Formationstanz Latein

Allgäuer holt sich mit dem A-Team des Grün-Gold-Clubs Bremen den Weltmeister-Titel

Raban Bottke aus Weiler holte sich am Samstag in Bremen mit dem A-Team des GGC Bremen den Weltmeistertitel im Latein Formationstanz. Unser Bild zeigt ihn mit seiner Tanzpartnerim Melanie Sotskov.

Raban Bottke aus Weiler holte sich am Samstag in Bremen mit dem A-Team des GGC Bremen den Weltmeistertitel im Latein Formationstanz. Unser Bild zeigt ihn mit seiner Tanzpartnerim Melanie Sotskov.

Bild: Angelina Thranow

Raban Bottke aus Weiler holte sich am Samstag in Bremen mit dem A-Team des GGC Bremen den Weltmeistertitel im Latein Formationstanz. Unser Bild zeigt ihn mit seiner Tanzpartnerim Melanie Sotskov.

Bild: Angelina Thranow

Sieg bei der WM im Formationstanz Latein: Wie sich Raban Bottke aus Weiler im A-Team des Grün-Gold-Clubs Bremen in vier Jahren an die Weltspitze tanzte.
19.12.2021 | Stand: 16:48 Uhr

Weltmeister! Der Westallgäuer Tänzer Raban Bottke hat seinen Traum erreicht: Am Samstag holte er sich mit dem A-Team des Grün-Gold-Clubs Bremen (GGC) bei der Latein-Formationstanz-WM vor heimischem Publikum den Titel. Mit seiner neuen Choreografie „Emozioni“ lieferte der GGC unter Leitung von Star-Trainer Roberto Albanese eine souveräne Leistung ab und ließ die starke Konkurrenz – neben zwei russischen Teams auch den 14-fachen Weltmeister TSG Bremerhaven – erneut hinter sich. Mittendrin der 23-Jährige aus Weiler.

Nach monatelangem angespanntem Training und zwei sauber abgelieferten Auftritten in der Vor- und Zwischenrund lief der Finaldurchgang "wie am Schnürchen". "Ich bin total glücklich, dass sich die Arbeit und die intensive Vorbereitung ausgezahlt haben", sagte der frischgebackene Weltmeister nach der Siegerehrung kurz nach Mitternacht.

Bottkes Ziel von Anfang: Beim besten Club tanzen und Weltmeister werden

Acht Jahre hat Raban Bottke beim TV Lindenberg Karate betrieben, drei Jahre auch Aikido und Kenjutsu (Schwertkampf) bei der SV Weiler. Das Tanzen packte ihn nach dem üblichen Kursen, die man als Schüler so macht. Erste Schritte in einer Lateinformation noch außerhalb des Wettkampfsports machte er bei der Tanzschule Daniel Geiger in Lindau.

Nach dem Abitur 2017 beschloss der junge Westallgäuer, sich ernsthaft aufs Tanzen zu konzentrieren – und das mit enormem Ehrgeiz: „Wenn, dann beim besten Club der Welt“, sagte Bottke damals mit einigem Selbstvertrauen: "Ich will ins A-Team des GGC - und mit ihm die WM gewinnen.“ Der GGC Bremen ist so etwas wie der FC Bayern im Latein-Formationstanz, sein A-Team ist 16-facher deutscher Meister (seit 2007 ununterbrochen) und nun elffacher Weltmeister.

Im April bei „Let's Dance“, im November Deutscher Meister

Bottke fuhr also vor vier Jahren nach Bremen, tanzte vor – und durfte tatsächlich einsteigen. Neulinge fangen beim GGC allerdings ganz unten an: im E-Team, in der Landesliga. Von dort schaffte der Allgäuer direkt den Sprung ins C-Team, das in der Regionalliga tanzte. Mit Talent, Fleiß und Disziplin empfahl sich Bottke schließlich für das B-Team. Mit dieser Mannschaft erreichte Bottke in der Saison 2019/20 in der 1. Bundesliga und bei der Deutschen Meisterschaft jeweils den 5. Platz.

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Im Februar 2021 wurde er ins A-Team berufen. Im April trat er mit ihm vor Milllionenpublikum in der RTL-Tanzshow „Let's Dance“ auf - der öffentliche Auftritt war wichtig für die Tänzer, die wegen der coronabedingt abgesagten Bundesliga keine Wettkampfpraxis sammeln konnten. Im November gewann das A-Team mit dem Westallgäuer souverän die Deutsche Meisterschaft in Bremerhaven – und am Samstag machte er seinen WM-Titel-Traum wahr.

Formationstanz Latein WM dieses Jahr unter schwierigen Bedingungen

Die Weltmeisterschaft fand heuer – trotz vergleichsweise niedriger Pandemie-Werte in Bremen – unter extrem schwierigen Bedingungen statt: Erst elf Tage vor dem Termin hatte das Ordnungsamt zugesagt, dass sie stattfinden darf, mit einem ausgefeilten Hygiene- und Abstands-Konzept und 2G-Regelung fürs Publikum.

Probleme machte im Vorfeld die Teilnahme der starken russischen Teams DUET Perm und Vera Tyumen: Deren Tänzer sind zwar geimpft – aber mit dem in der EU nicht anerkannten Impfstoff Sputnik. Mit 3G-Regel für die Teilnehmer und einer Unterbringung der russischen Sportler in einem Schullandheim (in Hotels gilt 2G) nahm der GGC als Ausrichter aber auch diese Hürde und konnte so einen fairen Wettkampf garantieren.

Drei Mal sechs Minuten volle Konzentration und sportliche Höchstleistung

Die Teams tanzen drei Mal: Vorrunde, Zwischenrunde, Finale. Jeweils sechs Minuten volle Konzentration und sportliche Höchstleistung fordert jeder der drei Durchgängr von den acht Paaren der Formation. Getanzt werden Rumba, Samba, Cha Cha Cha, Jive und Paso Doble. Bewertet werden die Fähigkeit, sauber zur Musik zu tanzen, die technische Leistung der Tänzer, die Choreografie und deren synchrone und harmonische Umsetzung durch das Team.

Insgesamt setzte sich das deutsche Spitzenteam mit „Emozioni“ letztlich gegen zwölf weitere durch - zwei polnische und ein englisches Team hatten kurzfristig wegen Corona-Fällen abgesagt. Auch die tänzerisch teilweise stärkeren russischen Teams ließen die Bremer hinter sich - Teamgeist und Mannschaftsleistung machten den Ausschlag.

Raban Bottke, der im Bremenried bei Weiler mit drei Geschwistern aufgewachsen ist und im B-Team schon Als Kapitän Verantwortung übernommen hatte, bringt dafür die passende Einstellung mit. Nach der WM macht er erst einmal Pause. Im Januar beginnt das Training für die erste Bundesliga, die nach corona-bedingter Zwangspause hoffentlich 2022 wieder normal ablaufen kann.

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