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Corona-Chaos? So haben Westallgäuer ihre Weihnachtseinkäufe in Lindenberg erlebt

Fünf Westallgäuer erzählen, wie sie die Situation in den Lindenberger Geschäften vor dem harten Lockdown erlebt haben.

Fünf Westallgäuer erzählen, wie sie die Situation in den Lindenberger Geschäften vor dem harten Lockdown erlebt haben.

Bild: Sebastian Willnow, dpa (Symbol)

Fünf Westallgäuer erzählen, wie sie die Situation in den Lindenberger Geschäften vor dem harten Lockdown erlebt haben.

Bild: Sebastian Willnow, dpa (Symbol)

Kurz vor dem harten Lockdown war viel los in den Städten. Wie die Einkäufe für fünf Westallgäuer in den Lindenberger Geschäften liefen - und wie manche es sich einfach machten.
16.12.2020 | Stand: 11:56 Uhr

Wegen des Corona-Lockdowns müssen seit heute alle Läden schließen, die nicht als systemrelevant eingestuft sind. Das trifft die Einzelhändler hart, da die Weihnachtszeit die umsatzstärkste Zeit des Jahres ist. Entsprechend viel los war in den vergangenen Tagen: Viele Kunden haben da ihre letzten Geschenke besorgt. Wie haben Stadtbummler ihre Einkäufe erlebt? Die Allgäuer Zeitung hat in Lindenberg nachgefragt.

Klaus Schreiner aus Lindenberg, 61 Jahre: „Wir sind klarschiff, haben alle Geschenke bereits gekauft. Ich muss aber sagen, dass es in den Läden teilweise ziemlich heftig zuging. Grundnahrungsmittel beispielsweise waren quasi nicht mehr zu haben. Wegen meiner Hörgeräte macht mir außerdem der Mundschutz manchmal zu schaffen. Sie können, wenn ich auch noch eine Mütze tragen muss, leichter herausfallen. Aber mir macht das Einkaufen immer noch Spaß. Ich habe zwar ein paar Dinge im Internet gekauft, das meiste jedoch in den Geschäften. Ich achte sehr darauf, dass ich im Landkreis Lindau vor Ort einkaufe – Corona hin oder her.“

Marion Zwecker aus Oberreute, 54 Jahre: „Wir, also meine Familie und ich, haben alle Geschenke für Weihnachten in der Stadt besorgt. Und das, was ich wollte, habe ich auch bekommen. Wegen Corona bin ich verteilt über zwei Wochen jeweils abends nach der Arbeit in die Geschäfte gegangen, wenn nicht mehr so viel los war.“

Ernst Hörmann aus Isny, 62 Jahre: „Meine Frau und ich haben alle Weihnachtsgeschenke besorgt. Erledigt haben wir das in den vergangenen acht Tagen. Es war ja absehbar, dass die Läden schließen, nachdem die Wochen zuvor schon nicht so rosig waren – bezogen auf die Corona-Lage. Aber das Schenken haben wir dieses Jahr etwas eingegrenzt. Ohnehin sind wir aber nicht die großen Schenker. Wegen Corona haben wir außerdem diesmal mehr im Internet gekauft, damit wir nicht so oft in die Stadt gehen mussten. Wir sind über 60 Jahre alt, da müssen wir ein wenig aufpassen. Insgesamt wirkten die Menschen in den Geschäften auf jeden Fall angespannter. Das liegt zum einen daran, dass viele wegen Corona einfach verängstigt sind. Zum anderen fehlt ohne Weihnachtsmärkte und Glühweinstände die Weihnachtsstimmung. Dadurch sind die Menschen weniger besinnlich.“

Michaela Katz aus Lindenberg, 50 Jahre: „Ich habe beschlossen, dass meine Freunde und Verwandten dieses Jahr leer ausgehen in Sachen Geschenke. Das hat in erster Linie private Gründe. Wenn Corona nicht wäre, würden die aber vielleicht etwas bekommen. Ich denke mir aber, dieses Jahr mach ich das anders. Denn an diesen zwei Tagen vor der Schließung ist in den Geschäften so unglaublich viel los, weil viele Menschen noch kurz vor Schluss noch etwas kaufen möchten.“

Annemarie Kirchmann aus Lindenberg, 86 Jahre: „Wir sind in diesem Jahr übereingekommen, dass wir uns nichts schenken. Außer meine Nichten, die bekommen Geld. Der Corona-Trubel um Weihnachten und der entsprechende Andrang in den Geschäften hat mich recht wenig beeinflusst. Ich muss ja erstens keine Geschenke kaufen und zweitens auch nichts für ein Essen, weil ich die Feiertage bei meiner Tochter verbringe. Weil ich nur alltägliche Dinge kaufen muss, stört mich die Situation in den Geschäften also nicht sonderlich. Schade ist dafür, dass ich mit der Familie nicht in der Form wie sonst zusammensitzen kann.“