Sport im Westallgäu

Corona: Verband bricht Tischtennis-Saison in Württemberg ab

Christian Buchmaier und die SV Weiler waren Zweiter in der Tischtennis-Bezirksliga. Nun hat der Verband die Saison aber ohne Wertung beendet.

Christian Buchmaier und die SV Weiler waren Zweiter in der Tischtennis-Bezirksliga. Nun hat der Verband die Saison aber ohne Wertung beendet.

Bild: Thomas Gretler

Christian Buchmaier und die SV Weiler waren Zweiter in der Tischtennis-Bezirksliga. Nun hat der Verband die Saison aber ohne Wertung beendet.

Bild: Thomas Gretler

Der baden-württembergische Verband TTBW beschließt den Abbruch der Saison 2020/21 ohne Wertung. Was Abteilungsleiter Thomas Bayer von der SV Weiler dazu sagt.
20.02.2021 | Stand: 18:19 Uhr

Nach Volleyball und Handball hat es die nächste Hallensportart erwischt: Der baden-württembergische Tischtennis-Verband TTBW hat die Saison 2020/21 mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Die Verantwortlichen rechnen nicht mehr damit, die noch ausstehenden Spiele rechtzeitig über die Bühne bringen zu können. Für die Tabelle bedeutet das: Die Spielzeit wird annulliert, es gibt weder Auf- noch Absteiger.

„Für mich ist diese Entscheidung keine Überraschung – und der Schritt der einzig gangbare Weg“, sagt Abteilungsleiter Thomas Bayer von Bezirksligist SV Weiler. Zugleich räumt er ein: „Für die Teams an der Tabellenspitze mit Ambitionen aufzusteigen ist das mit Sicherheit ein schwieriges Thema.“

Durch den Lockdown pausiert der Amateursport seit November. Und bereits Anfang Dezember hatte der Verband beschlossen, auf eine Einfachrunde umzustellen. Geplant war, ab Februar oder März die Hinrunde auszuspielen.

Corona-Lockdown geht mindestens bis 7. März

Jetzt ist klar: Auch diese verkürzte Saisonplanung ist hinfällig. Denn der Lockdown ist bekanntermaßen bis zum 7. März verlängert worden – und der Verband geht nicht davon aus, dass die Sporthallen unmittelbar danach wieder aufmachen, sondern frühestens nach den Osterferien. Rechnet man dann noch zwei Wochen Training als Vorbereitung hinzu, wäre der früheste Termin für den Re-Start Ende April.

Das sieht auch Bayer so. „Es gehen dir schlichtweg die Wochen weg, bis du wieder in die Halle kannst. Und ohne Training in den Spielbetrieb zu gehen, ist aus meiner Sicht nicht gesundheitsförderlich – egal in welcher Sportart“, sagt er.

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Corona: Amateursport steht still

Weil die Punkterunde aber am 29. Mai abgeschlossen sein muss, reicht die Zeit nicht mehr aus – auch wenn der Verband bis zu vier Nachholspieltage einschieben könnte. Zumal durch Pfingsten (22. bis 24. Mai) auch noch ein ganzes Wochenende wegfällt. „In einigen Spielklassen stehen für manche Mannschaften noch bis zu acht Spiele aus, um die Saison abzuschließen“, hebt TTBW-Geschäftsführer Thomas Walter hervor. Das gilt beispielsweise für die SG Scheidegg, die in der zehn Teams umfassenden Bezirksliga bis dato erst zwei Spiele hatte. Ligakonkurrent Weiler hatte immerhin schon sechsmal gespielt.

Saison-Abbruch betriff auch TSV Opfenbach und TC 46 Lindenberg

Der Saisonabbruch betrifft im Westallgäu zudem den TSV Opfenbach, TC 46 Lindenberg und TSV Wohmbrechts, die allesamt in der Verbandsrunde gemeldet sind.

Sorgen macht sich der Verband um den Nachwuchs. Damit die Kinder und Jugendlichen bei der Stange bleiben, arbeiten die Verantwortlichen an alternativen Spielangeboten für die Sommermonate. Sollte die Infektionslage im April, Mai und Juni wieder Hallensport zulassen, wären beispielsweise ein Team-Cup, eine Turnierserie oder organisierte Freundschaftsspiele denkbar.

Thomas Bayer: Corona trifft Firmen härter als Amateursport

Trotz all dieser Bemühungen ist es für Bayer„ein verlorenes Jahr“ für den Amateursport. Allerdings sei die Lage „für die Geschäfte und Firmen noch viel dramatischer“, stellt der 48-Jährige klar. Ob sich der Saisonabbruch auf die Mannschaftsmeldungen oder die Mitgliederzahl auswirkt, könne er derzeit noch nicht sagen. „Ängste in alle Richtungen, um Krankheit oder Jobsicherheit sind gerade größer“, sagt er. Zumindest momentan sei die Mitgliederzahl bei der SV Weiler aber stabil. „Wir haben nicht mehr oder weniger Austritte wie in den vergangenen normalen Jahren.“