Virus

Erste Corona-Mutation der englischen Variante im Landkreis Lindau

Im Landkreis Lindau ist das erste Mal die britische Corona-Mutation aufgetaucht.

Im Landkreis Lindau ist das erste Mal die britische Corona-Mutation aufgetaucht.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Im Landkreis Lindau ist das erste Mal die britische Corona-Mutation aufgetaucht.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen sinkt aber weiter. Aktuell werden keine Bürger im Landkreis Lindau wegen Covid-19 in Kliniken behandelt.
19.02.2021 | Stand: 18:05 Uhr

Es gibt gute Nachrichten in Zusammenhang mit Corona: Die Zahl der Neu-Infizierten sinkt weiter. Und: Aktuell müssen keine Menschen aus dem Landkreis in einem Krankenhaus wegen Covid-19 behandelt werden. Das hat das Landratsamt auf Anfrage der Heimatzeitung mitgeteilt. Die schlechte Nachricht: Am Freitag ist erstmals die englische Variante des Virus’ im Landkreis nachgewiesen worden.

Die dritte Virus-Mutation im Landkreis Lindau

Es ist der dritte Fall, in dem eine Mutation des Virus’ im Landkreis aufgetreten ist. Am 5. Februar waren dem Landratsamt zwei Verdachtsfälle gemeldet worden. In einem konnte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nicht bestimmen, um welche Variante es sich handelt, im anderen war es die Südafrikanische. Am Freitag ist jetzt auch der erste Fall der englischen Variante gemeldet worden. Die betroffene Person wohnt und arbeitet im Landkreis. Unklar ist laut Landratsamt, wo sie sich infiziert hat.

Voran geht es beim Impfen – allerdings lange nicht so schnell wie viele gehofft hatten. Fast 3789 Menschen haben die erste Impfdosis erhalten, 1949 die zweite. Das entspricht 3,7 beziehungsweise 2,4 Prozent der Landkreisbevölkerung. In allen Seniorenheimen sind die Bewohnerinnen und Bewohner mittlerweile mindestens einmal geimpft worden.

So steht es um die Corona-Impfungen im Westallgäu

Der dafür nötige Stoff kommt nach Angaben des Landratsamts nach wie vor unregelmäßig an. In der nächsten Woche erwartet die Behörde 954 Dosen von Biontech und 600 von Astrazeneca. In dieser Woche haben knapp 450 Frauen und Männer mit dem Stoff des britisch-schwedischen Unternehmens den ersten Teil des Impfschutzes erhalten, berichtet Sibylle Ehreiser, Pressesprecherin des Landratsamtes auf Anfrage. Dabei handle es sich vor allem um Mitarbeiter der Pflegedienste und Rehakliniken, aber auch um pflegende Angehörige und andere Menschen, die in der Impfrangfolge hoch eingestuft sind. Wie bei den Impfungen von Biontech/Pfizer und Moderna auch, hätten einzelne Menschen mit Nebenwirkungen reagiert, berichtet Ehreiser. Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost seien in Einzelfällen normal. „Wenn der Körper mit erwarteten Symptomen reagiert, so ist dies ein Zeichen dafür, dass der Impfstoff wirkt“, erklärt Ehreiser.

Allerdings gab es auch im Landkreis Menschen, die eine Impfung mit Astrazeneca verweigert haben. Ehreiser schreibt von knapp 50 Frauen und Männern, die keinen Termin vereinbaren wollten, als sie hörten, welchen Impfstoff sie bekommen sollten. Zudem seien einzelne Bürger nicht zum verabredeten Termin erschienen. In allen Fällen habe das Impfteam schnell jemanden gefunden, der das Impfangebot gerne angenommen hat.

Derweil hat sich das Infektionsgeschehen weiter entspannt. 39 Menschen sind in dieser Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Infektionswege lassen sich laut Landratsamt auch gut nachvollziehen. Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 47,6. Nach wie vor sind aber zwei Alten- und Pflegeheime, ein Krankenhaus und zwei Kindertagesstätten von Infektionen betroffen. Zudem sind sechs Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Schnelltests: Landratsamt hat keine detaillierten Informationen

Noch unklar ist, wie der Landkreis die bevorstehenden Schnelltests organisieren wird. Der Bund hat angekündigt, dass ab 1. März kostenlose Schnelltestungen angeboten werden sollen. Allerdings hat das Landratsamt dazu nach eigenen Angaben noch keine detaillierten Informationen. Die Behörde prüfe derzeit, wie die Schnelltestungen umgesetzt werden können. Nicht in Frage kommt das Testzentrum an der Bösenreutiner Steig. Die dortige Organisation lasse das nicht zu.

Infektionszahlen im Detail (Stand 19. Februar)

  • Landkreis: Gesamt: 2269 –, 39 mehr als in der Vorwoche
    Quarantänefälle: 179 (Vorwoche 154)
    7-Tage-Inzidenz 47,6. Soll der Wert unter die von der Politik angestrebte Marke von 35 sinken, dürfen binnen einer Woche nur noch 29 Menschen positiv auf das Virus getestet werden.
  • Kommunen: Lindenberg 297 (+11), Lindau 790 (+5), Weiler-Simmerberg 194 (+4), Scheidegg 98 (+2), Heimenkirch 78 (+2), Bodolz 69 (+0), Gestratz 49 (+2), Grünenbach 44 (+1), Hergatz 55 (+0), Hergensweiler 71 (+2), Maierhöfen 87 (1), Nonnenhorn 41 (+1), Oberreute 30 (+0), Opfenbach 94 (+1), Röthenbach 38 (+1), Sigmarszell 57 (+0), Stiefenhofen 61(+0), Wasserburg 54 (+1), Weißensberg 52 (+0)
  • Altersverteilung: 0 bis 14 Jahre 2 Fälle, 15 bis 34 Jahre 11 Fälle, 35 bis 59 Jahre 15 Fälle, 60 bis 79 Jahre 10 Fälle, 80 Jahre und älter 1 Fälle (bezogen auf die Neuinfektionen seit 12. Februar)
  • Nachbarschaft: Wangen 749 (+6), Argenbühl 184 (+0), Isny 330 (+10)