Pläne von Hochland und Meckatzer

Heimenkircher Heimatpflegerin kritisiert Pläne zu Hackschnitzelwerk

Einer der Kritikpunkte der Ortsheimatpflegerin: Die Brücke über den Talerbach ist auf ein Höchstgewicht von zwölf Tonnen beschränkt. Über sie müsste aber das Heizkraftwerk beliefert werden.

Einer der Kritikpunkte der Ortsheimatpflegerin: Die Brücke über den Talerbach ist auf ein Höchstgewicht von zwölf Tonnen beschränkt. Über sie müsste aber das Heizkraftwerk beliefert werden.

Bild: Angela Feßler

Einer der Kritikpunkte der Ortsheimatpflegerin: Die Brücke über den Talerbach ist auf ein Höchstgewicht von zwölf Tonnen beschränkt. Über sie müsste aber das Heizkraftwerk beliefert werden.

Bild: Angela Feßler

Die Ortsheimatpflegerin meint, die Planer hätten das Projekt im Bauausschuss verniedlicht. Ihre Befürchtungen erläutert sie nun dem Gemeinderat.
21.04.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Zur geplanten Nahwärme in Heimenkirch meldete sich bei der Gemeinderatssitzung Ortsheimatpflegerin Angela Feßler kritisch zu Wort. „Mir sind die Bedeutung der Firma Hochland für Heimenkirch und unsere Region und die Notwendigkeit des Klimaschutzes bekannt“, stellte sie ihren Ausführungen voran. Dann sprach sie die Planungsunterlagen für das Hackschnitzelwerk an, die sie als Heimatpflegerin bekommen und durchgesehen hat. „Die haben mich zum Teil in Staunen versetzt.“

Die Höhe des Kamins ist in den Plänen mit mindestens 18 Metern angegeben. Die genauen Maße berechnet ein Gutachter anhand von topografischer Lage und Wetterdaten. „Man kann gespannt sein, wie hoch das wird“, sagte Angela Feßler skeptisch und verwies auf das steil ansteigende Gelände. Das 13 Meter hohe Pfarrhaus und und die 17 Meter hohe „Sonne“ stünden zehn Meter höher als der bisher vorgesehene Standort der Heizzentrale. Auf Nachfrage unserer Redaktion erläuterte Angela Feßler weiter, dass nach ihrem Verständnis der Kamin also mindestens 27 Meter hoch sein müsste, wenn man eine Immissionsbelastung für diese Gebäude vermeiden wolle.

Bodendenkmale aus der Römerzeit in der Nähe

Die Heimatpflegerin sprach außerdem zwei Bodendenkmale aus der Römerzeit an, die sich in direkter Nachbarschaft des Standorts befänden. Befürchtungen hat sie auch, was die Belieferung des Heizwerks anbelangt. Lkw sollen die Hackschnitzel über die Bachstraße und die Talerbach-Brücke zur Heizzentrale bringen. Laut Unterlagen seien keine nennenswerten Veränderungen des Talerbaches geplant. Die Heimatpflegerin fragt sich nun: „Wie kann man eine Brücke, die auf zwölf Tonnen beschränkt ist, so verstärken, dass 40-Tonner darüber fahren können, ohne nennenswerte Eingriffe in die Umgebung?“

Der Geräuschpegel und somit die Lärmbelastung für die Anwohner werde sicher größer, sagte Feßler. Schon jetzt seien sie Lärmimmissionen durch die B32 und den Gewerbeverkehr ausgesetzt. Bezugnehmend auf die Erläuterungen, die die Planer vor Kurzem im Bauausschuss abgegeben haben, sagte die Heimatpflegerin: „Was mich dabei geärgert hat, sind die – ich nenne es mal ’Verniedlichungen’.“ Sie frage sich, ob die Verfasser der Texte das Areal jemals selbst angeschaut hätten.

Bürgermeister Markus Reichart verwies in seiner Antwort darauf, dass „im Laufe des Prozesses sämtliche Interessen diskutiert und gegeneinander abgewogen“ würden. „Wir werden darüber diskutieren, welchen Stellenwert die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern künftig hat.“ Möglicherweise werde man Abstriche zum Beispiel bei Denkmalschutzbelangen machen. Grundsätzlich gelte: „Es ist ein offenes Verfahren.“

Bürger befürchtet Gesundheitsbelastung durch Projekt

Zu Wort meldete sich auch Elmar Limberger, der zu diesem Thema schon mehrmals bei Bürgergesprächen im Rahmen der Gemeinderatssitzung Stellung bezogen hat. Limberger ist auch der Überbringer einer von 28 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichneten Petition gegen den Bau des Hackschnitzelwerks und hat zudem in einem Leserbrief gegen das Vorhaben argumentiert. Jetzt erinnerte er Bürgermeister Reichart an eine frühere Äußerung, wonach die Gemeinde die Bürger bei dem Projekt mitnehmen werde und es keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen geben werde. Limberger jedoch rechnet mit einer erheblichen Belastung durch Feinstaub und Lärm. Im Hinblick auf die Gesundheit werde er gegen die Anlage kämpfen, kündigte er an.

Einen Vorschlag brachte Gemeinderätin Sabrina Strasser in die Diskussion ein: Bei einer Begehung des Standorts könnten sich Gemeinderat und interessierte Bürgerinnen und Bürger die Dimensionen der geplanten Anlage vor Augen führen. Bürgermeister Reichart unterstützte die Idee, sich die Situation vor Ort anzuschauen.