Brandschutz

Damit das Löschwasser auch im Außenbereich nicht ausgeht

Ein Autokran hievte den 16 Tonnen schweren Löschwassertank in die Grube.

Ein Autokran hievte den 16 Tonnen schweren Löschwassertank in die Grube.

Bild: Reinhold Osterberger

Ein Autokran hievte den 16 Tonnen schweren Löschwassertank in die Grube.

Bild: Reinhold Osterberger

Die Gemeinde Grünenbach investiert knapp 20 000 Euro in einen neuen Löschwassertank. Kreisbrandrat Wolfgang Endres sieht eine steigende Sensibilität für das Thema.
10.10.2020 | Stand: 18:07 Uhr

Die Löschwasserversorgung muss überall gewährleistet sein. In jeder Gemeinde, in jedem noch so kleinen Ortsteil. Darauf hat Kreisbrandrat Wolfgang Endres kürzlich die Bürgermeister des Landkreises bei ihrer Versammlung hingewiesen. Er sieht in den vergangenen Jahren auch eine steigende Sensibilität für das Thema. Immer häufiger investieren Kommunen insbesondere in ihren Außenbereichen, in denen entweder nicht die notwendige Wassermenge oder nicht der notwendige Wasserdruck vorhanden ist. Ein Beispiel ist die Gemeinde Grünenbach. Sie hat gerade einen neuen Löschwassertank im Ortsteil Unterried einbauen lassen.

In den meisten Orten steht Löschwasser über die Trinkwasserversorgung zur Verfügung. Doch nicht immer lässt sich der Bedarf damit decken, weiß der Kreisbrandrat. Denn: Steht die Trinkwasserentnahme aus dem Netz nicht im Verhältnis zur benötigten Löschwassermenge, dann ist der Durchfluss in den Leitungen nicht mehr gewährleistet und eine Verkeimung droht. Auch deshalb sind Löschweiher oder Löschwassertanks aus seiner Sicht eine notwendige und sinnvolle Ergänzung.

Das Wasser aus dem Weiher hätte nur eine Stunde gereicht

Einen Weiher hat es auch zwischen den Grünenbacher Ortsteilen Ober- und Unterried gegeben. Dessen Kapazität lag bei knapp 50 Kubikmetern. Das hätte aber maximal für einen einstündigen Löscheinsatz ausgereicht, rechnet Endres vor. Denn pro Minute fließen etwa 800 Liter Wasser durch einen Löschschlauch. Diese Menge sollte aber für mindestens zwei Stunden zur Verfügung stehen. So schreibt es die Kreisbrandinspektion der Feuerwehr unter anderem in ihre Stellungnahmen zu Neubaugebieten.

Noch mehr Wasser muss beispielsweise in Gewerbegebieten zur Verfügung stehen, um einen optimalen Löscheinsatz zu gewährleisten. Während bei Neubaugebieten also die Kreisbrandinspektion auf den Bedarf aufmerksam macht, sind im Bestand die jeweilige Ortsfeuerwehr beziehungsweise die Kommune gefragt.

Sanierung des Löschweihers hätte viel Geld gekostet

Vor diesem Hintergrund hat die Feuerwehr Ebratshofen auf die Situation in Unterried aufmerksam gemacht. Denn sie ist bei Löscheinsätzen dort im Einsatz. Der Löschweiher war in einem „desolaten Zustand“, wie Grünenbachs Bürgermeister Markus Eugler gegenüber unserer Redaktion bestätigt. Der Weiher war zugewuchert und die Staumauer defekt. „Eine Sanierung hätte uns viel Geld gekostet“, weiß Eugler. Daher fiel die Entscheidung, einen Tank einzusetzen.

Zunächst war an einen überirdischen ehemaligen Gastank der Stadtwerke Lindenberg gedacht, letztlich aber hat die Gemeinde einen Erdtank einsetzen lassen. Er fasst 100 Kubikmeter Wasser. Gefüllt hat ihn die Kommune aus dem Netz der Trinkwasserversorgung. Um eine Verkeimung zu verhindern, erfolgt kein Durchfluss – die dahinter liegenden Gebäude erhalten ihr Trinkwasser also weiterhin direkt. Eine Pumpe fördert das Löschwasser in den Tank. Deren Leistung reicht aber nicht aus, um im Brandfall ausreichende Wassermengen zur gewährleisten.

Schwertransporter und Autokran im Einsatz

Umso wichtiger war der relativ große, 16 Tonnen schwere Tank. Per Schwertransporter ließ ihn die Gemeinde an seinen Standort bringen. Ein Autokran hievte ihn schließlich in die ausgehobene Grube. Ein Anlieger hatte dafür sein Grundstück zur Verfügung gestellt.

Für 14 Haushalte hat sich mit dem Einbau des Tanks die Löschwassersituation markant verbessert, ist der Bürgermeister überzeugt. Unter ihnen befinden sich fünf große landwirtschaftliche Anwesen.