Weiler

Deshalb beschweren sich Weilerer über einen Rastplatz an der Rothach

Kippenstummel und Taschentücher sind auf dem Rastplatz an der Rothach zu finden. Gemeinderatsmitglied Günter Sattler ärgert sich über Verschmutzungen dieser Art.

Kippenstummel und Taschentücher sind auf dem Rastplatz an der Rothach zu finden. Gemeinderatsmitglied Günter Sattler ärgert sich über Verschmutzungen dieser Art.

Bild: Daniel Boscariol

Kippenstummel und Taschentücher sind auf dem Rastplatz an der Rothach zu finden. Gemeinderatsmitglied Günter Sattler ärgert sich über Verschmutzungen dieser Art.

Bild: Daniel Boscariol

Auf Facebook beschwert sich Gemeinderatsmitglied Günter Sattler über einen Weilerer Rastplatz. Wieso die Gemeinde gegen das Problem vorerst wenig tun kann.

30.07.2020 | Stand: 07:06 Uhr

Bonbon-Verpackungen, die in der Wiese liegen, Zigarettenstummel, die sich mit Asche und Erde vermischen, Plastikfolien unter Sitzbänken: Seit fünf Jahren kümmert sich Gemeinderatsmitglied Günter Sattler aus Weiler um den Rastplatz am Rande des Wanderweges entlang der Rothach. Er holt den Müll, mäht Rasen, sorgt dafür, dass der kleine idyllische Platz idyllisch bleibt. Doch in den vergangenen Wochen fand er dort mehrmals ein anderes Bild vor. Auf dem Platz lagen Scherben, Essensreste und gebrauchte Windeln. In einem Beitrag auf der Plattform Facebook macht Sattler seinem Ärger nun Luft: „Jetzt reicht’s“, schreibt er in Großbuchstaben. „Wildtiere verteilen [...] die Fleischverpackungen auf dem ganzen Platz, und in der Tüte waren Scherben von circa sechs Bierflaschen, obwohl dort Kinder barfuß laufen.“

Müllproblem in Weiler kein Einzelfall?

Mittlerweile haben über 50 Facebook-Nutzer den Beitrag verbreitet, einige kommentierten ihn, stimmen Sattler zu. Das Thema scheint die Weilerer zu beschäftigen. „Das muss einfach nicht sein“, lautet ein Kommentar. Eine Nutzerin schreibt außerdem, das Müllproblem am Rastplatz sei kein Einzelfall: „Wir wohnen ja direkt an der Klamm und stellen das auch immer wieder fest. Auch unten am Gumpen“, schreibt sie.

Der Gemeinde ist das Problem inzwischen bekannt. „Ich wusste von der Sache an der Rothach zuerst selbst nichts“, sagt Sebastian Koch von der Tourist-Information. Den Facebook-Beitrag hält er für eine gute Idee. „Die Bevölkerung wird für das Thema Müll sensibilisiert.“ Das sei wichtig, denn „sonst geht das ja weiter so“, sagt Koch. Je bekannter Fälle über Vermüllung seien, desto mehr werden die Menschen auch damit konfrontiert. Koch stellt im Übrigen klar: „Der Ort ist kein offizieller Grillplatz, sondern ein Rastplatz am Wanderweg.“ Grillen ist also nicht erlaubt. Es gibt allerdings keine Schilder, die auf das Verbot aufmerksam machen. Dass diese etwas bringen würden, bezweifelt Koch jedoch. „Die Griller sind aber auch nicht das wirkliche Problem, sondern der Müll“, sagt er.

Tourismus-Leiter Sebastian Koch hält Müllvorkommen für ein allgemeines Problem

Dass der Platz mitten in der Natur liegt, ist idyllisch, hat aber auch Nachteile. „Da kommt man auch per Auto nicht schnell hin“, sagt Koch. Zwar sei mit Sattler regelmäßig jemand für die Pflege vor Ort. Vermüller auf frischer Tat zu ertappen, sei jedoch nahezu unmöglich. Kontrollen gestalten sich schwierig. „Die Leute werden gefühlt dreister“, findet der Tourismus-Leiter. Er hält das Müllvorkommen für ein gesamtgesellschaftliches Problem. Nicht für einen Einzelfall an der Rothach. Das liege auch an der zunehmenden Bequemlichkeit der Menschen. „Statt den Abfall in den nächstgelegenen Mülleimer zu werfen, lässt man ihn beispielsweise einfach vor der Tourist-Information liegen.“

Der 14-Tage-Rhythmus für die Platz-Pflege gilt von Mai bis Oktober. In diesem Zeitraum seien Wanderer, Hundehalter und Radler besonders oft entlang der Rothach unterwegs, die am Rastplatz dann eine Auszeit nehmen. Er glaubt nicht, dass der Müll von jungen Menschen stammt. „Die Windeln weisen darauf hin, dass das eine Familie gewesen ist.“ Unbedingt möchte er den Platz für Jugendliche erhalten: „Mir geht es hier vor allem um junge Menschen. Ich habe früher selbst dort oft Zeit verbracht und ein Bier getrunken.“