Corona

Das sagen Westallgäuer Gastronomen zu den Lockerungen

Ab sofort dürfen Gäste ihre Speisen und Getränke wieder im Innenraum genießen.

Ab sofort dürfen Gäste ihre Speisen und Getränke wieder im Innenraum genießen.

Bild: Matthias Bein (Symbolfoto)

Ab sofort dürfen Gäste ihre Speisen und Getränke wieder im Innenraum genießen.

Bild: Matthias Bein (Symbolfoto)

Ab sofort dürfen Cafés und Restaurants ihre Innenbereiche wieder öffnen. Doch die Freude ist nicht ungetrübt. Das sagen Westallgäuer Gastronomen zu den Regeln.
07.06.2021 | Stand: 06:12 Uhr

Am Freitag hat die bayerische Staatsregierung eine neue Infektionsschutzverordnung beschlossen, am heutigen Montag tritt sie in Kraft. Für die Gastronomie bringt sie einen deutlichen Öffnungsschritt: Ab sofort darf die Bewirtung auch wieder im Innenbereich erfolgen. Die Freude darüber ist auch im Westallgäu groß. Denn die in den vergangenen Wochen kühle und zuletzt unsichere Wetterlage hat manchen Gast vom genussvollen Essen im Freien abgehalten.

„Das ist ein großer Schritt zur Normalität“, sagt Axel Kulmus vom „Rössle“ in Stiefenhofen. Erst an Fronleichnam hat er erlebt, dass erste Regentropfen für Verunsicherung bei den Gästen im Außenbereich sorgten. Ab sofort wäre ein Umzug in den Innenbereich möglich. Der war in den vergangenen Wochen lediglich den Hotelgästen von Kulmus vorbehalten. Denn die durften auch innen speisen.

Für Axel Kulmus (Bild oben links, im Uhrzeigersinn) vom „Rössle“ sind die Lockerungen ein Schritt Richtung Normalität.
Für Axel Kulmus (Bild oben links, im Uhrzeigersinn) vom „Rössle“ sind die Lockerungen ein Schritt Richtung Normalität.
Bild: Kulmus

Gäste hatten teils kein Verständnis für Corona-Regeln

Die gleiche Situation hat auch Markus Stöckeler vom „Hirschen“ in Scheidegg erlebt: „Da gab es durchaus Erklärungsbedarf“. Denn längst nicht jeder Gast kannte die jeweils aktuellen Corona-Regeln und hatte mitunter Verständnis dafür, selbst im Freien sitzen zu müssen, während andere Gäste im Innenraum speisen durften. Mit der Öffnung des Innenbereichs hat Stöckeler seit Tagen gerechnet. Er bezeichnet die neuen Regeln schlicht als „wunderbar“. Logistisch sieht er darin keine Probleme. Denn schon in den jüngsten Wochen war die Küche des „Hirschen“ sehr gut ausgelastet, vor allem auch durch das „To go“-Geschäft.

Markus Stöckeler vom „Hirschen“ in Scheidegg findet die neuen Regeln wunderbar.
Markus Stöckeler vom „Hirschen“ in Scheidegg findet die neuen Regeln wunderbar.
Bild: Ingrid Grohe

Christian Grunert vom „Lindenberger Hof“ macht die Öffnung des Innenbereichs „glücklich“, wie er sagt. „Die Buchungen für Geburtstage und Feiern müssen jedoch erst mal wieder reinkommen.“ Sie seien wichtig für den Umsatz. Zudem verweist er auf die beschränkte Anzahl an Tischen, um die geforderten Abstände einhalten zu können. Waren es früher bis zu 40, sind es unter Corona-Bedingungen maximal 25. „Das fehlt uns“, sagt Grunert.

Christian Grunert vom „Lindenberger Hof“ freut sich, die Gäste nun auch im Innenbereich bewirtschaften zu können.
Christian Grunert vom „Lindenberger Hof“ freut sich, die Gäste nun auch im Innenbereich bewirtschaften zu können.
Bild: Benjamin Schwärzler

Gastronom muss auf Servicekräfte verzichten

Während Grunert und Stöckeler beim Neustart im Innenbereich auf ihr bewährtes Service- und Küchenpersonal setzen können, hat es Kulmus in Stiefenhofen härter erwischt: Der Gastronom muss gleich auf drei Servicekräfte verzichten. Angesichts der langen coronabedingten Schließung hat eine Mitarbeiterin die Branche gewechselt und arbeitet jetzt in einem Autohaus. Ein Mitarbeiter ist nach Kroatien in die Gastronomie gegangen. Immerhin eine Servicekraft will in den nächsten Tagen von Kroatien nach Deutschland kommen, um das Team im „Rössle“ zu verstärken. Bis dahin setzt Kulmus auf seine Familie und auf Aushilfen, wie er sagt.

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In einer besonderen Situation ist Florian Merker: Er bereitet seit einigen Monaten die Wiedereröffnung des „Hirschen“ in Oberreute vor. Dort stehen gerade die letzten Arbeiten bei der Renovierung an: „In den nächsten Tagen wird die neue Theke eingebaut“, freut er sich. Die neue Klarheit darüber, dass er auch wirklich eröffnen kann, wenn die Arbeiten Mitte oder Ende Juni abgeschlossen sind, erleichtert ihn sehr. „Ich will doch den Leuten zeigen, was wir umgestaltet haben.“ Die Planungssicherheit vermittle ihm ein befreiendes Gefühl.

Florian Merker vom „Hirschen“ in Oberreute bereitet sich auf die Wiedereröffnung vor.
Florian Merker vom „Hirschen“ in Oberreute bereitet sich auf die Wiedereröffnung vor.
Bild: Olaf Winkler