Kommentar

Gründung des AfD-Ortsverbandes in Lindenberg: "Demokratie nicht kapiert"

ARCHIV - 30.06.2018, Bayern, Augsburg: Kameras stehen auf dem Parteitag vor dem Logo der AfD. (zu dpa "AfD verklagt Verfassungsschutz wegen Nennung als «Prüffall»" vom 06.02.2019) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Auch in Lindenberg hat die AfD nun einen Ortsverband gegründet.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolfoto)

Auch in Lindenberg hat die AfD nun einen Ortsverband gegründet.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolfoto)

Die AfD hat einen Ortsverband Lindenberg gegründet, bleibt aber mit seinen Vertretern im Wagen. "Wer sich so verhält, hat Demokratie nicht verstanden."

01.08.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Die Nachricht kommt nicht überraschend: Die AfD hat einen Ortsverband Lindenberg gegründet. Erwartet worden war das schon vor der Kommunalwahl im März. Offenbar hatte die Rechtsaußen-Partei da noch Probleme, genügend Mitstreiter zu finden. Das scheint sich jetzt geändert zu haben.

"Versteckspiel hat in Demokratie nichts verloren"

Nicht geändert hat sich das Verhalten der AfD in Sachen Öffentlichkeit. Die Partei ist gerne unter sich. Eine Einladung zu der Gründungsversammlung haben Medien nicht bekommen. Und: Wer der neue Ortsvorsitzende ist, gibt die AfD zwar bekannt. Wer die anderen Vertreter des Ortsverbandes sind, aber nicht. Die AfD will also mitreden und mitbestimmen, aber nicht erklären, wer dahinter steckt. Wer sich so verhält, hat die Grundregeln der Demokratie nicht verstanden oder missachtet sie bewusst. Versteckspiel hat in der Demokratie nichts verloren.

AfD muss auch in Lindenberg mit Kritik rechnen

Natürlich: Wer sich für eine Partei engagiert, deren Vertreter immer wieder Andersdenkende beschimpfen und die politische Heimat für Rechtsradikale ist, muss mit Kritik rechnen. Wer das nicht aushält, soll sich aus der Politik heraushalten. Jedenfalls kann er nicht den Anspruch erheben, mitzubestimmen, was in einem Ort geschieht und was nicht.