Corona trifft das Westallgäu

Die ersten Weihnachtsmärkte im Westallgäu sind bereits abgesagt

Der Weihnachtsmarkt in Simmerberg fällt heuer aus.

Der Weihnachtsmarkt in Simmerberg fällt heuer aus.

Bild: Sara Gretler

Der Weihnachtsmarkt in Simmerberg fällt heuer aus.

Bild: Sara Gretler

Die Veranstalter fangen um diese Zeit normalerweise mit der Planung an. Doch wegen Corona ist vieles anders. Welche Auflagen die Arbeit erschweren.
23.08.2020 | Stand: 08:10 Uhr

Im Sommer denken die wenigsten bereits an die Adventszeit. Anders sieht es bei den Organisatoren von Weihnachtsmärkten aus. Schon früh, lange bevor die Tage wieder kälter werden, beginnen normalerweise die Vorbereitungen. Doch bevor die Veranstalter Glühwein- und Bockwurstvorräte einkaufen oder Stände organisieren, müssen sie sich in diesem Jahr mit der Frage beschäftigen, ob ein Weihnachtsmarkt wegen Corona überhaupt stattfinden kann.

  • Scheidegg Der Scheidegger Weihnachtsmarkt ist der größte im Westallgäu. Er geht normalerweise über zwei Tage. Für die Organisation ist unter anderem Christian Reichart vom Verkehrsverein zuständig. Ob es heuer einen Weihnachtsmarkt geben wird, ist noch unklar, sagt er: „Wir klären das aktuell mit dem Landratsamt. Aber es wird schwierig.“ Die Auflagen sind womöglich zu groß, die Mehrkosten zu hoch. Ob sich der Aufwand lohnt beziehungsweise die Umsetzung überhaupt machbar ist, soll im Laufe der nächsten Woche klarer werden.
  • Lindenberg Die Tourist-Information der Stadt kann erst ab September näheres zum Lindenberger Weihnachtsmarkt mitteilen. Er findet normalerweise an einem Samstag vor der Stadtpfarrkirche und in der Goethestraße statt. Beteiligt sind vor allem Vereine und Einrichtungen aus der Stadt.

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  • Weiler Veranstaltet wird der Weihnachtsmarkt in Weiler von der örtlichen Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV). Ob auf dem Weilerer Kirchplatz heuer einen Tag lang Glühwein getrunken und Waffeln an Ständen gegessen werden, ist unklar. Der DAV will in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen.
  • Simmerberg Für den Simmerberger Ein-Tages-Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz ist die Freiwillige Feuerwehr zuständig. Dessen Vorstand hat entschieden, dass heuer kein Weihnachtsmarkt in Simmerberg stattfinden wird. Zu groß seien die Coronaauflagen. Diese umzusetzen, würde sich nicht lohnen, sagt Daniel Rädler, der als Feuerwehrler in Simmerberg den Markt mitorganisiert: „Der Aufwand steht nicht in Relation zu vielleicht nur 300 Besuchern.“
  • Lindau Die mehrwöchige Hafenweihnacht zieht jedes Jahr Tausende Besucher teils bis aus Italien an. Vor allem an den Wochenenden herrscht auf dem Marktgelände ein dichtes Gedränge. Normalerweise beginnt die Planung der Hafenweihnacht schon Anfang des Jahres. Wegen des Coronavirus lag die Organisation heuer irgendwann auf Eis. „Jetzt wäre die heiße Phase“, sagt Ulrike Weiß vom Lindauer Stadtmarketing. Statt final zu planen, prüfen die Veranstalter nun, ob die Hafenweihnacht „entzerrt“ wird, also unter Abstandsgebot und anderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen stattfinden kann. Weiß möchte jedoch noch keine Angaben machen, ob und wie es so eine Umsetzung geben wird. Mit einer Entscheidung rechnet sie Anfang September. Die Hafenweihnacht muss, so viel ist sicher, ausfallen in der bekannten Form, mit Besuchern dicht an dicht.

>> Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Lage im Allgäu und der Welt laufend in unserem News-Blog <<

  • Isny Das Stadtmarketing Isny stellt bereits jetzt klar: In der bekannten Form wird es die Isyner Schlossweihnacht heuer nicht geben. Isny Marketing fürchtet, coronabedingte Absagen oder Einschränkungen könnten das Gesamtkonzept des Marktes zu sehr schädigen. Die Stadt plant deshalb ein kleines Alternativ-Konzept, das sich, angepasst an Coronaauflagen, umsetzen lässt. Wo, wie und wann diese Alternative stattfindet, steht noch nicht fest.