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Berufsinfomesse #digital: Premiere für virtuellen Türöffner

Jonas Harrer, Auszubildender im zweiten Lehrjahr zum Industriemechaniker bei Buhmann pac solutions in Weiler, beantwortete bei der Berufsinfomesse #digital Lindau-Westallgäu im Chat Fragen.

Jonas Harrer, Auszubildender im zweiten Lehrjahr zum Industriemechaniker bei Buhmann pac solutions in Weiler, beantwortete bei der Berufsinfomesse #digital Lindau-Westallgäu im Chat Fragen.

Bild: Susi Donner

Jonas Harrer, Auszubildender im zweiten Lehrjahr zum Industriemechaniker bei Buhmann pac solutions in Weiler, beantwortete bei der Berufsinfomesse #digital Lindau-Westallgäu im Chat Fragen.

Bild: Susi Donner

Die Berufsinfomesse Lindau-Westallgäu findet digital statt. Am Live-Messetag klicken sich etwa 1900 Besucher rein. Was Firmenvertreter und Veranstalter sagen.
26.04.2021 | Stand: 11:48 Uhr

Zum ersten Mal hat die Berufsinfomesse Lindau-Westallgäu virtuell stattgefunden. 60 regionale Arbeitgeber haben über 200 Ausbildungsberufe vorgestellt. Am Live-Messetag, an dem die Unternehmen mit interessierten Jugendlichen auch persönlich gechattet haben, zählte die Messe zwischen 10 und 15 Uhr rund 1900 Besucher. „Mit dieser Zahl sind wir, vor allem auch hinsichtlich des schönen Wetters, sehr zufrieden“, sagt Katja Hackel vom Messeorganisationsteam der Allgäuer Zeitung. Eine gute Nachricht hat sie zudem: Die Messe ist noch bis 1. Mai rund um die Uhr online. „Wer den Live-Messetag also versäumt hat, hat noch die ganze Woche über Zeit, sich zu informieren und Kontakte zu den Unternehmen zu knüpfen. Die Aussteller freuen sich auch nach dem Live-Messetag noch über rege Resonanz.“

Firma Demmel in Scheidegg vereinbart ein Vorstellungsgespräch

Bei der Demmel AG in Scheidegg saßen Personalleiter Sven Stimmler und Personalreferentin Sarina Schindler am Chat. „Wir dachten, dass gerade der Samstagmorgen stärker frequentiert ist. Die Anfragen kamen etwas spärlich, aber die, die gekommen sind, sind äußerst klar und interessiert“, sagt Stimmler. „Wir haben einen konkreten Termin mit einer jungen Dame vereinbart, die kommende Woche, mit negativem Coronatest, zum Vorstellungsgespräch zu uns kommen darf.“ Jedes Jahr biete das Unternehmen sechs bis acht Ausbildungsplätze an, die derzeit schwer zu vermitteln seien. „Die Online-Messe ersetzt nicht den persönlichen Kontakt“, sagt Schindler, „aber sie ist ein guter Plan B und wir hoffen, dass im Laufe der Woche noch mehr Anfragen kommen.“ Angesichts der gesamten Besucherzahlen stehen die Chancen dafür gut. Der Live-Chat war ja nur eine Möglichkeit, die Berufsinfomesse zu besuchen.

Veranstalter der Berufsinfomesse #digital Lindau-Westallgäu sind die IHK, der Arbeitskreis Schule Wirtschaft und die Allgäuer Zeitung. Sie ist noch bis 1. Mai online.
Veranstalter der Berufsinfomesse #digital Lindau-Westallgäu sind die IHK, der Arbeitskreis Schule Wirtschaft und die Allgäuer Zeitung. Sie ist noch bis 1. Mai online.
Bild: Susi Donner

Dorothee Buhmann, Geschäftsführerin der Buhmann pac solutions in Weiler, erzählt, dass bei ihnen sowohl die Chatfunktion genutzt wurde, sie aber auch auf Instagram vermehrt Zugriffe bemerkt haben. Die Kontakte, die über die Berufsinfomesse entstehen, seien sehr wichtig für ihre Firma, denn es sei in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig, Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Pandemie habe die Situation nicht einfacher gemacht. Die Online-Messe sieht sie als positive Gelegenheit, neue Wege zu gehen. „Denn digital spricht ja genau die Generation an, die wir erreichen möchten.“ Robert Prinz, Ausbildungsleiter für die technischen Berufe bei Buhmann ergänzt: „Die Online-Messe ist momentan zudem die einzige und auch die beste Möglichkeit für Betriebe, Kontakte zu knüpfen und sich zu präsentieren.“

Betriebe im Westallgäu zeigen großes Interesse an der Teilnahme

So sieht das auch Markus Anselment. Der stellvertretende Geschäftsführer der IHK Schwaben erzählt, dass aktuell keine Praktika möglich seien – und keine Schulbesuche der Unternehmen. „Der persönliche Austausch ist in der Pandemie sehr begrenzt. Das ist sowohl für die jungen Leute, die ins Berufsleben einsteigen und sich in dieser wichtigen Phase ihres Lebens orientieren, als auch für die Unternehmen, die eine enorme Vielfalt spannender Ausbildungsplätzen vergeben wollen, nicht einfach.“ Das zeige allein schon das große Interesse der Betriebe an der Teilnahme. „Wir bieten die digitale Berufsinfomesse als Türöffner an und hoffen, dass durch sie viele erste Schritte zwischen den Ausbildungsbetrieben und den potenziellen Auszubildenden getan sind.“

„Wir bieten die digitale Berufsinfomesse als einen Türöffner an“, sagt Markus Anselment, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Schwaben.
„Wir bieten die digitale Berufsinfomesse als einen Türöffner an“, sagt Markus Anselment, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Schwaben.
Bild: Susi Donner

Tanja Stadler von Liebherr-Aerospace in Lindenberg berichtet, dass im Chat eher wenig los war. Dabei wären sie gern mit mehr interessierten Bewerbern ins Gespräch gekommen, um ihnen zu erzählen, dass bei Liebherr-Aerospace seit Oktober wieder Schnupperpraktika möglich sind. „Zudem bemühen wir uns um gute Kontakte mit den Schulen und haben vor, auch zukünftig online weitere Veranstaltungen anzubieten.“

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Berufsinfomesse in Lindenberg: Persönlicher Kontakt ist nicht zu ersetzen

„Wir finden die Messe sehr gut. Hier können die jungen Leute und ihre Eltern einen Einblick in den Arbeitsalltag der Unternehmen bekommen“, sagt Lisa Heimpel von der Firma Thomann mit Sitz in Lindau und Hergatz. Dass das Interesse am Chat auch bei ihr eher verhalten war, führt sie auf das sehr schöne Wetter zurück. „Die Sonne ist ein harter Konkurrent“, sagt sie, aber sie ist zuversichtlich, dass in den nächsten Tagen weitere Anfragen und Bewerbungen kommen.

„Haptik lässt sich online schwer vermitteln: Aber eine Online-Messe ist ein guter Plan B“, findet Sarina Schindler, Personalreferentin bei der Demmel AG in Scheidegg.
„Haptik lässt sich online schwer vermitteln: Aber eine Online-Messe ist ein guter Plan B“, findet Sarina Schindler, Personalreferentin bei der Demmel AG in Scheidegg.
Bild: Susi Donner

„Diese Veranstaltung war mit Sicherheit ein wichtiger Schritt, um Berufsinformationsarbeit auch in einer solch ungewohnten Zeit leisten zu können. Die Vorbereitung und die Unterstützung zur Standgestaltung durch das Organisationsteam haben super funktioniert“, lobt Katharina Müller von der Schmid GmbH aus Weiler-Simmerberg. Auch das Zusammenfügen der Informationen und Messestände zu einer virtuellen Messehalle sei hervorragend gelungen. „Wir sind sehr gespannt, ob in den nächsten Wochen und Monaten Resonanz von den Schülern kommt, in Bezug auf die Informationen, die wir auf der Online-Messe zur Verfügung gestellt haben.“

Die Berufsinfomesse #digital ist noch bis 1. Mai online

Die Berufsinfomesse #digital Lindau-Westallgäu ist im Internet unter www.all-in.de/berufsinfomesse noch bis Samstag, 1. Mai, online – rund um die Uhr mit allen Information aller teilnehmenden Unternehmen, den Angeboten der Berufsberater der Agentur für Arbeit sowie der Industrie- und Handelskammer Schwaben zur Berufsorientierung sowie den digitalen Inhalten der Vortragsbühne. Veranstalter sind die IHK, der Arbeitskreis Schule Wirtschaft und die Allgäuer Zeitung.