verabschiedet und ernannt (von links): Die Aktiven wählten Thomas Achberger wieder zum Zweiten Kommandanten und Fabian Schief zum Ersten Kommandanten. Achberger ehrte Schief zudem für 20 aktive Jahre in der Feuerwehr. Tiffany Schief ist ebenso wie Manuel Deinhart seit zehn Jahren bei der Feuerwehr aktiv - und sie wurde als Jugendwartin verabschiedet, während Schief Deinhart zum neuen Jugendwart ernannte. Unser oberes Bild zeigt das neue Feuerwehrhaus, in das die Wehr sobald wi m
Gewählt, geehrt, verabschiedet und ernannt (von links): Die Aktiven wählten Thomas Achberger wieder zum Zweiten Kommandanten und Fabian Schief zum Ersten Kommandanten. Achberger ehrte Schief zudem für 20 aktive Jahre in der Feuerwehr. Tiffany Schief ist ebenso wie Manuel Deinhart seit zehn Jahren bei der Feuerwehr aktiv - und sie wurde als Jugendwartin verabschiedet, während Schief Deinhart zum neuen Jugendwart ernannte. Unser oberes Bild zeigt das neue Feuerwehrhaus, in das die Wehr sobald wi m
Bild: Olaf Winkler

Die Bedeutung des Nachwuchses stellten Bürgermeister Raab und Kreisbrandrat Wolfgang Endres in ihren Grußwörtern heraus. Raab betonte zudem, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren „unheimlich viel Spaß“ mache. Endres zeigte sich froh, „dass in Hergatz Ruhe einkehrt“. Er blickte zudem bereits ein Jahr nach vorn und warb für die „Lange Nacht der Feuerwehr“ am 24. September 2022. Dann sollen sich im ganzen Regierungsbezirk Schaben alle Feuerwehren vorstellen.