5G-Netz

Grundbesitzer stoppen Mobilfunkpläne in Hergatz

Die Pläne für einen Mobilfunkmast in Hergatz sind vorerst gescheitert. Grundstückseigentümer lehnen den geplanten Standort ab.

Die Pläne für einen Mobilfunkmast in Hergatz sind vorerst gescheitert. Grundstückseigentümer lehnen den geplanten Standort ab.

Bild: Soeren Stache, dpa (Symbolfoto)

Die Pläne für einen Mobilfunkmast in Hergatz sind vorerst gescheitert. Grundstückseigentümer lehnen den geplanten Standort ab.

Bild: Soeren Stache, dpa (Symbolfoto)

Eigentümer lehnen den Standort für den geplanten Mobilfunkmast von Vodafone ab. Warum einige Ratsmitglieder dennoch darüber entscheiden wollen.
03.03.2021 | Stand: 06:17 Uhr

Monatelang hat der Gemeinderat Hergatz über die Verpachtung eines Grundstücks der Kommune in einem Waldstück zwischen Wohmbrechts und Maria-Thann zur Errichtung eines Mobilfunkmastes diskutiert. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet und vor einem Monat eine Bürgerversammlung zu dem Thema beantragt. Nun steht fest: Die Gemeinde kann das Grundstück nicht länger anbieten, da die umliegenden Grundbesitzer eine Zuwegung ablehnen.

In Hergatz war ein 5G-Mast geplant

Das Thema stand diesmal nicht auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Die öffentliche Sitzung war schon fast zu Ende. Bürgermeister Oliver-Kersten Raab hatte schon angesetzt, den öffentlichen Teil abzuschließen – da sprach Manfred Scheuerl den möglichen 5G-Mast auf Gemeindegrund unter dem Punkt „Verschiedenes“ doch noch an. Auf seine Nachfrage bestätigte der Bürgermeister: Zwischenzeitlich fanden Gespräche mit den Eigentümern jener Forstgrundstücke statt, die sich im Umfeld der Fläche befinden, die die Gemeinde dem Netzbetreiber Vodafone als Standort für einen neuen Mast angeboten hatte. Die endgültige Entscheidung über den Pachtvertrag stand bislang aus. Mehrere Experten hatte der Bürgermeister in den vergangenen Monaten geladen. Auch Bürger kamen in den Ratssitzungen zu Wort.

Raab informierte: Die Grundbesitzer wünschen sich zwar einen Mobilfunkstandort in Gemeindehand. Denn nur so hat die Kommune Einfluss auf die Positionierung. Aber mit Hinweis auf die notwendige Stromtrasse und mögliche Auswirkungen der 5G-Strahlung auf den Wald lehnen sie den ins Auge gefassten Standort ab.

Vodafone sucht in Hergatz nach einem neuen Standort

Über diese Situation hat Raab inzwischen auch Vodafone informiert. „Jetzt werden sie sich woanders umschauen“, mutmaßt der Bürgermeister. Florian Gsell schlug vor, dass der Gemeinderat dennoch einen Beschluss treffen sollte, ob die Kommune bereit ist, diesen oder einen anderen Standort zu verpachten.

Macht Beschluss Sinn?

Zweiter Bürgermeister Michael Zeh konterte: „Was bringt’s?“. Gsell wiederum betonte, dass dann „die Tendenz des Gemeinderates“ für den Bürger deutlich werde. Manfred Scheuerl unterstrich: „Wir können den Beschluss vorweisen, dass die Gemeinde für diese Lösung stand.“ Stephan Fey bezweifelte dennoch den Sinn einer Abstimmung: „Würde das an der Entscheidung der Eigentümer etwas ändern?.“

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Für Armin Müller war die Entscheidung der Grundbesitzer „kontraproduktiv“. Nun werde sich Vodafone einen anderen Standort suchen, der wohl eher im Ort liege – „und damit näher an den Bürgern“.

Offen blieb, ob und wann die Anfang Februar von der Bürgerinitiative beantragte Bürgerversammlung stattfindet. Grundsätzlich sei eine solche Versammlung auch online möglich, sagte Bürgermeister Raab. Eine Präsenzveranstaltung innerhalb der rechtlich vorgesehenen Frist bis Anfang April könne er sich hingegen aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht vorstellen.

Bürger in Hergatz sollen einbezogen werden

Für Armin Müller ist klar: Vor einer möglichen Abstimmung im Gemeinderat zum Thema Mobilfunk sollte der Bürger zu Wort kommen. Letztlich entschieden hat der Gemeinderat nicht. So überraschend das Thema am Ende der Sitzung auftauchte, so schnell löste es Wolfgang Zodel mit einer Wortmeldung zu einem anderen Thema auch wieder ab.