Pandemie im Westallgäu

Im Lindauer Testzentrum ist Geduld gefragt - wer erhält wo im Westallgäu einen kostenlosen PCR-Test?

Lindau hat am Samstag den RKI-Inzidenzwert von 200 überschritten - das bedeutet, dass Stadt und Kreis strengere Corona-Regeln mit einer Ausgangssperre bekommen.

Die hochansteckende Omikron-Variante verbreitet sich im gesamten Landkreis Lindau.

Bild: Ingrid Grohe (Archivbild)

Die hochansteckende Omikron-Variante verbreitet sich im gesamten Landkreis Lindau.

Bild: Ingrid Grohe (Archivbild)

Aufgrund der hohen Fallzahlen kommt es an der Bösenreutiner Steig zu langen Wartezeiten. Auch die Kontaktnachverfolgung ist nur eingeschränkt möglich.
19.01.2022 | Stand: 17:02 Uhr

Die hochansteckende Omikron-Variante verbreitet sich im gesamten Landkreis und trifft aktuell eher jüngere Menschen unter 50 Jahren. Betroffen sind laut Pressemitteilung des Landratsamts Schulklassen und Kindertageseinrichtungen. Aber es gebe auch auffallend viele Erstinfektionen, bei denen eine Ansteckung nicht nachvollzogen werden kann. Am Mittwoch vermeldet das Robert-Koch-Institut für den Landkreis 212 neue Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 834,5. Das ist aktuell der sechsthöchste Wert in Bayern. Insgesamt gibt es 71 Landkreise sowie 25 kreisfreie Städte im Freistaat.

Viele Meldungen im Landkreis kommen über die Hausärzte und „hier ist der Großteil der Patienten symptomatisch, wenn auch oftmals mit leichten Verläufen“, teilt die Behörde mit. Allein am Dienstagvormittag wurden auf dieser Schiene über 170 positive PCR-Testungen gemeldet.

412 PCR-Tests am Montagabend - in einem einzigen Testzentrum in Lindau

Hinzu kommen dann je nach Laborauslastung ab spätem Nachmittag die Testergebnisse vom Testzentrum an der Bösenreutiner Steig. 412 PCR-Tests wurden dort allein am Montagabend durchgeführt. Es kam deshalb laut Landratsamt zu Wartezeiten von etwa zwei Stunden. Das Team von Allgäu Medical hatte erst um 21.30 Uhr die letzten Abstriche genommen.

„Auch in den nächsten Tagen rechnen wir mit einem hohen Testaufkommen und bitten die Menschen, sich auf längere Wartezeiten einzustellen. Aber ich kann versichern: Weggeschickt wird niemand. Wir testen so lange in die Nacht hinein wie nötig“, sagt Wolfgang Strahl von Allgäu Medical. Er verweist in dem Zusammenhang nochmals auf die Vorgaben für kostenlose PCR-Tests, denn diese erhalten nur bestimmte Personengruppen.

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Auch im Gesundheitsamt führen die hohen Infektionszahlen zu weiteren Einschränkungen. Musste in der vergangenen Woche laut Landratsamt bereits eine umfangreiche Kontaktnachverfolgung eingestellt werden (wir berichteten), so können nun nicht mehr alle Betroffenen persönlich kontaktiert werden.

Schriftliche Info statt Anruf

Diese werden nun in erster Linie schriftlich informiert. „Ich hätte es gerne anders, denn die persönliche Betreuung und Begleitung der Erkrankten war uns allen immer ein wichtiges Anliegen“, bedauert Landrat Elmar Stegmann, aber die sehr hohe Arbeitsbelastung lasse diese enge Begleitung nicht mehr zu.

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Auch für die Schulen und Kindertageseinrichtungen ändert sich das Vorgehen bei der Kontaktnachverfolgung. So werden vorerst nur noch tatsächlich infizierte Kinder und deren Familien kontaktiert. Alle anderen Kinder und Familienangehörigen erhalten über die jeweilige Schule, Gruppe, Einrichtung eine TAN für einen PCR-Test am Testzentrum Bösenreutin. „Hintergrund ist, dass aufgrund der massiv gestiegenen Fallzahlen die sehr komplexe und aufwändige Ermittlung von Quarantänefällen derzeit nicht erfolgen kann“, schreibt das Landratsamt.

Wer erhält einen kostenlosen PCR-Test?

Nach zwei Stunden Wartezeit weggeschickt zu werden, da kein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test besteht, ist ärgerlich. Deshalb erläutert das Landratsamt Lindau nochmals detailliert, wer im bayerischen Testzentrum an der Bösenreutiner Steig in Lindau einen kostenlosen PCR-Test machen kann:

  • Kontaktpersonen, die über das Gesundheitsamt aufgefordert wurden, einen PCR-Test durchzuführen.
  • Personen, bei denen ein Antigen-Schnelltest oder Selbsttest positiv ausgefallen ist. Das Vorzeigen eines positiven Schnellteststreifens genügt, um einen PCR-Kontrolltest zu erhalten. Der Schnellteststreifen wird jedoch vor Ort einbehalten.
  • Ein roter Warnhinweis in der Corona-Warn-App „erhöhtes Risiko“ berechtigt ebenfalls zu einem kostenlosen PCR-Test im Testzentrum. Dafür genügt es, die App im Testzentrum vorzuzeigen.
  • Schwangere (bis 31. März 2022).
  • Stillende (bis auf Weiteres).
  • Menschen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht oder noch nicht vollständig geimpft werden können (formlosen ärztlichen Nachweis mitbringen).
  • Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, sofern die Einrichtung keine eigenen Testungen durchführt (formlosen Nachweis der Einrichtung mitbringen).
  • Patienten vor Aufnahme in eine Einrichtung (Beleg der Einrichtung über den Termin der Aufnahme und die Notwendigkeit einer Testung), wie Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Vorsorge- oder Rehaeinrichtungen, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken, Entbindungseinrichtungen, Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, Pflegeheime, Obdachlosenunterkünfte, Asyl-Gemeinschaftsunterkünfte, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Berufliche Rehakliniken.

PCR-Tests für Selbstzahler sind möglich in Lindau (Teststation EcoCare Lidl, Kemptener Straße 17; Teststation Maximilianstraße; Teststation Bahnhof Reutin), in Wasserburg (Medicare, Rotkreuz 75) sowie in Arztpraxen.

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