Kneipp-Rundweg

Dieser Wanderweg verspricht Witz und Hintersinn

Durchgängig ausgeschildert und mit insgesamt 30 Tafeln versehen ist der Große Kneipprundwanderweg in Scheidegg. Die Strecke ist etwa 14 Kilometer lang.

Durchgängig ausgeschildert und mit insgesamt 30 Tafeln versehen ist der Große Kneipprundwanderweg in Scheidegg. Die Strecke ist etwa 14 Kilometer lang.

Bild: Olaf Winkler

Durchgängig ausgeschildert und mit insgesamt 30 Tafeln versehen ist der Große Kneipprundwanderweg in Scheidegg. Die Strecke ist etwa 14 Kilometer lang.

Bild: Olaf Winkler

An der Kneipp-Strecke in Scheidegg stehen viele Tafeln mit Witzen, Anekdoten und Weisheiten. Wer die Idee dazu hatte und welche Rolle ein Jubiläum spielt.
25.09.2020 | Stand: 18:05 Uhr

Ein besonderes Jubiläum wollte der Kneippverein Scheidegg heuer feiern: 1960, also vor 60 Jahren, ist der Verein gegründet worden. Ein Theaterstück sollte es aus diesem Anlass geben. Wie so viele Veranstaltungen ist auch dieses Jubiläum Corona zum Opfer gefallen. „Aber das wird nachgeholt“, ist sich der Ehrenvorsitzende des Vereins, Erwin Obenaus, sicher. Und er wirbt dafür, in diesen Wochen stattdessen auf dem Kneipp-Rundwanderweg an Pfarrer Sebastian Kneipp und seine Lehren zu denken.

Heilpraktiker Kneipp schlug Idee für Strecke um Scheidegg vergeblich vor

Die Idee zum Kneipp-Rundweg stammt vom inzwischen verstorbenen Gründungsmitglied des Scheidegger Kneippvereins, Rudolf Rädler. Der Heilpraktiker hatte das Projekt zuvor mehrfach vergeblich vorgeschlagen, bevor es 1997 klappte. Ziel war es damals, die schönsten Aussichtspunkte um Scheidegg miteinander zu verbinden. „Zahlreiche Mitglieder waren damals aktiv“, erinnert sich Obenaus. Denn nicht nur auf schon länger bestehenden Wegen verläuft der Rundweg: „Wir haben einzelne Abschnitte neu gegraben.“

Obenaus steuerte eine weitere Idee bei, zu der ihn der Witzwanderweg in Heiden (Appenzellerland) inspirierte. So entstanden 30 Tafeln mit Witzen, Sprüchen, Anekdoten, Weisheiten und nicht zuletzt Gesundheitstipps und Empfehlungen von Pfarrer Kneipp. Bei allem Humor hat der Weg damit auch einen Hintersinn. Denn die Wanderer erfahren beispielsweise, dass sich Obst im besten Fall mit der Schale genießen lässt und dass „gut gekaut halb verdaut“ ist. Die aus Holz gefertigten Tafeln sind vor zwei Jahren ersetzt worden und bestehen nun aus Metall.

Wege vernab der Straßen hinüber nach Österreich bei Scheidegg

Die Gemeinde war von Anfang an mit im Boot: Sie kaufte Grundstücke und ermöglichte so den Rundweg. Seit 2001 ist der Kneipp-Rundwanderweg in weiten Teilen auch der Ökumenische Kapellenweg. Von Allmannsried über Haus, Buflingsried, Böserscheidegg und Schalkenried bis Ablers verlaufen beide Wege auf der gleichen Strecke und auch zwischen Forst und dem Kurhaus ist das der Fall. Der Kneipp-Weg führt dann aber bei Unterschwenden direkt an die Grenze zu Österreich und über Rickenbach und – am Reptilienzoo vorbei – bis nach Gretenmühle. Unter dem Slogan „Wege für Leib und Seele“ macht die Scheidegg Tourismus in einem gemeinsamen Flyer auf die Wege aufmerksam.

Einsteigen lässt sich in die Wanderrunde an verschiedenen Stellen. Größere Parkplätze gibt es beispielsweise am Kurhaus oder am Alpenfreibad.