Fragen und Antworten

Corona-Regeln in der Grenzregion: Wer darf was - und vor allem wo?

Ob zur Arbeit, zur Schule, zum Verwandtenbesuch, zum Einkauf oder Kulturgenuss – viele Menschen in der Region passieren täglich, oft mehrmals, Landes- und Bundesgrenzen.

Ob zur Arbeit, zur Schule, zum Verwandtenbesuch, zum Einkauf oder Kulturgenuss – viele Menschen in der Region passieren täglich, oft mehrmals, Landes- und Bundesgrenzen.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Ob zur Arbeit, zur Schule, zum Verwandtenbesuch, zum Einkauf oder Kulturgenuss – viele Menschen in der Region passieren täglich, oft mehrmals, Landes- und Bundesgrenzen.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Allgäuer in Grenzregionen haben es mit unterschiedlichen Regelungen zu tun und überlegen: Wer darf was – und vor allem wo? Hier ein paar oft gestellte Fragen.
11.12.2020 | Stand: 18:48 Uhr

Isny, Wangen, Argenbühl, Bregenz: Westallgäuer sind Grenzgänger. Ob zur Arbeit, zur Schule, zum Verwandtenbesuch, ins Yoga, zum Einkauf oder Kulturgenuss – viele Menschen in der Region passieren täglich, oft mehrmals, Landes- und Bundesgrenzen. Umso größer die Verwirrung in Zeiten der Pandemie, wo Infektionswerte je nach Staat beziehungsweise Bundesland teils unterschiedlich interpretiert werden und zu verschiedenen Corona-Schutzmaßnahmen führen. „Was gilt nun eigentlich?“, ist daher eine häufig gestellte Frage in diesen Tagen. Die Antwort: grundsätzlich immer die Regeln des aktuellen Aufenthaltsorts. Hier der Versuch, ein paar Punkte zu klären – wobei sich die Situation in kürzester Zeit wieder ändern kann.

Arbeit, Schule, Familie, Weihnachten: Die Regelungen in den Grenzregionen

Schule: Viele junge Westallgäuer besuchen Schulen in Baden-Württemberg. Dort gelten andere Verordnungen für den Unterricht als in Bayern. Woran müssen sich die bayerischen Schülerinnen und Schüler halten?

„Es gelten die Regeln des Bundeslands, in dem die Schule angesiedelt ist“, erklärt hierzu das Landratsamt auf Anfrage unserer Redaktion. Für Familien, deren Kinder Schulen sowohl in Bayern als auch in Württemberg besuchen, kann es also kompliziert werden.

Büchereien: In württembergischen Nachbarstädten sind Büchereien geöffnet. Ist es Westallgäuern erlaubt, in Baden-Württemberg solche Einrichtungen zu besuchen, oder dürfen sie nur zum Einkaufen oder Arztbesuch in die Nachbarschaft fahren?

Menschen dürfen im Freistaat Bayern aktuell das Haus nur aus triftigem Grund verlassen. Trotzdem sei die Freizügigkeit nicht gänzlich aufgehoben, erklärt das Landratsamt. Es sei nicht per se verboten, in ein anderes Bundesland zu reisen, „wenigstens dann nicht, wenn hierfür ein triftiger Grund vorliegt“. Dann sind die dort vor Ort geltenden Bestimmungen einzuhalten.

>> Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuelle Corona-Entwicklung in der Region Allgäu und in der Welt <<

Daraus könnte man schließen: Wer nach Wangen zum Arzt muss, kann dort anschließend auch in die Bücherei gehen. Das Landratsamt appelliert jedoch angesichts der Lage, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. „Grundsätzlich sollen nicht notwendige Fahrten unterlassen werden.“

Arbeit in Vorarlberg: Viele Menschen aus dem Landkreis Lindau arbeiten in Vorarlberg. Teilweise pendeln sie täglich zur Arbeit und nach Hause, teilweise wohnen sie während der Woche an ihrer Arbeitsstätte in Österreich. Können sie weiterhin abends beziehungsweise am Wochenende nach Hause fahren, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen?

Ja, sagt hierzu das Landratsamt Lindau und zitiert aus den Regelungen für Grenzpendler. Demnach besteht keine Quarantäne- und Testpflicht für Frauen und Männer, die sich aus Gründen des Berufs oder der Ausbildung regelmäßig in einem Risikogebiet, also Vorarlberg, aufhalten und mindestens einmal wöchentlich an ihren Wohnsitz zurückkehren. Die Notwendigkeit des Aufenthalts im Risikogebiet muss durch Arbeitgeber, Auftraggeber oder Bildungseinrichtung bescheinigt sein.

Familie/Weihnachten: Werden die Grenzen zwischen den Bundesländern beziehungsweise zum Nachbarland Österreich, das Zusammenkommen von Familien an Weihnachten erschweren – oder können sich Familienangehörige, egal wo sie wohnen, treffen, sofern es nicht mehr als die zugelassenen zehn Personen sind?

Zusätzliche Einschränkungen für das Zusammenkommen von Menschen aus verschiedenen Bundesländern gibt es nicht.

Aus Österreich, also einem ausländischen Risikogebiet, dürfen Verwandte ersten oder zweiten Grades – also Eltern, Kinder, Großeltern, Geschwister und Enkel – ohne Test- und Quarantänepflicht zur Familienfeier nach Deutschland kommen, wenn sie weniger als 72 Stunden, also drei Tage, bleiben. Das Gleiche gilt für Bayern, die Verwandte in Österreich besuchen möchten, sowie für Lebensgefährten und Eheleute, die nicht im gleichen Haushalt leben.

Informationen zu den jeweils geltenden Regeln finden sich auf Internetseiten der Landkreise und Bundesländer. Diese Informationsportale sind allerdings unterschiedlich aufgebaut, sodass es nicht leicht ist, sich schnell einen Überblick zu verschaffen.

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