Corona-Pandemie

Die Zahl der Covid-19-Opfer im Landkreis Lindau steigt weiter

Corona-Virus: Test in einem Infektmobil in Füssen

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Lindau steigt.

Bild: Bendikt Siegert

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Lindau steigt.

Bild: Bendikt Siegert

Drei weitere Menschen sterben in Seniorenheimen im Landkreis Lindau. Das Landratsamt bekommt im Kampf gegen Corona Unterstützung durch die Bundeswehr.
15.12.2020 | Stand: 18:09 Uhr

Die Zahl der Menschen, die Opfer der Corona-Pandemie werden, steigt weiter: Drei weitere Bewohner von Pflegeeinrichtungen im Landkreis Lindau sind an oder mit Covid-19 gestorben. Das hat das Landratsamt auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Damit ist die Zahl der Todesfälle auf 23 gestiegen. Die Bekämpfung der Pandemie beschäftigt derweil das Landratsamt wie kein anderes Thema davor.

Die Senioren- und Pflegeeinrichtungen sind nach wie vor Brennpunkte des Coronageschehens im Landkreis. Vier Heime sind davon laut Landratsamt betroffen. Die Todesfälle der vergangenen Woche sind alle auf das Infektionsgeschehen in Einrichtungen zurückzuführen. Mittlerweile sind in der zweiten Welle der Pandemie mehr Menschen gestorben als in der ersten im Frühjahr.

Am Montag, 14. Dezember, hatte das Landesamt für Gesundheit keinen neuen positiven Coronatest gemeldet. Das war allerdings nur eine kurze Momentaufnahme. Am Dienstag. 15. Dezember, kamen 20 Neue hinzu. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie etwa 1,7 Prozent der Landkreisbürger nachweislich mit dem Virus infiziert – vorausgesetzt, jeder positive Test war korrekt.

(Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuelle Corona-Entwicklung in der Region Allgäu und in der Welt.)

Lindau: Mitarbeiter im Landratsamt sammeln 13.000 Überstunden im November

Seit Monaten ist das Landratsamt in Sachen Corona gefordert. Im Kreistag legte Landrat Elmar Stegmann eine Zwischenbilanz vor, was die Behörde im Kampf gegen die Pandemie tut. Der Landrat ist als Chef der Kreisbehörde auch staatlicher Beamter.

Als solcher hat er in den vergangenen Wochen 18 neue Arbeitsverträge unterschrieben, um das Gesundheitsamt zu stärken. „Zu Beginn der Pandemie gab es dort zehn Beschäftigte – zeitweise arbeiten nun bis zu hundert Leute dort“, schilderte Stegmann – aus dem Landratsamt zusammengezogen, oder von anderen Behörden dorthin abgeordnet.

Wie groß der Arbeitsaufwand mit Kontaktverfolgung und Quarantäneüberwachung ist, zeigte der Landrat im Kreistag mit einer Zahl: Allein im November haben sich coronabedingt 13 .000 Überstunden angehäuft.

Um Verständnis bat er, dass vor diesem Hintergrund die Kreisverwaltung nicht jede Anfrage sofort beantworten könne. Auch die Bürger müsse er um Geduld bitten, wenn das Bearbeiten ihrer Anliegen länger dauere als gewohnt. Dafür könne es passieren, dass sie eine Antwort per E-Mail an einem Samstagabend erhalten – „weil wir im Landratsamt seit Monaten die Sieben-Tage-Woche haben“ und weil zudem viele Mitarbeiter mittlerweile von zu Hause aus arbeiten, also im Homeoffice.

Bundeswehr unterstützt Pflegekräfte im Landkreis Lindau

Immerhin bezahlt der Freistaat laut Stegmann jeden Beschäftigten, der wegen der Corona-Pandemie fürs Gesundheitsamt arbeitet. Auch die Teststrecke an der Bösenreutiner Steig und die Impfzentren in Lindau und Lindenberg würden direkt über München abgerechnet.

Froh ist Stegmann, dass viele Einrichtungen wie THW, Rotes Kreuz, Polizei und Feuerwehr die Arbeit des Gesundheitsamtes unterstützen. Seit einiger Zeit arbeiten im Landratsamt auch Soldaten der Bundeswehr mit. An den Anblick von Frauen und Männern in Uniform werden sich jetzt auch die Bewohner des ein oder anderen Pflegeheims gewöhnen müssen: Stegmann erklärte, dass Soldaten die Pflegekräfte in den vom Coronavirus betroffenen Häusern unterstützen werden: „Nicht in der Pflege selbst, aber bei vielen anderen Handreichungen.“

Nicht zufrieden ist Stegmann in Sachen Amtsärzte. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Gehring hatte vor kurzem informiert, dass München neue Mediziner ins Landratsamt schicke. „Ja, offiziell haben wir vergangene Woche einen Amtsarzt zugewiesen bekommen“, bestätigte Stegmann. „Aber dieser Mann geht am 28. Februar in den Ruhestand“, fügte er an.

Landrat Elmar Stegmann will "keine Grenzschließungen mehr"

Was Stegmann nach den Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im Frühjahr auf keinen Fall mehr sehen möchte: eine abgeriegelte Grenze zum benachbarten Vorarlberg. „Ich will keine Grenzschließungen mehr“, betonte er im Kreistag. „Aber wir müssen hier passgenaue Lösungen finden.“

Klar ist für den Landrat: Auch wenn im neuen Jahr die Impfungen gegen das Coronavirus anlaufen, „gelten noch eine ganze Weile weiterhin Maskenpflicht, Abstand und Kontaktbeschränkungen“.