Corona-Pandemie

Deshalb ist kein Alkoholverbot im Landkreis Lindau geplant

Ein Alkoholverbot im Freien halten Westallgäuer Städte und Gemeinden nicht für nötig.

Ein Alkoholverbot im Freien halten Westallgäuer Städte und Gemeinden nicht für nötig.

Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolbild)

Ein Alkoholverbot im Freien halten Westallgäuer Städte und Gemeinden nicht für nötig.

Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolbild)

Die Städte und Gemeinden im Westallgäu sehen aktuell keinen Anlass für Alkoholverbote im Freien. Dabei spielt auch die Natur eine Rolle.
25.01.2021 | Stand: 07:04 Uhr

Die Städte und Gemeinden im Landkreis denken aktuell nicht an ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Das liegt nicht zuletzt am Winter, wie eine Umfrage der Heimatzeitung bei größeren Kommunen ergeben hat.

Die Staatsregierung hatte im Zuge der Corona-Maßnahmen auch ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit erlassen. Der Verwaltungsgerichtshof hat das aber als zu pauschal für nicht zulässig erachtet. Als Folge hat der Freistaat die Kommunen aufgefordert, über entsprechende Verbote nachzudenken.

Stadt Lindenberg sieht keinen Grund für Alkoholverbot

Die Stadt Lindenberg sieht derzeit laut Ordnungsamtsleiter Thomas Geiger dafür „keinen Handlungsbedarf“. Zumindest nicht im Rahmen des Infektionsschutzes. Denn in der Hutstadt ist der Alkoholkonsum auf bestimmten Flächen im Stadtpark und am Waldsee generell untersagt. An diesen Stellen treffen sich die Menschen oft auch abends und an Wochenenden. Geregelt ist dieses Verbot in der Grünanlagenverordnung der Stadt. Diese gilt natürlich auch aktuell, wenngleich überall Schnee liegt und von den Grünflächen ohnehin nichts zu sehen ist.

Noch nicht diskutiert wurde das Thema in Scheidegg, berichtet der geschäftsleitende Beamte Jürgen Hörmann. Aktuell sieht er dazu auch keinen Anlass, weil es diesbezüglich keine Probleme im Ort gebe. „Jetzt im Winter ist der Alkohol in der Öffentlichkeit nicht das große Thema. Das kommt eher im Sommer“, sagt Hörmann. Grundsätzlich sei es aber gut, dass die Kommunen ein solches Instrument haben. „Wir werden die Lage beobachten. Wenn wir ein Problem bemerken, können wir reagieren“, sagt Hörmann.

Weiler: Schnee-Wetter und -Berge machen wenig Lust auf Alkohol im Freien

Ähnlich schätzt Tobias Paintner, Bürgermeister in Weiler-Simmerberg, die Lage ein. Bei den Schneebergen halte sich ohnehin kaum jemand länger auf den Plätzen auf, um dort Alkohol zu konsumieren. Allerdings werde die Verwaltung die Lage möglicherweise im Frühjahr und Sommer „neu bewerten“, kündigt der Rathauschef an – abhängig davon, wie sich die Coronalage entwickelt, ob sich vermehrt Leute auf Plätzen treffen und wie sie sich dort verhalten. In der Vergangenheit hatte es diesbezüglich bereits Klagen aus der Bürgerschaft über Probleme mit einzelnen Gruppen junger Leute gegeben. Das betraf allerdings nicht die Hauptplätze.

In Lindau gibt es derzeit keine eigene Regelung und es ist laut Pressesprecher Jürgen Widmer im Moment auch keine geplant. Die Stadt gehe nicht davon aus, dass es jetzt plötzlich in irgendeiner Weise zu „Zusammenrottungen“ komme, nur weil ein Gastwirt anstatt Tee auch Glühwein zum Mitnehmen ausschenken darf. Widmer verweist in diesem Zusammenhang auf die ohnehin geltenden Corona-Regeln wie Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen. In diesen Allgäuer Städten gilt bereits ein Alkoholverbot.

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