Corona

Das erste Corona-Impfzentrum im Landkreis Lindau steht

Landrat Elmar Stegmann und Thomas Kaleja vom THW stellten das Impfzentrum vor.

Landrat Elmar Stegmann und Thomas Kaleja vom THW stellten das Impfzentrum vor.

Bild: Peter Mittermeier

Landrat Elmar Stegmann und Thomas Kaleja vom THW stellten das Impfzentrum vor.

Bild: Peter Mittermeier

In der Sporthalle der Fachoberschule Lindau werden sich Bürger gegen das Virus impfen lassen können. In Lindenberg ist ein zweites Zentrum geplant.
08.12.2020 | Stand: 09:21 Uhr

Das erste Impfzentrum im Landkreis steht: Über das Wochenende hat das Landratsamt mit Unterstützung des THW die Sporthalle der Fachoberschule in Lindau entsprechend eingerichtet. „Wir sind startklar“, sagte Landrat Elmar Stegmann gestern Nachmittag bei einem Pressegespräch. Ein zweites Impfzentrum richtet der Kreis in Lindenberg ein. Wo genau, will die Behörde Ende der Woche bekannt geben. Steht der Impfstoff zur Verfügung, können in den beiden Zentren und dem zusätzlichen Einsatz mobiler Teams 250 bis 300 Menschen am Tag im Landkreis geimpft werden, schätzt Erik Jahn, Leiter des Bereiches Kommunales, Sicherheit und Ordnung am Landratsamt.

Das Zentrum in der Sporthalle ist spartanisch eingerichtet. Im Einbahn-System werden die Bürger durch die Räume geleitet werden. „Wir wollen so wenig Begegnungen wie möglich“, schilderte Thomas Kaleja vom Lindenberger THW. Er hatte schon das Corona-Testzentrum in Lindau wesentlich mit aufgebaut. Bei der praktischen Arbeit setzt das Landratsamt auch auf externe Dienstleister. So wird sich das gleiche Unternehmen um die Terminvergabe an Bürger kümmern, das das Testzentrum an der Bösenreutiner Steige betreibt. Impfwillige werden sich telefonisch oder online anmelden können. Allerdings ist noch unklar, welche Bevölkerungsgruppen Vorrang haben werden.

Impfungen an sieben Tagen in der Woche

Klar ist: In den beiden Zentren soll an sieben Tagen die Woche geimpft werden. Mindestens zwei Ärzte und zusätzliches medizinisches Personal werden vor Ort sein. Die Mediziner werden vor allem für die Aufklärung der Patienten zuständig sein. Die praktische Impfung können auch entsprechend geschulte Mitarbeiter übernehmen, beispielsweise Rettungsassistenten oder -sanitäter, wie Stegmann schilderte. Das Landratsamt geht davon aus, genügend Mediziner für den Dienst zu finden. Die Kassenärztliche Vereinigung hat ihre Mitglieder angeschrieben und abgefragt, welche Ärzte bereit wären, in einem der Impfzentren zu arbeiten.

Impfzentrum Lindau
In der Sporthalle der Fachoberschule Lindau entsteht das erste Impfzentrum gegen Corona.
Bild: Peter Mittermeier

Landrat Stegmann bereitet Situation an Altenheimen Sorge

Parallel werden mobile Teams im Landkreis unterwegs sein, um die Bewohner und Beschäftigten in den Pflegeheimen zu impfen. Das ist auch aus Sicht von Landrat Stegmann sinnvoll. Denn in den Heimen ist mittlerweile der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens im Landkreis. Nach den aktuellen Zahlen des Landratsamtes sind 35 Bewohner in Heimen positiv auf das Coronavirus getestet, bei 20 weiteren besteht der Verdacht darauf. Das Virus trifft auch die Beschäftigten. Infiziert haben sich 22 Mitarbeiter, sechs weitere werden als Verdachtsfälle gehandelt. Und: 76 Beschäftigte sind in Quarantäne. Mit einer Ausnahmegenehmigung und besonderer Schutzausrüstung dürfen sie aber weiter in dem jeweiligen Heim arbeiten. Ihre Wohnung dürfen sie allerdings nur für den Weg zur Arbeit verlassen.

Mit den betroffenen Einrichtungen steht das Landratsamt nach eigenen Angaben in „engem Kontakt“ (Stegmann). Unter anderem bekommen die Heime Schutzausrüstung aus Beständen des Katastrophenschutzes. Und auch die Bundeswehr habe Unterstützung zugesagt.

Mehr Patienten in den Kliniken

Lesen Sie auch
Der Standort des Corona-Impfzentrums in Lindenberg steht fest.
Impfungen gegen das Virus

Corona-Impfzentrum in Lindenberg: Landratsamt gibt Standort bekannt

Zunehmend berichtet das Gesundheitsamt von schweren Verläufen der Krankheit. So hat die Zahl der Patienten zugenommen, die klinisch behandelt werden müssen. Aktuell liegen in den beiden Krankenhäusern im Landkreis zusammen 16 Covid-19-Patienten, zehn in Lindenberg, sechs in Lindau. Sechs Menschen aus dem Landkreis werden zudem außerhalb der Region in entsprechend spezialisierten Kliniken behandelt.