In Rekordzeit und als Bester

Ein Westallgäuer wird über Umwege zum besten Azubi in Schwaben

Michael Schorer (links) hat seine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik als Kammersieger abgeschlossen. Mit ihm freut sich sein Ausbilder Armin Schneider.

Michael Schorer (links) hat seine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik als Kammersieger abgeschlossen. Mit ihm freut sich sein Ausbilder Armin Schneider.

Bild: Olaf Winkler

Michael Schorer (links) hat seine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik als Kammersieger abgeschlossen. Mit ihm freut sich sein Ausbilder Armin Schneider.

Bild: Olaf Winkler

Michael Schorer hat im dritten Anlauf den richtigen Beruf gefunden. Er machte in Röthenbach eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik - mit Erfolg.
11.10.2020 | Stand: 12:20 Uhr

Von der Schulbank direkt in die Ausbildung und dann lebenslang im gleichen Beruf – diesen Weg gehen immer weniger Menschen. Das Bildungssystem eröffnet heute aber viele Wege, wie das Beispiel von Michael Schorer zeigt. Der 24-Jährige hat zwar erst im dritten Anlauf den für ihn richtigen Beruf gefunden, dort aber jetzt seine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik in Rekordzeit als Bester innerhalb der Handwerkskammer Schwaben abgeschlossen.

Nach der Realschule wurde der Argenbühler Bankkaufmann

Schorer stammt aus dem Argenbühler Teilort Siggen und hat zunächst die Realschule in Isny besucht. Es folgte eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Doch „gepasst“ hat dieser Beruf für den heute 24-Jährigen nicht. So drückte er nochmals die Schulbank, erwarb die Fachhochschulreife und begann ein Maschinenbau-Studium in Weingarten. Abgeschlossen hat er es zwar nicht, aber „viel mitgenommen“ habe er in den vier Semestern in jedem Fall, blickt Schorer zurück.

Dritter Platz beim Landeswettbewerb

Und als er über einen Freund auf die Firma Arwego in Röthenbach aufmerksam wurde, da war für ihn klar, dass er hier eine Ausbildung starten wollte. Das Studium ermöglichte dabei eine Verkürzung der Ausbildungszeit. Schorer konnte direkt in das zweite Ausbildungsjahr einsteigen. Dennoch waren seine Leistungen so gut, dass die ursprünglich dreieinhalbjährige Lehrzeit nochmals verkürzt wurde. Und dennoch erzielte er am Ende den Kammersieg in Schwaben. Inzwischen hat er auch schon erfolgreich am Landeswettbewerb teilgenommen und dort den dritten Platz erreicht.

Für Schorer steht fest: Jetzt hat er seine berufliche Richtung gefunden. Dazu trägt für ihn bei, dass sein Ausbildungsbetrieb sehr vielschichtig unterwegs ist. Einerseits bietet Arwego Wärmepumpen für den Heizungsbau an, ist andererseits aber auch im Bereich der Kälte- und Klimatechnik unterwegs und hat sich dabei auf die Heutrocknung in der Landwirtschaft spezialisiert. Nicht zuletzt baut die Firma, die sich innerhalb von knapp zehn Jahren vom Ein-Mann-Betrieb zum 13-Mitarbeiter-Unternehmen entwickelt hat, Schaltschränke. Besonders positiv aus Sicht von Schorer: Arwego fertigt individuelle Anlagen, was die Arbeit besonders abwechslungsreich macht. Deshalb möchte er der Firma zunächst in jedem Fall treu bleiben und weitere Erfahrungen sammeln, bevor er den Meistertitel anstrebt.

Lob vom Geschäftsführer

Arwego-Geschäftsführer Armin Schneider ist vor allem von der Fähigkeit Schorers angetan, selbstständig Probleme zu lösen „und mehrere Schritte im Voraus zu denken“. Vor diesem Hintergrund hat ihn der Kammersieg seines ersten Auszubildenden nicht überrascht.

Nicht nur im Beruf ist Schorer erfolgreich: Als Stürmer des SV Beuren hat er bereits in den ersten Spielen der Saison fünf Tore erzielt.