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Einkaufen, Gastronomie, Diensleister: Wie lässt sich die Innenstadt von Lindenberg beleben?

Lindenberger Huttag 2013

So viel ist im Lindenberger Zentrum nur am Huttag los. Im Alltag wollen IHK, Stadt und Leistungsgemeinschaft die Innenstadt beleben.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

So viel ist im Lindenberger Zentrum nur am Huttag los. Im Alltag wollen IHK, Stadt und Leistungsgemeinschaft die Innenstadt beleben.

Bild: Matthias Becker (Archiv)

IHK, Stadt und Leistungsgemeinschaft starten in Lindenberg die Initiative "Innenstadt reloaded". Was sie sich von diesem Projekt versprechen und wieso das Internet nicht der Feind der Einzelhändler ist.
09.10.2021 | Stand: 18:03 Uhr

Wie lässt sich die Innenstadt beleben? Die Frage treibt Leistungsgemeinschaft, IHK und Stadt Lindenberg um. Gemeinsam stehen sie hinter dem Projekt „Innenstadt reloaded“. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bringen, in dem Westallgäuer Mittelzentrum einzukaufen, die Gastronomie zu besuchen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Bei der Auftaktveranstaltung im – unter Coronabedingungen – fast voll besetzten Löwen-Saal warb Bürgermeister Eric Ballerstedt für das Projekt. „Die Stadt lebt von der Frequenz, ansonsten ist sie tot.“

Schon vor Corona haben viele Innenstädte gelitten. Online-Handel und der Einkauf auf der „Grünen Wiese“ nannte Markus Anselment, Regionalgeschäftsführer der IHK, als Gründe. Corona habe die Probleme „wie durch ein Brennglas verstärkt“. Besonders betroffen seien kleinere und mittlere Städte, weil es ihnen weniger leicht gelinge, Aufenthaltsqualität zu schaffen, als Großstädten.

IHK will Projekt "Innenstadt reloaded" in Lindenberg umsetzen

Die IHK will mit „Innenstadt reloaded“ gegensteuern. Ein entsprechendes Pilotprojekt hat die Kammer in Lindau gestartet und will es auch in Lindenberg umsetzen. Anselment sprach von „schnellen und kostengünstigen Maßnahmen“. Konkret bietet die IHK Schulungen und Workshops an – Teilnahme kostenlos. Sie zielen darauf ab, die Kundenbindung zu erhöhen, das Einkaufserlebnis zu erhöhen und Alleinstellungsmerkmale Lindenbergs herauszuarbeiten. Die wiederum könnten für das Marketing genutzt werden.

Nicht zuletzt geht es darum, die digitale Sichtbarkeit zu erhöhen. Denn nur wer im Internet gefunden wird, dort alle relevanten Informationen bereitstellt und Lust auf einen Einkauf oder Besuch macht, kann über das Netz auf zusätzliche Kunden hoffen.

Aus "Lindenberg bringt's" wird eine neue Plattform

In diese Richtung zielt „Lindenberg bringt’s“. Citymanagement und LG hatten das Projekt beim ersten Lockdown ins Leben gerufen. Auf der entsprechenden Homepage haben Betriebe über Hol- und Bringdienste informiert.

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Jetzt reaktiviert die Stadt die Seite. Das Citymanagement entwickelt daraus eine Plattform, auf der sich möglichst viele Betriebe aus den Bereichen Handel, Gastronomie und Dienstleistung präsentieren sollen. Die Stadt will sich so als starker Wirtschaftsstandort positionieren.

„Wir haben viel zu bieten und müssen uns nicht verstecken“, sagte Citymanager Sascha Schmid. Gedacht ist die Plattform vor allem für Gäste und Bürger aus dem Umland. Schmid: „Die Lindenberger wissen, wo sie hin müssen, Gäste nicht.“

Eine Sortiment- und Firmenbeschreibung, Kontaktmöglichkeiten und Links zu Social Media-Kanälen, die die Betriebe möglicherweise bereits nutzen, werden unter anderem auf der Plattform zu finden sein. Vier bis fünf Fotos je Betrieb sind vorgesehen. Sie sollen in Kombination mit entsprechend kurzen, aber aussagekräftigen Texten „Lust auf einen Besuch machen“, sagt Schmid.

Der Citymanager warb wie Anselment intensiv um eine rege Beteiligung und kündigte ein „Zuckerl“ für Lindenberger Betriebe an. Die ersten 50, die sich beteiligen, bekommen ein Foto-Shooting gratis.

Einzelhandel in Lindenberg muss bei Google sichtbar sein

Eine eigene Homepage gewinnt für viele Betriebe mehr und mehr an Bedeutung. Das allein reicht allerdings nicht, sie muss auch gefunden werden. Dazu ist es wichtig, in der am häufigsten genutzten Suchmaschine Google möglichst weit vorne zu landen. Dem Google-„My Business“-Eintrag kommt dabei eine erhebliche Bedeutung zu, wie Jesús Prado von der Augsburger Seowerk GmbH in einem Vortrag erklärte. Die Agentur für Onlinemarketing berät Kunden bei der Auswahl der richtigen Online-Kanäle und entwickelt Strategien für mehr Aufmerksamkeit. Über Google My Business bekomme ein Kunde auf einen Blick alle Informationen und dazu die Bewertungen des Geschäftes durch Kunden, so Prado.