Nach Explosion in Beirut

Diese Westallgäuer Gemeinde spendet 4000 Euro nach Libanon

Eine Explosion im Hafen von Beirut machte viele Menschen obdachlos. Eine Westallgäuer Gemeinde hat nun Geld gespendet.

Eine Explosion im Hafen von Beirut machte viele Menschen obdachlos. Eine Westallgäuer Gemeinde hat nun Geld gespendet.

Bild: Hussein Malla (Symbolfoto)

Eine Explosion im Hafen von Beirut machte viele Menschen obdachlos. Eine Westallgäuer Gemeinde hat nun Geld gespendet.

Bild: Hussein Malla (Symbolfoto)

Das Geld kommt den Menschen in Beirut nach der Explosionskatastrophe zu Gute. Der Bürgermeister legt noch 1000 Euro aus eigener Tasche drauf.
26.08.2020 | Stand: 13:00 Uhr

Die Marktgemeinde Heimenkirch unterstützt den Verein Orienthelfer mit 4000 Euro. Das hat der Gemeinderat entschieden. Anlass ist die verheerende Explosion in Beirut am 4. August, die 300 Menschen das Leben gekostet und die halbe Stadt zerstört hat. Bürgermeister Markus Reichart sprach von einem „schönen Zeichen der Mitmenschlichkeit, wenn der Stärkere dem Schwächeren zur Seite steht.“

Heimenkirch gehört zu den sechs Gemeinden des Interkommunalen Libanon-Ausschusses Allgäu. Er fördert Projekte im Norden des Landes an der Grenze zu Syrien. Ziel ist es, den Menschen dort eine Perspektive zu geben. Unabhängig davon läuft die jetzige Hilfsaktion.

Der Libanon-Ausschuss mit Vertretern aller sechs Gemeinden der Initiative hatte sich in der vergangenen Woche getroffen. Ein Ergebnis war die Bitte an die Mitgliedskommunen, einen Euro je Einwohner an die Orienthelfer zu spenden. Der gemeinnützige Verein des Kabarettisten Christian Springer unterhält ein Büro im Libanon und organisiert vor Ort Direkthilfe für die Menschen. Dazu gehört eine Feldküche, die 800 bis 1200 Menschen am Tag versorgt und Hilfen für ein Krankenhaus. Zudem hat der Verein ein leer stehendes Hotel angemietet und bringt dort obdachlos gewordene Menschen unter. Von Springer selber spielte die Verwaltung eine Videobotschaft ab.

"Das Mindeste, was wir tun können"

Ein Euro je Einwohner hätte für Heimenkirch 3605 Euro bedeutet. Im Gemeinderat war die Hilfe an sich keine Frage. Es ging nur um die Höhe der Spende. Johannes Lerch schlug zwei Euro je Einwohner vor. Das sei das „Minimale, was wir tun können, wo es uns so gut geht“, sagte er. Das sah auch Georg Lindl so. Die Menschen im Libanon hätten nicht nur mit Corona und den Folgen der Explosion zu kämpfen, sondern litten auch noch unter einem „völlig desolaten“ politischen System. Er habe zudem vollstes Vertrauen in die Orienthelfer, das Geld im Sinne der Menschen einzusetzen.

Ganz so weit mit der finanziellen Zusage wollten andere Räte nicht gehen. „Es ist okay, wenn wir helfen, aber wir haben viele Problempunkte in der Welt“, sagte Josef Herrmann. Er bat seine Kollegen zudem, Hilfen auch im Auge zu behalten, wenn es vor Ort Schicksalsschläge gibt.

Die beschlossenen 4000 Euro gehen auf einen Vorschlag von Gerhard Kempter zurück. Er verwies darauf, dass sich der Libanonausschuss den Vorschlag, einen Euro pro Einwohner zu spenden, wohl gut überlegt habe. Die Gemeinde könne den Betrag auf 4000 Euro aufstocken. Dem folgten die Räte. Haushaltstechnisch ist die Spende kein Problem, wie Bürgermeister Reichart auf Nachfrage von Maria Kempter versicherte. Deckungsmittel seien vorhanden.

Der Rathauschef kündigte an, aus eigener Tasche noch 1000 Euro auf die Spende der Kommune draufzulegen. „Dann kommen 5000 Euro aus der Marktgemeinde“ (Reichart).

Markt entscheidet als Erster

Heimenkirch hat als erste Gemeinde eine Spende zugesagt. Die anderen Kommunen – darunter Opfenbach, Hergatz und Gestratz – sollen in den nächsten Wochen über das Thema beraten. Ziel der öffentlichen Diskussionen ist es laut Reichart auch, weitere private Spender zu finden. Bisher hat der Lions-Club Wangen-Isny 5000 Euro zugesagt.