Wettbewerb

Frauenmuseum Hittisau will europaweit Aufsehen erregen

Geburt und Geburtskultur behandelt die aktuelle Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau. Sie dauert noch bis Ende Oktober, kann aber aktuell aufgrund der Pandemieschutzverordnungen von Gästen aus Deutschland nicht besucht werden:

Geburt und Geburtskultur behandelt die aktuelle Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau. Sie dauert noch bis Ende Oktober, kann aber aktuell aufgrund der Pandemieschutzverordnungen von Gästen aus Deutschland nicht besucht werden:

Bild: Angela Lamprecht, Frauenmuseum

Geburt und Geburtskultur behandelt die aktuelle Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau. Sie dauert noch bis Ende Oktober, kann aber aktuell aufgrund der Pandemieschutzverordnungen von Gästen aus Deutschland nicht besucht werden:

Bild: Angela Lamprecht, Frauenmuseum

Das wegweisende Haus im Bregenzerwald steuert den Europäischen Museumspreis 2021 an. Die aktuelle Ausstellung zum Thema Geburt dauert noch bis Oktober.
11.01.2021 | Stand: 12:45 Uhr

Das Frauenmuseum in Hittisau ist für den Europäischen Museumspreis 2021 nominiert und gehört damit zu den 27 Häusern, die ins Rennen um den den „Euorpean Museum of the Year Award“ (EMYA) gehen. Darunter befinden sich bekannte Museen aus Belgien, Kroatien, Deutschland und der Schweiz. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die aktuelle Schau im Frauenmuseum rund um das Thema Geburt dauert noch bis Ende Oktober. Aktuell können Besucher aus Deutschland aufgrund der Pandemieschutzbestimmungen das Museum nicht besuchen.

Der Preis EMYA wurde 1977 unter der Schirmherrschaft des Europarates mit dem Ziel gegründet, herausragende Leistungen in der europäischen Museumsszene zu würdigen. Im Fokus des EMYA stehen innovative Zugänge und gesellschaftspolitische Aspekte der Musucmsarbeit sowie Demokratie und Menschenrechte. Kandidieren können sowohl junge Museen als auch etablierte Häuser, die Modernisierung, Neuorganisation und Neuinterpretation von Themen umsetzen.

Vor 20 Jahren von Frauen gegründet

Das Frauenmuseum feierte 2020 sein 20-jähriges Bestehen. Das erste und bislang einzige Frauenmuseum Österreichs wurde aufgrund einer Initiative von Frauen im vorderen Bregenzerwald gegründet und widmet sich dem kulturellen Schaffen von Frauen sowie weiblichen Perspektiven zu sozialen, historischen und kulturellen Themen. In zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr geht es um weibliche Identität, Geschlechterrollen und Ausdrucksformen weiblicher Kreativität. Vorträge, Schauspiel, museumspädagogische Angebote, Symposien und Konzerte ergänzen das Angebot. Bei seinen Aktivitäten stellt das Museum häufig Bezüge zur Region Vorarlberg und Bregenzerwald her.

Seit Oktober zeigt das Frauenmuseum Hittisau die Ausstellung „geburtskultur. vom gebären und geboren werden“. Sie befasst sich mit dem physiologischen Geburtsvorgang ebenso wie mit Fragen zum Elternwerden und der Menopause. Unter den Exponaten finden sich eine Schautafel zum Uterus, die erste Antibabypille sowie Plazentacremes für eine angeblich ewig junge Haut. Weitere Themen sind Entbindungsheime und Geburtsstationen in Gegenwart und Vergangenheit sowie kontroverse Betrachtungen von Geburtspraktiken zwischen Hausgeburt, Kaiserschnitt oder auch Reproduktionstechnik. Erörter wird auch die Frage, wann, wie und warum die ursprünglich von Hebammen geleistete Geburtshilfe zu einer technisch-medizinischen männlichen Domäne wurde.

Die Schau „geburtskultur. vom gebären und geboren werden“ bildet den Ausgangspunkt des europäischen Projekts „Birth Cultures“ und wird im Anschluss in abgewandelter Form im Center of Gender Culture in Charkiw (Ukraine), im La Bonne Centre de Cultura de Dones Francesca Bonnemaison in Barcelona (Spanien) sowie im Frauenmuseum Meran (Italien) zu sehen sein.