Lindenberg/Grünenbach

Das ist der neue Leiter der Grundschule in Lindenberg

Rainer Hölzel verlässt nach zehn Jahren die Grundschule Laubenberg. An der Schulstelle in Grünenbach erinnert ein Römerturm an eines der Projekte, die Hölzel dort initiiert hat.

Rainer Hölzel verlässt nach zehn Jahren die Grundschule Laubenberg. An der Schulstelle in Grünenbach erinnert ein Römerturm an eines der Projekte, die Hölzel dort initiiert hat.

Bild: Olaf Winkler

Rainer Hölzel verlässt nach zehn Jahren die Grundschule Laubenberg. An der Schulstelle in Grünenbach erinnert ein Römerturm an eines der Projekte, die Hölzel dort initiiert hat.

Bild: Olaf Winkler

Bislang war Rainer Hölzel Schulleiter im Argental. Dort räumt der 50-Jährige gleich zwei Posten. Was ein Grünenbacher Römerturm mit seiner Arbeit zu tun hat.
27.07.2020 | Stand: 13:37 Uhr

Von den Schülerinnen und Schülern, aber auch von den Lehrer-Kollegen der Laubenbergschule im Argental hat sich Rainer Hölzel vor Beginn der Sommerferien verabschiedet. Ein Wiedersehen nach den Ferien gibt es allerdings nicht, denn der 50-Jährige wird als Nachfolger von Silvia Turnwald neuer Schulleiter der Grundschule in Lindenberg. Im Argental macht er gleich zwei Posten frei, die das Schulamt neu zu besetzen hat: Sowohl bei der Laubenbergschule in Grünenbach als auch bei der Grundschule in Röthenbach gibt es ab Herbst neue Schulleiter.

Hölzel hat sein bisheriges Berufsleben fast ausschließlich im Westallgäu verbracht. In Weißenburg in Mittelfranken geboren studierte er in Eichstätt auf Lehramt und war als Junglehrer in Pappenheim im Einsatz. Am Ende seiner Ausbildung 1997 war jedoch klar: Der Staat stellt nur wenige Lehrer an. So bewarb er sich bei der Stadt Wangen als Kinder- und Jugendbeauftragter.

Hölzel baut in Wangen Vereinshaus auf und organisiert Projekt "Umsonst und draußen"

Er baute dort das Jugend- und Vereinshaus auf, war für die offene Jugendarbeit der Stadt verantwortlich und organisierte das „Umsonst und draußen“ unter der Autobahnbrücke. Dabei konnte er an seine ehrenamtliche Jugendarbeit, unter anderem im CVJM, anknüpfen.

Im Jahr 2000 war dann „die Türe offen“ für den Schuldienst: Zunächst in Lindenberg, ab 2006 als Konrektor an der damaligen Grund- und Teilhauptschule in Heimenkirch sammelte er erste Erfahrungen, um 2008 als Schulleiter nach Röthenbach zu wechseln.

Seit 2010 war er nun Leiter der Laubenbergschule mit ihren Schulstellen in Gestratz, Grünenbach und Maierhöfen. 2006 übernahm er zudem die Leitung der weiterhin selbstständigen Grundschule in Röthenbach. Da es dort im neuen Schuljahr wieder vier Klassen gibt, wird die Schulleiterstelle dort wieder unabhängig von der Laubenbergschule besetzt. Mit wem, ist offen.

Zeit der großen Veränderungen an der Laubenbergschule

Die zehn Jahre an der Laubenbergschule waren von großen Veränderungen geprägt. Die Schülerzahl ist von 230 auf 148 zurückgegangen, die Nachmittagsbetreuung samt Mensa-Betrieb wurde eingeführt. „Schule muss sich weiter entwickeln“, sei stets sein Anspruch gewesen, sagt Hölzel. Sie müsse sich den Rahmenbedingungen, aber auch den Bedürfnissen der Eltern anpassen – aber auch ein „ganzheitliches Erlebnis“ für die Kinder sein.

Das verbindet Hölzel vor allem auch mit Projekten: Theater wurde gespielt, der Flötenunterricht und eine Bläsergruppe eingerichtet und der Schwimm-Unterricht eingeführt. Das Römer-Projekt 2015 hat Spuren hinterlassen: Hinter dem Schulgebäude zeugt ein Römerturm davon – und auch die Kommunen reagierten und stellten Bushaltestellen im gleichen Stil auf. Besonders geprägt habe die „Patenschaft“ für die Zeltschule im Libanon, sagt Hölzel. So habe das Flüchtlingsthema eine besondere Bedeutung bekommen. „Wir konnten den Kindern vermitteln, dass wir vor Ort helfen können und müssen“, sagt Hölzel.

Hölzel hat künftig mit fast doppelt so vielen Klassen und Lehrern zu tun

Vor dem Sprung von der Land- zur Stadtschule in Lindenberg hat der verheiratete vierfache Familienvater mit Wohnsitz Wangen keine Angst: „Das Handwerk ist das Gleiche“. Er weiß um den Schwerpunkt Inklusion der Lindenberger Grundschule. Statt mit elf hat er es künftig mit 19 Klassen zu tun, statt mit 19 Lehrern mit 40. Und: Hölzel wird weniger unterrichten, wohl nur noch acht Schulstunden wöchentlich. Doch er sieht auch den Vorteil, dass es künftig nicht mehr vier Schulorte sind, an denen er präsent sein muss, sondern nur noch einer. Sein größter Wunsch für den Start in Lindenberg: „Dass wir rechtzeitig wissen, wie wir im Corona-Umfeld starten können.“