Kulturtage in Lindenberg

Endlich wieder ein Konzert: Musiker toben sich auf der Bühne aus

Ob Jazz, Rock, Pop oder Klassik: „Wildes Holz“ begeisterte im Löwensaal mit ihrer Musik das Publikum. Dabei waren aus ihrem neuen Album „Höhenflüge mit Tiefgang“ viele Eigenkompositionen zu hören.

Ob Jazz, Rock, Pop oder Klassik: „Wildes Holz“ begeisterte im Löwensaal mit ihrer Musik das Publikum. Dabei waren aus ihrem neuen Album „Höhenflüge mit Tiefgang“ viele Eigenkompositionen zu hören.

Bild: Angela Feßler

Ob Jazz, Rock, Pop oder Klassik: „Wildes Holz“ begeisterte im Löwensaal mit ihrer Musik das Publikum. Dabei waren aus ihrem neuen Album „Höhenflüge mit Tiefgang“ viele Eigenkompositionen zu hören.

Bild: Angela Feßler

Die Gruppe „Wildes Holz“ bestreitet den ersten Abend der Lindenberger Veranstaltungsreihe. Diese zieht wegen Corona in den Löwensaal um. Wie sich ein Konzert nach langer Pause anfühlt
Ob Jazz, Rock, Pop oder Klassik: „Wildes Holz“ begeisterte im Löwensaal mit ihrer Musik das Publikum. Dabei waren aus ihrem neuen Album „Höhenflüge mit Tiefgang“ viele Eigenkompositionen zu hören.
Von Angela Feßler
23.09.2020 | Stand: 11:45 Uhr

Das Corona-Virus hat die Kultur ausgebremst. Auch in Lindenberg stand lange Zeit nicht fest, ob die jährliche Veranstaltungsreihe „Chapeau – Kulturtage in Lindenberg“ , überhaupt stattfinden kann. Und nun hat die Gruppe „Wildes Holz“ im Lindenberger Löwensaal. den ersten Auftritt nach der Zwangspause bestritten.

„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass wir heute hier sein können“, sagte Kulturamtsleiterin Kathrin Felle bei der Begrüßung. „Es haben viele Menschen hier viel gearbeitet, damit aus dem Stadtsaal ein toller Veranstaltungssaal wird.“ Die Gäste unterbrachen ihre Ansprache mehrmals mit Beifall, weshalb sie strahlend bemerkte: „Ja, klatschen Sie für sich und für uns. Sie konnten so lange nicht mehr klatschen.“

Der Funke springt sofort über

Sowohl das Publikum als auch die Musiker brannten nach der langen kulturlosen Zeit darauf, im – mit Corona-Bestuhlung – voll besetzten Saal ein Konzert mit allen Sinnen genießen zu können. Der Funke sprang vom ersten Moment an über. „Wildes Holz“ hat sich der Blockflöte und der musikalischen Vielfalt verschrieben. Neben Popsongs wie „Like a Virgin“ von Madonna oder „Wanna be starting something“ von Michael Jackson spielten die drei Musiker viele Eigenkompositionen und ernteten Applaus und Zurufe für ihre Soli. Auch die Zuhörer wurden mit einbezogen. Mit großem Vergnügen schnippten sie mit den Fingern, klatschten oder wischten mit den Händen – ganz wie die Meister auf der Bühne es wünschten.

Die drei Holz-Musiker überraschten auch mit spontaner Komik. Mit Augenzwinkern, Charme und Witz erzählten sie Geschichten zu den Stücken und aus ihrem Leben, wobei der aus Algerien stammende Djamel Laroussi den Hüftschwung der Bauchtänzerinnen imitierte. Der Gitarrist der Band ist auch für Percussion zuständig. Markus Conrads spielte mit Verve auf Bass und Mandoline. Den Titanic-Song „My Heart Will Go On“ präsentierte er auf einem Sägeblatt.

Der Mann mit den 14 Flöten

14 Flöten hatte Tobias Reisige dabei, von einer Sopranino-Flöte bis zur Subgroßbassblockflöte. Einige davon hatte der Diplom-Jazz-Blockflötist bei „Viva la Vida“ (Guy Rupert Berryman) im Einsatz, als er mit der Loop Machine mehrstimmig eine eigene Band fabrizierte. In unbeschreiblichem Tempo entlockten die drei Musiker ihren Instrumenten die Töne. Im Stehen applaudierte das Publikum nach diesem großartigen Abend – und erklatschte sich dadurch mehrere Zugaben, etwa „Rondo alla turca“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „Popcorn“ von Gershon Kingsley waren.

Glücklich war auch Kulturamtsleiterin Kathrin Felle. „Wenn ich den heutigen werden Abend überdenke, stelle ich fest, dass der Ablauf wunderbar funktioniert hat“, sagte sie zufrieden. Im Löwensaal haben doppelt so viele Besucher Platz wie im Kulturboden, weshalb die Veranstaltungen dorthin verlegt wurden. Den Raum in einen angenehmen Veranstaltungssaal zu verwandeln sei jedoch nicht einfach. „Aber mit viel buntem Licht ist es geglückt, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.“

Durch den Schilderwald

Ein keiner Schilderwald leitete die Gäste des Konzerts. Den Besuchern wurden die Plätze zugewiesen, was etwas mehr Personal am Veranstaltungsabend erforderte als sonst. Alle Beteiligten fanden sich mit dem Corona-Sicherheitskonzept gut zurecht. Auch die Künstler, die nach sechs Monaten Pause wieder mit einer „unbandigen Lust“ auf der Bühne standen, zeigten sich begeistert darüber, wie diszipliniert die Besucher sich verhalten haben.