Porträt

Die neue Jugendsozialarbeiterin in Weiler - und ihr Anliegen

Isabell Beck im Pausenhof der Weilerer Schule. Dort ist sie seit 1. Mai als Jugendsozialarbeiterin tätig.

Isabell Beck im Pausenhof der Weilerer Schule. Dort ist sie seit 1. Mai als Jugendsozialarbeiterin tätig.

Bild: Boscariol

Isabell Beck im Pausenhof der Weilerer Schule. Dort ist sie seit 1. Mai als Jugendsozialarbeiterin tätig.

Bild: Boscariol

Isabell Beck ist die neue Jugendsozialarbeiterin an der Grund- und Mittelschule Weiler. Was die 23-Jährige antreibt – und wie ihr erster Eindruck von ihrem neuen Arbeitsplatz ist
20.09.2020 | Stand: 07:02 Uhr

Abwechslung gehört zum Beruf von Isabell Beck. Die Jugendsozialarbeiterin der Grund- und Mittelschule Weiler weiß am Morgen nie, was der Tag bringt und was auf sie zukommt. „Man hat mal mehr, mal weniger Arbeit“, sagt die 23-Jährige. „Hauptsache, es gibt immer etwas zu tun.“ Am 1. Mai, inmitten der Coronakrise, hat Isabell Beck die Nachfolge von Samuel Trefzer angetreten.

Isabell Beck spürt in Biberach Neigung zum Sozialen

Die Wahl-Westallgäuerin ist im baden-württembergischen Biberach, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Memmingen, geboren und aufgewachsen. Bereits während ihrer Zeit in der 32 000-Einwohner-Stadt spürt sie ihre Neigung zum Sozialen: „Ich habe gemerkt, dass ich einfach gern mit Menschen arbeite.“ Als Jugendliche engagiert sie sich bei der Wasserwacht und spielt Akkordeon in einer Musikgruppe, kommt dabei mit vielen jungen Menschen in Kontakt.

Nach dem Abitur beginnt die junge Frau ein Duales Studium: Im Landratsamt des Landkreises Biberach arbeitet sie beim Amt für Flüchtlinge und Integration, parallel studiert sie Soziale Arbeit. Ein Auslandssemester absolviert die 23-Jährige in Südafrika; dort unterstützt sie Schwerbehinderte an einer Schule.

In Weiler will sie bleiben - aus mehreren Gründen

Isabell Beck sucht schließlich im Jugendbereich eine neue Herausforderung. Die freie Stelle an der Weilerer Schule spricht sie an. Auch die westallgäuer Landschaft sei ausschlaggebend für ihre Bewerbung gewesen, erklärt sie. „Bei dem Ausblick aus dem Büro. Wow – das hat man nicht überall“, staunt Beck über die Sicht auf die Nagelfluhkette. Sie möchte künftig Zeit in den Bergen sowie am und im Bodensee verbringen. Bei der Wasserwacht Lindau hat sie sich schon angemeldet.

Isabell Beck liebt es, andere Kulturen kennenzulernen, während sie verreist. Doch ein festes Zuhause, in dem sie sich wohlfühlt, ist ihr ebenso wichtig. „Ich habe hier genau das gefunden, was mir gefällt“, sagt Beck. „Die Schule ist sehr familiär, alle sind mir gleich am Anfang total offen begegnet.“

Freies Arbeiten mit benachteiligten Kindern

Beck ist als Jugendsozialarbeiterin bei der Gemeinde Weiler-Simmerberg angestellt. Unabhängig von Lehrern oder der Schulleitung kann sie sich auf benachteiligte Kinder konzentrieren, um sie zu unterstützen, zu integrieren und um negativen Entwicklungen vorzubeugen.

„Eine zentrale Aufgabe von mir ist die Chancengerechtigkeit“, sagt Isabell Beck. Zu jedem der etwa 270 Schülerinnen und Schülern will die Sozialarbeiterin ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Sie geht auf Kinder und Jugendliche zu und bietet ihnen Gespräche an. „Zur zeit bin ich noch in der Kennenlernphase“, erklärt Beck.

Auch umgekehrt seien die Familien bereit, Hilfe anzunehmen. „Die Einstellung dazu hat sich verändert“, vermutet Beck. Besonders die Folgen der Coronakrise hat Isabell Beck bei ihrer Arbeit derzeit im Blick. „Die sind noch gar nicht absehbar.“