Lindau/Bregenz

Dreiländermarathon abgesagt - trotz umfangreichem Hygienekonzept

Der Dreiländermarathon startet in Lindau am Hafen. Der Lauf ist die größte Sportveranstaltung am Bodensee.

Der Dreiländermarathon startet in Lindau am Hafen. Der Lauf ist die größte Sportveranstaltung am Bodensee.

Bild: Wolfgang Schneider

Der Dreiländermarathon startet in Lindau am Hafen. Der Lauf ist die größte Sportveranstaltung am Bodensee.

Bild: Wolfgang Schneider

Der Marathon am Bodensee sollte stattfinden - trotz Corona. Die Veranstalter haben bei allen Behörden ein Konzept vorgelegt. Warum das Ereignis nun ausfällt
18.08.2020 | Stand: 17:53 Uhr

Update, 18. August, 17.40: Dreiländermarathon ist abgesagt

Nun ist es offiziell: Der Dreiländermarathon ist abgesagt - obwohl die Veranstalter ein umfangreiches Hygienekonzept den Behörden vorgelegt haben. Von Seiten des Landratsamtes Lindau gab es kein grünes Licht. "Das Verständnis dafür haben wir voll und ganz", sagt Robert Küng, Chef des Organisationskomitees. Er bedauere die Absage, könne sie aber nachvollziehen.

Noch vor ein paar Tagen war die Hoffnung und das Bestreben groß, den Marathon tatsächlich durchführen zu können. Aus der Politik gibt es positive Signale: „Wir sind guter Dinge, dass der Dreiländermarathon stattfinden kann“, sagte der österreichische Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler über den Lauf, der am 4. Oktober von Lindau über St. Margrethen nach Bregenz führen soll. Und das, obwohl es auf der ganzen Welt aufgrund der Corona-Pandemie Absagen von Marathons hagelt.

Die Organisatoren des Dreiländermarathons haben kürzlich ein Präventionskonzept bei den Behörden aller drei Länder eingereicht. „Wir haben aus Österreich und der Schweiz schon positive Rückmeldungen erhalten. Wir warten noch auf Antwort aus Bayern“, sagte Pressesprecher Dieter Heidegger. Man habe das Präventionskonzept nach den strengsten Corona-Regeln der drei beteiligten Länder entwickelt. So liege zum Beispiel der Mindestabstand in Deutschland bei 1,5 Metern und in Österreich bei einem Meter. Deshalb habe man generell einen Abstand von 1,5 Metern für die Veranstaltung gewählt.

Über 2000 Läufer haben sich schon angemeldet

2150 Anmeldungen sind trotz aller Unsicherheiten bereits eingegangen. Das seien zwar 30 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, berichtet Heidegger, aber das Telefon würde nicht stillstehen, weil viele nicht gemeldete Sportler nachfragen, ob der Lauf stattfinde. Schon Mitte Mai hat das Team festgelegt, wie mit bereits gemeldeten Teilnehmern bei einer Absage verfahren wird. Alle 2.200 Gemeldeten erhalten nun automatisch einen Startplatz im kommenden Jahr. Sollten sie am 10. Oktober 2021 keine Zeit haben, ist auch eine Verschiebung um ein weiteres Jahr möglich. „Natürlich ist auch eine Rückzahlung der Teilnahmegebühr möglich. Wir hoffen jedoch, dass einer der beiden Termine und das zu erwartenden Lauferlebnis beim Sparkasse 3-Länder-Marathon am Bodensee, diese dritte Option nicht notwendig macht“, schreiben die Veranstalter auf der Homepage des Dreiländermarathons.

Berühmte Marathonläufer machen Druck

Der Druck auf die Behörden wächst und Marathon-Rekordler wie die Deutschen Irina Mikitenko und Arne Gabius unterstützen die Petition „Save the Events – Rettet unsere Läufe“. Mit dieser fordert die Interessengemeinschaft der deutschen Straßenlaufveranstalter German Road Races die Unterstützung der Politik für Veranstalter und Sportler, die um ihre Existenz bangen. Mikitenko: „Ich finde es sehr traurig, dass die Politik nichts unternimmt, um den Laufsport zu unterstützen.“ Es gebe viele schöne, über Jahrzehnte gewachsene Läufe, sagt Gabius. „Um diese – unsere – Laufwelt und auch den Wettbewerb unter den Veranstaltern zu erhalten, ist eine staatliche Unterstützung notwendig und sinnvoll.“

Entscheidung soll am 20. August fallen

Als interne Deadline hatten sich die Veranstalter den 20. August gesetzt. Spätestens dann sollte eine endgültige Entscheidung fallen, ob in diesem Jahr gelaufen wird oder nicht. Der Dreiländermarathon ist die größte regelmäßig stattfindende Sportveranstaltung am Bodensee. „Ein virtueller 3-Länder-Marathon war und ist für uns keine Alternative. Wir sind ein Bilderbuchlauf und diese Bilder gibt es nur auf unserer einmaligen Strecke, die in diesem Jahr leider nicht zur Verfügung steht“, sagt Küng. „Wir blicken nach vorne, hoffen auf eine baldige Lösung der Corona-Krise und freuen uns auf den 10. Oktober 2021.“