Opfenbach

Gottesdienst mal anders in Opfenbach: Pfarrer öffnet Zeitkapsel

Rund 100 Fahrräder segnete Pfarrer Weber beim jüngsten Gottesdienst.

Rund 100 Fahrräder segnete Pfarrer Weber beim jüngsten Gottesdienst.

Bild: Pfarrgemeinde Opfenbach

Rund 100 Fahrräder segnete Pfarrer Weber beim jüngsten Gottesdienst.

Bild: Pfarrgemeinde Opfenbach

Die Kirche St. Nikolaus in Opfenbach wird renoviert. Deshalb haben sich die Gemeinde etwas einfallen lassen - inklusive Blick in die Vergangenheit
12.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Pfarrer Martin Weber hat aus der Not eine Tugend gemacht. Die Pfarrkirche St. Nikolaus wird derzeit renoviert. Gottesdienste sind in Opfenbach nur im Freien möglich. Und weil nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie die Leute vermehrt in die Pedale treten, hat er beim jüngsten Sonntagsgottesdienst eine Fahrradsegnung durchgeführt. Die Idee dazu hatte der Pfarrgemeinderat. Und sie kam an: Rund 100 Fahrräder, E-Bikes und Kinderfahrzeuge hatten die Besucher mitgebracht. „Ich war sehr erstaunt“, gibt Pfarrer Weber zu.

Und weil der Gottesdienst ohnehin schon unter besonderen Umständen stattfand, gab es noch einen zweiten Höhepunkt: Pfarrer Weber öffnete vor den Augen der Gläubigen die Zeitkapsel aus der Kirchturmspitze. Sie erfuhren, was die Verantwortlichen der letzten Kirchenrenovierungen in den Jahren 1974 und 1995 als zeitgeschichtlich wichtig empfunden und in die fest verlötete Kupferkapsel gegeben hatten: unter anderem die damals aktuellen Ausgaben der Heimatzeitung und der Augsburger Kirchenzeitung, Dokumente zur Kirchensanierung, Fotos und auch die Namen der damals Verantwortlichen. Noch ältere Dokumente verbrannten bei einem Blitzeinschlag in den Kirchturm 1964.

Was kommt in die Opfenbacher Zeitkapsel?

Pfarrer Martin Weber wird natürlich auch zum Abschluss der seit gut vier Monaten laufenden Bauarbeiten Unterlagen in die Zeitkapsel geben. „Ich werde etwas über das Corona-Jahr schreiben“, kündigt er an. Denn die Pandemie ist kurz vor Beginn der Renovierung ausgebrochen. Auch eine aktuelle Zeitung will Weber für die Nachwelt erhalten.

Allerdings wird die Renovierung länger dauern als geplant. „Wir werden bis Ende Oktober beschäftigt sein“, sagt Weber. Ursprünglich war September als Ziel anvisiert. Der Pfarrer selbst ist von die Verzögerung nicht überrascht. Die Außenrenovierungen der Gotteshäuser in Maria-Thann und Wohmbrechts, die er begleitet hatte, hätten auch länger gedauert als gedacht. „Das ist nicht ungewöhnlich“, sagt er. Grund für die Verzögerung sei, dass im Außenbereich neue Schäden entdeckt worden seien – unter anderem an den Schindeln. Zudem sei die europaweite Ausschreibung sehr aufwändig. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Innen waren die Schäden weniger dramatisch als befürchtet. Die Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen. In den nächsten Tagen wird innen das Gerüst abgebaut, sodass ab Ende August wieder Gottesdienste gefeiert werden können.

Menschen spenden während Corona weniger Geld

Die Renovierung des 1782 eingeweihten Gotteshauses kostet 440 000 Euro. Abzüglich der Zuschüsse von Diözese und Gemeinde muss die Pfarrgemeinde rund 189 000 Euro selbst stemmen. „34 000 Euro haben wir schon“, sagt Weber. Allerdings sei die Spendenbereitschaft in Corona-Zeiten leider rückläufig. Über kurz oder lang werden wohl auch die Kirchensteuern einbrechen, befürchtet Weber. Deshalb betont er: „Ich bin froh, dass wir die Renovierung durchführen dürfen.“