Freizeit

So starten Westallgäuer Freibäder in die zweite Saison seit Corona

Herbert Kirchmann bereitet in Rentershofen das Freibad auf die Saison vor.

Herbert Kirchmann bereitet in Rentershofen das Freibad auf die Saison vor.

Bild: Daniel Boscariol

Herbert Kirchmann bereitet in Rentershofen das Freibad auf die Saison vor.

Bild: Daniel Boscariol

Die Freibäder im Westallgäu starten nach und nach in die Badesaison. Warum die Betreiber trotz Corona gelassen sind.
01.06.2021 | Stand: 06:06 Uhr

Sommerlich wirken die Temperaturen Ende Mai, Anfang Juni bisher nicht – Leonard und Johannes ist das aber egal. Ohne Hemmungen springen die beiden Buben ins kühle Nass des Weilerer Freibades. Und damit sind sie nicht allein.

Während die meisten Bäder erst seit Dienstag oder in den nächsten Tagen geöffnet haben, planschen die Besucher in Weiler schon seit dem 21. Mai. „Es ist schon was los tatsächlich“, sagt Bademeister Dietmar Kaiser. 100 bis 200 Besucher zählten die Betreiber des Bades schon an manchen Tagen.

Bei Kaiser ist die Freude groß über die Freibad-Saison – trotz Corona. Denn die Regelungen sind fast die gleichen wie im Vorjahr. Ein Chaos wegen Hygienekonzepten, der Frage, wann es losgeht oder eines Besucheransturms, blieb aus.

Freibad in Weiler wollte so schnell wie möglich öffnen

„Uns war klar, sobald wir das Okay vom Landratsamt bekommen, öffnen wir“, sagt Kaiser. Jedem Badegast stehen im Weilerer Freibad wie im vergangenen Jahr zehn Quadratmeter Freifläche zu. Die Zahl errechnet sich anhand der Größe von Liegefläche und Becken. Einen Besucherstopp, weil sich zu viele Menschen im Bad befunden haben, gab es im vergangenen Jahr nicht. Kaiser glaubt nicht, dass es heuer anders kommen sollte.

Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner dürfen nur Negativ-Getestete ins Bad. Im Landkreis liegt die Inzidenz jedoch bei unter 50, eine Testpflicht gibt es also nicht. Jeder Gast muss sich registriert haben, bevor er das Freibad besucht. Das ist schriftlich am Eingang oder per Handy mit Corona-Warn-App und Luca-App möglich.

Das Freibad in Weiler wurde von Dietmar Kaiser und Daniel Mears für die Wiedereröffnung nach Corona vorbereitet.
Das Freibad in Weiler wurde von Dietmar Kaiser und Daniel Mears für die Wiedereröffnung nach Corona vorbereitet.
Bild: Daniel Boscariol (Archiv)

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Um das Infektionsrisiko zusätzlich zu verringern, können sich die Gäste in Weiler künftig in zwei Außenumkleiden umziehen. „Eine steht schon, die Zweite folgt bald“, erklärt Kaiser. „Das machen wir, damit die Leute nicht in Gebäude zum Umziehen müssen.“

Im Freibad Rentershofen in der Gemeinde Röthenbach war bis auf Herbert Kirchmann gestern noch niemand zu sehen. Erst seit Dienstag hat das Bad geöffnet. Bademeister Kirchmann kümmert sich dort bereits seit 21 Jahren um den Zustand der Anlagen und die Sicherheit der Badegäste.

Freibad Rentershofen ist für Röthenbach ein teurer Luxus

Im April hat Kirchmann mit einigen Freiwilligen, die die Gemeinde Röthenbach per Aufruf zusammengetrommelt hat, mit den Vorbereitungen begonnen: Es wurden Fliesen gespachtelt, die Becken gereinigt, Bäume und Büsche gestutzt und die Maschinen hochgefahren. „Die widerspenstige Heizanlage ist jedes Jahr ein Lotteriespiel“, sagt Kirchmann. In diesem Jahr habe sie ihm keine Probleme bereitet. Einzig das Wetter macht Kirchmann noch etwas Sorgen. „Ich hoffe, dass es beständiger wird“, sagt er. Und trotzdem: Kirchmann glaubt nicht, dass das Freibad Rentershofen erst einmal fast leer bleibt. „Für unseren Schwimmkurs beispielsweise haben sich schon viele angemeldet“, sagt er. Immer wieder werde er gefragt, wann das Freibad denn öffne.

Zwischen 70.000 Euro und gut 100.000 Euro kostet der Betrieb des Freibades im Jahr – ein hohes Defizit für die finanziell angeschlagene Gemeinde. Doch geöffnet wird es trotzdem. Kirchmann sagt dazu: „Das Bad gehört einfach zur Gemeinde.“

Auch andere Freibäder im Westallgäu sollen öffnen – oder haben das bereits: Die Bäder in Heimenkirch und Oberreute haben seit heute geöffnet. Das Alpenfreibad in Scheidegg können Gäste ab Donnerstag besuchen. Schon seit diesem Wochenende hat zudem das Freibad Stefanshöhe in Wangen geöffnet.

Neben dem Abstandsgebot gilt in allen Bädern nach wie vor eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wie am Kiosk oder in den Umkleiden.

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