Westallgäu

Geflügelpest: Landratsamt Lindau verschärft Regeln für Geflügelhalter

In Isny ist die Geflügelpest ausgebrochen. Der Landkreis Lindau hat ein Beobachtungsgebiet im Argental festgelegt. Dort müssen sich Geflügelhalter an strengere Regeln halten. 45 Halter sind von den besonderen Maßnahmen betroffen.

In Isny ist die Geflügelpest ausgebrochen. Der Landkreis Lindau hat ein Beobachtungsgebiet im Argental festgelegt. Dort müssen sich Geflügelhalter an strengere Regeln halten. 45 Halter sind von den besonderen Maßnahmen betroffen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

In Isny ist die Geflügelpest ausgebrochen. Der Landkreis Lindau hat ein Beobachtungsgebiet im Argental festgelegt. Dort müssen sich Geflügelhalter an strengere Regeln halten. 45 Halter sind von den besonderen Maßnahmen betroffen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Nach einem Ausbruch der Geflügelpest in Isny hat das Landratsamt auch im Westallgäu die Regeln verschärft. Was für Geflügelhalter gilt.
08.04.2021 | Stand: 18:12 Uhr

Im Landkreis Ravensburg ist die Geflügelpest ausgebrochen. In fünf Kleinbetrieben bei Isny haben sich Tiere infiziert, in Bad Wurzach erkrankten vier Hühner bei einem privaten Geflügelhalter. Auch das Landratsamt Lindau hat nun reagiert und ein Beobachtungsgebiet ausgezeichnet. Über 1900 Hektar – umgerechnet etwa 2650 Fußballfelder – erstreckt sich der Bereich bei Gestratz und Maierhöfen, in dem ab sofort für Geflügelhalter verschärfte Regeln gelten. So dürfen Hühner, Gänse und Enten weder in noch aus dem Gebiet gebracht werden. Zudem dürfen betriebsfremde Personen den Stall nur noch mit Schutzkleidung betreten. Die Maßnahmen seien zum Schutz der Geflügelhaltungen, schreibt das Landratsamt Lindau.

Landkreis Ravensburg: Mehrer Fälle von Vogelgrippe

Im Landkreis Lindau gab es in diesem Jahr noch keinen Fall der Geflügelpest. Anders sieht es ein paar Kilometer weiter – auf der anderen Seite der baden-württembergischen Grenze aus. Dort haben sich in den vergangenen Wochen mehrere Tiere infiziert. Das Referenzlabor des Friedrich-Löffler-Instituts bestätigte, dass es sich jeweils um Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – handelte. Der Landkreis Ravensburg ernannte das Gebiet im Radius von drei Kilometern rund um die betroffenen Betriebe zum Sperrbezirk. Im Umkreis von zehn Kilometern wurde ein Beobachtungsgebiet ausgewiesen. Bis zum 2. Mai gelten dort entsprechende Maßnahmen. Unter anderem herrscht eine Stall- und Desinfektionspflicht.

Diese Regeln gelten für Geflügelhalter im Westallgäu

Auch im Westallgäu wurden die Regeln für Geflügelhalter verschärft. Dabei unterscheidet das Veterinäramt Lindau nicht, ob es sich um private oder gewerbliche Halter handelt. Zwar gibt es im Landkreis Lindau keine Stallpflicht für die Tiere, jedoch dürfen weder gehaltene Vögel noch Fleisch, Eier oder sonstige Erzeugnisse und tierische Produkte von Geflügel aus einem Betrieb im Sperrgebiet gebracht werden. Zudem müssen Geflügelhalter dem Landratsamt Lindau melden, wieviele Geflügeltiere sie haben und wie diese genutzt werden. Transportfahrzeuge und Behälter, in denen sich die Tiere, die Eier oder das Fleisch befanden, müssen unverzüglich nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert werden, teilt das Landratsamt mit. „So lange die Geflügelpest im Landkreis Ravensburg nicht als erloschen gilt, gelten auch unsere Verfügungen“, sagt Sibylle Ehreiser, die Pressesprecherin des Landratsamtes. Da sich die Ausbruchsbetriebe im Nachbarlandkreis befinden, ziehen sich die Maßnahmen bis in den Landkreis Lindau.

45 Geflügelhalter sind von den Regeln betroffen. „Es handelt sich um Kleinbetriebe und Hobbyhalter“, teilt Ehreiser auf Anfrage mit. In dem Beobachtungsgebiet, das das Landratsamt Lindau ausgeschrieben hat, befinden sich etwa 435 Geflügeltiere.

Nochmals schärfer sind die Maßnahmen in den sogenannten Sperrbezirken – rund um die Ausbruchsbetriebe im Landkreis Ravensburg. Dort müssen die Tiere ausschließlich im Stall bleiben, was bei manchen Haltern auf Kritik stößt. „Es ist keine richtige Lösung, die Tiere einzusperren“, sagt eine Westallgäuer Geflügelhalterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Westallgäuerin besitzt Geflügel, Hühner, Enten und Gänse. „Für die Tiere ist es eine Tortur, Tag und Nacht im Stall zu verbringen“, sagt sie. Zwar würden beispielsweise Hühner im Winter viel drinnen sein, aber insbesondere im Frühling ziehe es die Tiere nach draußen. „Der Frühling ist die schönste Zeit für sie. Es ist Paarungszeit.“

Tiere können aggressiv werden

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Wenn man sie dann einsperre, könne das schlimme Folgen haben. Die Besitzerin erzählt, dass die Tiere aggressiv werden und es zu Rangkämpfen kommt. „Die schwächsten Tiere kommen nicht mehr an das Futter und sterben schlimmstenfalls.“ Die Westallgäuerin findet klare Worte: „Lieber lasse ich meine Tiere raus und riskiere, dass sich ein paar mit der Geflügelpest infizieren, als wenn der ganze Stall hinterher einen Knacks hat.“

Die Westallgäuerin kritisiert zudem, dass das Landratsamt Lindau bei den Maßnahmen nicht zwischen gewerblichen und privaten Haltern unterscheidet. „Wir werden alle über einen Kamm geschert. Ich würde mir wünschen, dass das Veterinäramt auf uns zukommt und die Regeln nicht nur in der Theorie festlegt“, sagt sie.